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Öl, Metall und Kohle Die Tücken der Rohstoffaktien

 ·  Nur wenige Rohstoffhändler sind an der Börse notiert. Anleger können stattdessen auf Minenaktien und Ölwerte setzen. Doch auch sie haben ihre Besonderheiten.

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Der Handel mit Rohstoffen wie Öl, Kohle und Metallen floriert, dabei wird das Geschäft nur von wenigen Akteuren kontrolliert. Für Aktienanleger, die an der Entwicklung dieser Branche teilhaben wollen, ist das nicht einfach. Im Ölmarkt zum Beispiel, der von Anbietern wie Vitol, Trafigura, Gunvor sowie Mercuria dominiert wird, ist keines dieser Unternehmen an der Börse notiert. Die Branche agiert lieber im Verborgenen und scheut den Gang an die Börse – denn das bringt Aufmerksamkeit und Pflichten wie das regelmäßige Veröffentlichen von Geschäftszahlen mit sich. Daher erteilt auch Ian Taylor, Vorstandschef von Vitol, dem größten Ölhändler auf der Welt, einem Gang auf das Parkett eine Absage: „Wir planen in den kommenden Jahren keinen Börsengang“, sagte er kürzlich auf einer Rohstoffkonferenz in Lausanne.

Der Schweizer Glencore-Konzern hingegen, der im Rohstoffhandel weltweit führend ist und ebenfalls im Ölgeschäft stark mitmischt, ist im Mai 2011 an die Börse gegangen. Dann verkündete das Unternehmen, mit dem Minenkonzern Xstrata fusionieren zu wollen. Ziel ist, den Einfluss im Rohstoffmarkt noch zu vergrößern.

Glencore und Noble Group haben Anlegern wenig Freude gemacht

Mit dem Börsengang von Glencore hat sich die Auswahl für Anleger mit Blick auf die Rohstoffhändler erweitert, auch wenn es schon Anbieter wie etwa Noble Group gibt, die bereits seit 1997 an der Börse in Singapur notiert ist.

Unternehmen, wie Glencore und Noble Group, die nicht nur Öl rund um die Welt handeln, sondern auch Kohle, Gas, Zucker und Sojabohnen, haben den Aktienanlegern allerdings nicht viel Erfolg beschert. Die Glencore-Aktie hat seit ihrem Start vor knapp einem Jahr etwa 17 Prozent verloren. Die Noble-Group-Aktie hat auf Sicht eines Jahres sogar um 45 Prozent nachgegeben.

Intransparente Rohstoffbranche

Das Geschäft der Rohstoffhändler ist schwer vorhersehbar – und damit auch die Gewinnentwicklung. Selbst wenn die Preise vieler Rohstoffe steigen, muss das nicht unbedingt für höhere Gewinne der Händler sorgen. Hinzu kommt, dass die Rohstoffbranche alles andere als transparent ist. Das macht es Anlegern schwer, sich in diesem Markt zu engagieren.

Hinzu kommt, dass die Rohstoffhändler inzwischen mit sinkenden Margen kämpfen. Die Unternehmen machen sich immer mehr untereinander Konkurrenz. Der Trend ist, sich nicht nur auf das Handelsgeschäft zu konzentrieren, sondern die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken. Das Ziel ist, von der Förderung der Rohstoffe, ihrer Lagerung und dem Transport bis zum Kunden das Geschäft komplett zu bestimmen. Mit diesem Wandel, den allen voran Glencore betreibt, ist aber auch viel zusätzliches Kapital nötig. Daher war aus Sicht des Unternehmens der Börsengang sinnvoll.

Minenaktien sind risikoreiche Anlagen

Aktienkäufer, die nicht auf die Handelsfirmen setzen wollen, können auch Minenaktien kaufen. „Die Aktien der Minenkonzerne sind etwas einfacher einzuschätzen“, sagt Credit-Suisse-Analyst Matthias Müller, „weil die Produktion der Anbieter in der Regel von wenigen Rohstoffen abhängt.“ Die Anleger wetten also auf die Preisentwicklung dieser Rohstoffe. Allerdings gibt es auch große Minenkonzerne wie BHP Billiton, die sehr breit aufgestellt sind und mehrere Rohstoffe fördern. Dazu zählen dann Eisenerz, Kohle und auch Öl und Gas. Zu den größten Anbietern in der Bergbauwelt gehört nicht nur BHP Billiton, sondern auch Vale, Rio Tinto und Xstrata.

Solche Titel zählen an der Börse zu den eher risikoreicheren Anlagen. Es sind zyklische Aktien, sie reagieren stark auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und der Nachfrage nach Rohstoffen. „Besonders wichtig ist dabei die Lage in China“, sagt Analyst Müller. Denn China ist der größte Rohstoffverbraucher auf der Welt. Ein Problem für die Minenbranche sei, dass die Unternehmen immer mehr investieren müssen, um an die Rohstoffe heranzukommen. „Die Gewinne steigen nicht mehr, sie nehmen eher ab“, sagt Müller und ergänzt: „Die Margen geben ebenfalls nach, weil die Kosten zunehmen.“ Überhaupt sind viele Minenbetreiber in Regionen aktiv, die politisch instabil sind. In solchen Ländern ist das Risiko hoch, dass Rohstoffunternehmen höher besteuert werden. Auch sind Streiks in den Produktionsanlagen keine Seltenheit.

Ölaktien als Alternative

Wer auf Rohstoff-Aktien setzen will, kann nicht nur Minentitel, sondern auch die Aktien von Ölkonzernen kaufen. Alles in allem sind Ölwerte, wie etwa die Aktien von Exxon, BP und Shell weniger zyklisch als Minentitel, aber eben auch keine typischen Wachstumswerte.

Zwar sollte der hohe Ölbedarf auf der Welt den Unternehmen zugutekommen. „Doch viele börsennotierte Ölkonzerne haben Mühe, ihre Reserven an Rohöl zu ersetzen“, sagt Analyst Müller. „Die Ölkonzerne haben ähnliche Probleme wie die Minenfirmen, da der Zugang zu neuen Vorkommen immer aufwändiger und kapitalintensiver wird. Allerdings haben viele dieser Unternehmen den Wandel in der Branche bereits hinter sich, den viele Minenanbieter noch vor sich haben.“

In der vergangenen Woche hatten zum Beispiel Exxon und Shell über ihre Quartalszahlen berichtet. Die Konzerne mussten zu Jahresbeginn einen Dämpfer einstecken. Beide verdienten im ersten Quartal weniger als im Vorjahreszeitraum. Doch die Gewinne fallen immer noch sehr hoch aus. Hinzu kommt: Manche Ölkonzerne geben deutlich mehr von ihren Gewinne an die Aktionäre ab. Das zeigt zum Beispiel der amerikanische Exxon–Konzern, der seit Jahren eigene Aktien zurückkauft und die Dividende erhöht hat.

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