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Zertifikate und ETFs

Negative Konjunkturaussichten Rohstoffe machen Anlegern wenig Freude

Die Konjunkturschwäche belastet den Rohstoffmarkt: Die Wetten auf steigende Preise sinken, Hedgefonds und andere Anleger sind skeptisch. Die Goldnachfrage bleibt jedoch hoch.

© dpa Vergrößern Kupferproduktion in Hamburg

Spekulativ orientierte Anleger sind skeptisch bezüglich weiterer Preissteigerungen am Rohstoffmarkt: Hedgefonds und andere Finanzanleger haben ihre Wetten auf höhere Rohstoffpreise (Netto-Long-Positionen) so stark reduziert wie seit einem Monat nicht mehr. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich auf Daten der amerikanischen Terminmarktaufsicht CFTC. Demnach haben die Anleger in der Woche bis zum 11. Dezember die Netto-Long-Positionen für 18 amerikanische Rohstoff-Kontrakte und Optionen um 11 Prozent reduziert. Neuere Daten sind noch nicht verfügbar.

Für Investoren, die an der Rohstoff-Preisentwicklung teilhaben und primär auf steigene Preise setzen, ist dieses Jahr weniger gut verlaufen. Gemessen an dem Rohstoffindex GSCI, der 24 Rohstoffe enthält, haben die Preise in diesem Quartal um 4 Prozent nachgegeben. Seit Jahresanfang ist es ein Minus in Höhe von rund 1 Prozent. Mit anderen Anlageformen wie Aktien ließen sich hingegen zum Teil hohe Renditen erzielen. Der deutsche Aktienmarkt hat seit Anfang des Jahres um knapp 30 Prozent zugelegt.

Zuletzt wieder positive Konjunkturdaten

Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, in den Rohstoffsektor zu investieren. Da der Kauf von physischen Rohstoffen für Privatanleger in der Regel nicht praktikabel ist, wählen sie Zertifikate auf einzelne Rohstoffe oder auf einen Rohstoffindex. Ebenso gibt es börsennotierte Wertpapiere, welche die Preisentwicklung einzelner Rohstoffe abbilden (Exchange Traded Commodities, ETC). Manche dieser Produkte sind auch mit dem jeweiligen Rohstoff hinterlegt.

Infografik / Wertentwicklung der Rohstoffe / GSCI Entwicklung des GSCI seit dem Jahr 2000 sowie ausgewählter Rohstoffe seit Jahresbeginn © F.A.Z. Bilderstrecke 

Die insgesamt schwache Rohstoffpreisentwicklung hängt mit den negativen Konjunkturaussichten zusammen. Nicht nur in den Vereinigten Staaten, wo Regierung und Opposition um den Staatshaushalt der weltgrößten Volkswirtschaft streiten, ist mit schwachem Wirtschaftswachstum zu rechnen. Auch in China, dem größten Rohstoffverbraucher der Welt, hat sich das Wachstum deutlich abgeschwächt. Das drückte besonders die Preise von Industriemetallen, aber auch Rohöl. In Europa belastet zudem die Schuldenkrise. Allerdings hatte es zuletzt auch wieder positive Konjunkturdaten gegeben, so dass manche Rohstoffanalysten vor allem den wachsenden Schwellenländern zutrauen, die Rohstoffnachfrage zu steigern und für höhere Preise zu sorgen.

„Der Beginn einer langfristigen Rally ist unwahrscheinlich“

Gleichzeitig führt die sehr lockere Geldpolitik der Notenbanken dazu, dass viele Investoren sich vor Geldentwertung fürchten und verstärkt auf Edelmetalle als Absicherung in Krisenzeiten setzen. Die Bestände der Gold-Produkte liegen mit 2630 Tonnen auf Rekordniveau, und die Wetten auf höhere Goldpreise nehmen zu. Auch Agrarrohstoffe verteuerten sich dieses Jahr erheblich (siehe Grafik). Das hatte mit niedrigen Lagervorräten und extremer Hitze - besonders in den Vereinigten Staaten - zu tun. Die Ernte fiel schlecht aus, die Preise kletterten.

Nach Einschätzung der Analysten der Bank of America werden im kommenden Jahr die Preise von Gold, Kupfer, Silber, Platin und Palladium die Preisentwicklung anderer Rohstoffe übertrumpfen - in Zeiten, in denen Anleger alternative Anlageformen suchen, um sich gegen die möglichen negativen Folgen der Notenbank-Politik zu wappnen. Das Jahr 2012 sei herausfordernd für Rohstoffanleger gewesen, heißt es in einer Studie der Schweizer Bank Credit Suisse. „Es gab große Preisschwankungen, aber auf Jahressicht sind die Rohstoff-Indizes beinahe unverändert.“ Zwar habe sich die Konjunkturlage verbessert, in den kommenden Wochen könnten die Preise deshalb zulegen, „doch der Beginn einer langfristigen Rally ist unwahrscheinlich“. Die Analysten der DZ Bank geben sich hingegen ein wenig optimistisch. Sie urteilen, dass im kommenden Jahr „vor allem das Konjunktur-Comeback in China sich als wesentlicher Preistreiber erweisen wird“. Deshalb sollten Basismetalle profitieren.

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 17.12.2012, 17:30 Uhr


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