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Rekordhoch Ölwerte ziehen mit dem Ölpreis nicht mit

15.04.2008 ·  Die Preisentwicklung beim Öl wird langsam unheimlich. Am Dienstag erreicht das Barrel Öl der Sorte WTI am Terminmarkt ein neues Hoch von 113,93 Dollar. Allerdings sichern sich immer mehr Anleger ab und auch die Ölwerte laufen nicht mit.

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Die Preisentwicklung im Rohstoffbereich wird langsam unheimlich. Sorgen die hohen Lebensmittelpreise inzwischen zumindest in ärmeren Ländern für soziale Unruhen, so läuft der Ölpreis von Hoch zu Hoch. Am Dienstag erreicht das Barrel Öl der Sorte WTI am Terminmarkt in New York ein neues Hoch von 113,93 Dollar.

Obwohl die weltwirtschaftliche Dynamik abnimmt und obwohl der Markt nach Angaben der meisten Experten gut versorgt ist, zeigt der Trend bei der Preisentwicklung weiterhin nach oben. Da die Anzahl der offenen Kontrakte am Terminmarkt zunimmt, setzen offensichtlich immer mehr Anleger darauf, dass der Preis weiter nach oben laufen wird.

Genügend Gründe, die einen hohen Ölpreis rechtfertigen mögen

Im Markt werden genügend Argumente herumgereicht, die für den hohen Ölpreis herhalten mögen. Sie reichen vom schwachen Dollar, über Sorgen über Versorgungsengpässe bis hin zur rasch zunehmenden Nachfrage und zur „endgültigen“ Erschöpfung der Reserven. Kurzfristig tragen dazu Äußerungen aus Russland bei, die besagten, die russische Ölproduktion befinde sich auf dem Höhepunkt und werde künftig stagnieren, wenn nicht gar abnehmen. Solche Gerüchte gibt es über Saudi Arabien schon länger.

Auf der anderen Seite stehen jedoch Meldungen, nach denen vor der Küste Brasiliens das größte Ölfeld seit langem gefunden wurde. Das alleine zeigt zusammen mit den Ölsänden in Kanada und den Schelfvorkommen in den Vereinigten Staaten, dass das Öl kaum so schnell erschöpft sein dürfte, wie der Markt das gegenwärtig unterstellt. Faktisch dürften alleine schon die hohen Preise für die Energie und andere Rohstoffe dafür sorgen, dass die Verbrauchen sparsamer als bisher mit Energie umgehen werde. Zusammen mit dem abflauenden Wirtschaftswachstum sollte aus diesen Gründen die Nachfrage nach Öl zurückgehen.

Allerdings sichern sich immer mehr Anleger ab und auch die Ölwerte laufen nicht mit

Kurzfristig dürfte der Preis jedoch von technischen Gründen getrieben werden. Marktanalysten weißen darauf hin, dass das Handelsvolumen an der Terminbörse für Öl in den vergangenen Tagen sehr gering war, während die Anzahl offener Nettocall-Optionskontrakte mit Verfall im Mai vergleichsweise hoch ist. Wer sie verkauft hat, muss nun sein Risiko begrenzen und ist aus diesem Grund gezwungen, Öl zu kaufen. Das treibt den Preis nach oben.

Auf der anderen Seite hat in den vergangenen Wochen die Anzahl der offen Kontrakte von Verkaufsoptionen deutlich zugenommen, vor allem mit Verfall im Juni. Das heißt, immer mehr Marktteilnehmer scheinen sich gegen einen Preisrückschlag in den kommenden Wochen abzusichern. Diese Strategie scheint eine gewisse Logik zu haben, denn sie lässt sich auch aus der Kursentwicklung von Ölwerten ablesen. Während der Ölpreis gegenwärtig immer weiter nach oben läuft, legen die Ölaktien gemessen am S&P 500 Energy Total Return Index schon seit Monaten unterdurchschnittlich zu. Das heißt, auch diese Anleger scheinen mit einer Preiskorrektur beim Öl zu rechnen. In diesem Sinne scheint es ratsam zu sein, den Ölpreis auf dem gegenwärtigen Niveau nicht überzubewerten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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