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Sonntag, 12. Februar 2012
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Neuseeland-Dollar Hohe Arbeitslosigkeit dämpft Zinsphantasie

04.02.2010 ·  Die Arbeitslosenquote Neuseelands ist im vierten Quartal des Jahres 2009 mit 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. Das dämpft die Zinserwartungen und bringt den wieder stark gewordenen Neuseeland-Dollar unter Druck.

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Nach schwachen Arbeitsmarktzahlen steht der Neuseeland-Dollar am Donnerstag am Devisenmarkt unter Druck. Er verliert gegen den Yen 2,2 Prozent auf 63, 12 Yen, gegen den amerikanischen Dollar 1,7 Prozent auf 69,62 amerikanische Cents und gegen den Euro 1,2 Prozent auf 1,99 Kiwi-Dollar je Einheit der europäischen Einheitswährung.

Der Grund ist einfach auszumachen. Denn die Arbeitslosenquote Neuseelands ist im vierten Quartal des vergangenen Jahres mit 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen.

Schwacher Arbeitsmarkt dämpft die wirtschaftlichen Aussichten

Diese Entwicklung ist auf zwei Effekte zurückzuführen. Erstens führte die globale Rezession dazu, dass weniger Bürger Neuseelands auf der Suche nach besser bezahlten Jobs ins Ausland gehen. Gleichzeitig intensiviert sich der Wettbewerb am Arbeitsmarkt des Landes, da er immer mehr Immigranten verkraften muss.

In den Konsequenz steigen die Löhne im Lande immer langsamer. Das geringste Lohnwachstum seit Jahren dämpften den Optimismus der Verbraucher und damit auch ihre Konsum- und Investitionsneigung. Da die Konsumnachfrage entscheidend ist für die wirtschaftliche Entwicklung, wird auf diese Weise die Hoffnung auf eine rasche Erholung aus der konjunkturellen Krise gedämpft.

Das wiederum zügelt die Zinserwartungen, die in den vergangenen Monaten zusammen mit dem allgemeiner Wirtschaftsoptimismus die altbekannten Carry Trades wiederbelebt hatten und die die Währung Neuseelands hatten massiv aufwerten lassen. Staatsgarantien für angeschlagene Banken, staatliche Stimulierungsprogramme auf Pump und extrem tiefe Zinsen in weiten Teilen der Welt hatten in dieser Kombination den Risikoappetit der Anleger frisch beflügelt, die Volatilitäten gesenkt und auf diese Weise Wetten auf hoch verzinsliche Währungen mit Zinserhöhungsphantasie wieder lukrativ gemacht.

Neuseelands Konsumenten sind stark verschuldet

Der realwirtschaftliche Bumerang solcher Strategien zeigt sich am Beispiel eines kleinen Landes wie Neuseeland rasch. Denn es spürte zuletzt die teuer gewordene Währung, da die Exportwirtschaft des Landes an Wettbewerbsfähigkeit verloren hatte. Das heißt, die starke Währung trägt neben dem schwachen Arbeitsmarkt dazu bei, die wirtschaftliche Erholung zu bremsen.

Auch grundsätzlich können zu optimistische Erwartungen hinterfragt werden. Denn - ähnlich wie in anderen angelsächsischen Staaten - profitierte die Wirtschaft Neuseelands in den vergangenen Jahren stark von der zunehmenden Verschuldung der Konsumenten. Zuletzt schwächte sich dieser Trend im Rahmen der Krise ab, weil er offensichtlich mit einem Verhältnis privater Schulden zum verfügbaren Nominaleinkommen von 160 Prozent an eine Grenze gestoßen war.

Vergleichsweise tiefe Zinsen machen hohe Schulden zwar tragbar und haben zuletzt sogar den Häusermarkt zusammen mit staatlichen Anreizen wieder etwas belebt. Dabei hielten sich die Hauspreise des Landes trotz der Krise auf vergleichsweise hohem Niveau und haben bisher nicht korrigiert. In diesem Umfeld auf steigende Zinsen zu wetten, scheint etwas riskant zu sein. Weitere Kurskorrekturen des Neuseeland-Dollars würden insgesamt kaum überraschen

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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