Den Preissturz für Kaffee kann momentan scheinbar nichts aufhalten: Nachdem bereits im November ein 30-Monats-Tief verzeichnet wurde, fiel der Preis seitdem noch weiter. Aktuell notiert ein Pfund (etwa 454 Gramm) Arabica Kaffee bei etwa 1,39 Dollar. Noch im Frühjahr des Jahres 2011 kostete ein Pfund mehr als 3 Dollar. Das ist ein Preisverfall von etwa 60 Prozent. Selbst die so genannte Kaffeerost, in Fachkreisen auch als Roya bekannt, kann den Preisabsturz nur bremsen, aber nicht aufhalten.
Roya hat besonders Mittelamerika hart getroffen, in einigen Ländern wurde sogar bereits der Notstand ausgerufen, etwa in Guatemala. Dort sollen bis zu siebzig Prozent der Pflanzen infiziert sein, der guatemaltekische Kaffeeverband Anacafé warnt bereits vor einem Ernteausfall von bis zu 40 Prozent. Auch weiter südlich, in Peru, dürfte die Produktion niedriger ausfallen und hinter den Erwartungen zurück bleiben. Dazu streiken im drittgrößten Anbauland Kolumbien die Kaffeeanbauer. Sie fordern höhere Subventionen von der Regierung. Wer denkt, dies würde die Preise steigen lassen, irrt.
Rekordhohe Ernten in Brasilien
Ganz im Gegenteil, eine rekordhohe Kaffeeernte im wichtigsten Anbauland Brasilien belastet die Preise mittelfristig auch weiterhin. Im Zuge dessen stiegen die weltweiten Kaffeelagerbestände mit 2,63 zum 1. Februar auf 2,63 Millionen Sack, was dem höchsten Stand seit knapp drei Jahren entspricht. Aktuell halten Anleger etwa 14 000 Netto-Short Positionen, also Wetten auf fallende Preise.
Für Kaffeetrinker wird sich übrigens wenig ändern, noch hat kein großer Röster angekündigt, die Preise zu senken. Darin besteht aber eine Chance für Anleger: Wenn die Einkaufskosten gering sind und gleichzeitig der Verkaufspreis hoch ist, wird sich der Gewinn erhöhen. Das kann sich positiv auf die Aktienkurse auswirken. Das könnte etwa die Kaffeekette Starbucks betreffen. Der Wert des Unternehmens hat sich seit November 2008 versiebenfacht, das ist eine bessere Entwicklung als zum Beispiel bei Apple. Auch Amerikas größter Lieferant von Kapsel- und Portionskaffee, Green Mountain, hat profitiert. Seit vergangenem Sommer ist der Kurs um über 210 Prozent gestiegen, aktuell notiert das Papier bei etwa 54 Euro. Auch auf Nestlé lohnt sich ein Blick, die mit ihrer Premium-Kaffeemarke Nescafé von den günstigen Preisen profitieren
Marktversagen
Andreas Müller (abumachuf)
- 17.03.2013, 10:15 Uhr
wie schön..
manfred maus (mausm)
- 16.03.2013, 10:20 Uhr
Danke für diesen anschaulichen Artikel, der mal wider eindeutig
zeigt, daß....
Dirk Lehmann (DkLehmann)
- 16.03.2013, 09:54 Uhr
"Transfair" als Alternative?
Leo Eckmann (Eckig)
- 16.03.2013, 09:18 Uhr
Wenn das mit dem Kaffee wirklich so sein sollte,
Michael Scheffler (Striesner)
- 15.03.2013, 21:33 Uhr