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Freitag, 17. Februar 2012
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Ölpreis unter 120 Dollar Preise an den Tankstellen sinken

05.08.2008 ·  Der Ölpreis sinkt auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten. An den internationalen Märkten ist die Notierung unter die Marke von 120 Dollar je Barrel gefallen. Auch an den Tankstellen gehen die Preise für Benzin und Diesel zurück.

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Der Ölpreis ist an den internationalen Rohstoffmärkten am Dienstag kräftig gesunken und unter die Marke von 120 Dollar gefallen. Nur noch 118 Dollar kostete zeitweise ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Leitsorte West Texas Intermediate (WTI) und sank damit auf den niedrigsten Stand der vergangenen drei Monate. Am frühen Nachmittag notierte der Kontrakt im New Yorker Handel bei 119,34 Dollar.

Freilich ist Öl damit immer noch fast doppelt so teuer wie vor einem Jahr. Im Juli allerdings mussten an der New Yorker Rohstoffbörse für ein Barrel WTI noch mehr als 145 Dollar bezahlt werden.

Preise an den Tankstellen fallen auch

Mit dem fallenden Ölpreis gehen auch die Preise für Benzin und Diesel hierzulande weiter zurück. Ein Liter Diesel kostete am Montag im bundesweiten Durchschnitt erstmals seit Anfang Mai wieder unter 1,40 Euro pro Liter, wie ein ADAC-Sprecher in München sagte. Am Dienstag zog der Preis aber bereits leicht wieder auf 1,41 Euro an, ein Liter Super kostete 1,46 Euro. Der Ölpreis sank auf unter 120 Dollar pro Fass, fast 20 Prozent weniger als der Rekordpreis von über 147 Dollar von Mitte Juli. Der ADAC rechnet für die kommenden Wochen mit einem weiter sinkenden Ölpreis. Dem sollten auch die Kraftstoffpreise folgen, sagte der Sprecher.

Der ADAC erhebt die Preise für Super und Diesel täglich bundesweit an Marken- und freien Tankstellen. Den absoluten Höchststand hatte der Benzinpreis am 5. Juli mit 1,585 Euro pro Liter erreicht. Am Montag mussten Autofahrer im Durchschnitt 1,395 Euro für einen Liter Diesel zahlen. Ein Liter Superbenzin kostete 1,437 Euro. Den leichten Anstieg am Dienstag kommentierte der ADAC-Sprecher mit den Worten, „dies sei der Versuch, den Preis zu Gunsten der Industrie zu erhöhen“. In Deutschland sei weiter Ferienzeit, weshalb die Ölkonzerne „permanent“ versuchten, „irgendwie den Preis nach oben zu bringen“.

Hedge-Fonds nehmen Gewinne mit

Viele Hedge-Fonds hätten Gewinne mitgenommen, sagte Angus McPhail von Alliance Trust. „Es scheint, als verliere der Markt das Interesse an Themen wie geopolitischen Anspannungen und Entwicklungen des Wetters, die den Ölpreis zuletzt gestützt haben“, erklärte Rohstoff-Analyst Edward Meir von MF Global. Stattdessen rücke die immer unausgewogenere Angebots-Nachfrage-Situation stärker in den Blick der Marktteilnehmer. Sollten in Zukunft weitere Daten auf eine fallende Nachfrage hindeuten, könnte der Ölpreis schon bald in Richtung 100 Dollar fallen, sagte McPhail.

Die europäischen Aktienmärkte reagierten auf den Preisverfall am Ölmarkt mit kräftigen Kursgewinnen. Die Aktienkurse von Rohstoffunternehmen dagegen litten unter der Abwärtsbewegung. Aus Sicht der Commerzbank ist ein dauerhaft Rückgang der Ölpreise unter die Marke von 120 Dollar in den kommenden Tagen wahrscheinlich.

Konkurrierende Erklärungsversuche

Was den Fall des Ölpreises am Dienstag konkret ausgelöst hat, ist allerdings unklar. Einem Erklärungsversuch zufolge ist der Ölpreis wegen der Aussicht auf eine sinkende Ölnachfrage in den Vereinigten Staaten und auf ein höheres Angebot gesunken.

Andere Experten führten den Preisrückgang darauf zurück, dass Teheran auf Vorschläge der internationalen Gemeinschaft zur Beilegung des Streits um das iranische Atomprogramm geantwortet hat. Über den Inhalt der Antwort war zunächst jedoch nichts bekannt. Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland hatten dem Iran eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit - auch bei der zivilen Nutzung von Atomkraft - angeboten, falls Teheran die Urananreicherung aussetzt.

Opec steigert Förderung den dritten Monat in Folge

Lange habe sich Öl aufgrund der Sorgen vor möglichen Angebotsengpässen und einer Verschärfung des Atomkonflikts mit dem Iran im Vergleich zu anderen Rohstoffen noch relativ gut behauptet, heißt es bei der Commerzbank. So drohte der Chef der Republikanischen Garden im Iran abermals mit der Schließung der Meeresstraße von Hormuz, sollte sein Land angegriffen werden.

Berichte, wonach Tropensturm Edouard im Golf von Mexiko keine schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Ölproduktion verursachen dürfte, ließen dann aber auch Rohöl dem allgemeinen Markttrend nach unten folgen. Belastend wirkte auch, dass die tägliche Ölförderung der Opec im Juli den dritten Monat in Folge gestiegen sei.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist ebenfalls weiter gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel am Montag 120,80 Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

Kurse der Ölkonzerne sinken

Der sinkende Ölpreis löste zudem Gewinnmitnahmen bei Aktien der Ölunternehmen aus. Die Kurse von Exxon Mobil und BP fielen seit Mai 18 Prozent beziehungsweise 20 Prozent. Bei den Raffinerien büßten die amerikanische Valero Energy 37 Prozent an Wert ein und die japanische Nippon Oil 21 Prozent.
Die Unternehmen litten zeitweise allerdings auch unter dem starken Anstieg des Ölpreises, weil sie die höheren Kosten für Rohöl nicht mehr auf die Benzin- und Kerosinpreise umwälzen konnten.

Aktien des amerikanischen Explorationsunternehmen Hess brachen seit Mai um mehr als 30 Prozent ein. Für den britischen Mitbewerber Tullow Oil ging es um 26 Prozent nach unten. SBM Offshore, ein niederländischer Bauer von Ölplattformen, verlor sogar fast die Hälfte des Börsenwerts. Eine gesenkte Gewinnprognose hatte im Juni den Aktienkurs besonders stark belastet.

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