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Ölförderung Die Lücke schließt sich langsam

Bis in das Jahr 2010 haben amerikanisches und europäisches Öl nahezu gleichviel gekostet. Durch Fracking kam es zu einem Überangebot der ersten Sorte – und zu einem großen Preisunterschied. Dieser soll nun verringert werden.

© dpa Vergrößern Ölförderung in Pennsylvania

Es ist eine Geschichte, wie sie eigentlich nur in Schildbürgerstreichen vorkommt: Im kleinen Örtchen Cushing im amerikanischen Oklahoma, in dem gerade einmal 8000 Menschen wohnen, staut sich seit mehreren Jahren das Erdöl Amerikas. Dort fließt nahezu alles Öl zusammen, welches auf dem nordamerikanischen Kontinent gefördert wird – aber der Abfluss Richtung Küste und Häfen ist einfach zu klein. Dabei war die gut ausgebaute Pipeline-Infrastruktur in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Grund, warum die New York Mercantile Exchange die Kleinstadt zum offiziellen Auslieferungszentrum für leichtes Rohöl bestimmte.

Keine ausreichenden Pipeline-Kapazitäten

Eine relativ neue Technik, das sogenannte Fracking, erlaubt es, bisher ungenutzte Gas- und Erdölquellen auszubeuten. Das hat besonders im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten zu einem wahren Boom geführt – allein in North Dakota hat sich die Produktion von Öl aus Schiefersanden im vergangenen Jahr verdreifacht. Vermehrt wird auch Öl aus Kanada importiert, da die Ausbeutung der Ölsande durch die steigenden Erdölpreise rentabler ist als in der Vergangenheit. Das führt dazu, dass es mittlerweile ein Überangebot an Öl in den Vereinigten Staaten gibt. Anstatt es von Cushing aus zu verteilen, musste nun ein Großteil des Öls in Richtung des nächsten Hafens transportiert werden – nach Freeport bei Houston in Texas. Dafür waren aber keine ausreichenden Pipeline-Kapazitäten vorhanden. Das entwickelte sich ab dem Jahr 2010 zu einem großen Problem, als sich immer mehr Öl staute. Seitdem wurden in Windeseile mehrere Lager hochgezogen, um das Öl aufzufangen. Aktuell lagern etwa 52 Millionen Barrel in Cushing – so viel wie nie zuvor. Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten werden täglich etwa 20 Millionen Barrel verbraucht.

Karte / USA / Seaway-Pipeline © F.A.Z. Bilderstrecke 

Das Problem wurde dann relativ schnell erkannt. Als erster Schritt wurde die Fließrichtung der Seaway-Pipeline umgekehrt. Wo früher Öl von den Häfen in Houston nach Cushing floss, fließt es heute von Cushing aus nach Houston, um es in riesigen Tankern in die Welt hinaus zu transportieren. Dabei reichte die Kapazität bei weitem nicht aus. In einem zweiten Schritt wurde nun eine Parallelpipeline zur Seaway gebaut und damit die Transportkapazität von 140.000 Fass am Tag auf über 400.000 Fass mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: Es würde trotzdem immer noch ein halbes Jahr dauern, um die Lager in Cushing zu leeren – unter der Voraussetzung, dass kein Tropfen neues Öl nach Cushing fließt. Deshalb soll die Kapazität bis 2015 nochmals verdoppelt werden. Die riesigen Lager werden dann langsam wieder entleert werden.

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Deshalb gehen viele Analysten davon aus, dass sich der Preis zwischen Brent und WTI wieder annähern wird und der Spread somit verringert wird. Während er im Herbst des Jahres 2011 bei knapp 30 Dollar lag, hat er sich mittlerweile auf etwa die Hälfte bei 15 Dollar halbiert. Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass sich der Spread im Laufe des Jahres auf etwa 10 Dollar verringern wird. WTI soll dann etwa 115 Dollar kosten – und damit 20 Dollar mehr als aktuell.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 19.01.2013, 06:00 Uhr


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