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NE-Metalle Preisanstieg bei Palladium Vorbote einer neuen Hausse?

10.11.2005 ·  Der Preis für Palladium wird im nächsten Jahr um 21 Prozent steigen, weil die chinesische Schmuck- und die Automobilindustrie das Edelmetall stärker nachfragt, prognostiziert der Regierungsberater Peking Antaike Information Development.

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Die Feinunze Palladium dürfte im nächsten Jahr im Schnitt 230 Dollar kosten, gegenüber 190 Dollar in diesem Jahr, sagte Jin Xiangyun, Analystin bei Peking Antaike Information Development der Nachrichtenagentur Bloomberg. Antaike ist die Marktforschungsgesellschaft der China Nonferrous Metals Industry Association, dem Branchenverband für Nicht-Eisen-Metalle in China.

Trifft dies zu, würde dies bedeuten, daß die seit Mitte September anhaltende Hausse bei dem Metall von Dauer sein könnte. Im Durchschnitt betrug der Preis für Palladium in diesem Jahr 192,80 Dollar je Feinunze. Noch im Juli erreichte der Preis bei 175 Dollar fast das Zwei-Jahres-Tief von 173 Dollar von Ende 2004. Doch seit September ist der Preis von 180 Dollar auf 244 Dollar an der Forex hochgelaufen - eine satte Steigerung von 35 Prozent. So hoch wurde das Metall seit Juni 2004 nicht mehr gehandelt.

Chinesen mögen Palladiumschmuck

Platin wird dagegen zum vierfachen Preis gehandelt. Da die beiden Metalle chemisch recht ähnlich sind, läßt sich das teure Platin unter Umständen durch preiswerteres Palladium ersetzen. 60 Prozent der Verwendung macht die Produktion von Autokatalysatoren aus, Palladium wird auch in der Elektronikindustrie verarbeitet.

Analystin Jin geht davon aus, daß die Nachfrage der chinesische Automobilindustrie nach Palladium weiter steigen wird. China kontrolliere zum einen die Emissionswerte für Autoabgase stärker, zum anderen habe es begonnen, Katalysatoren im eigenen Land herzustellen. „Der Ausblick ist sehr positiv, da einige europäische Unternehmen eine neue Technologie entwickelt haben, die es ermöglicht, die Metalle auszutauschen“, sagte Jin.

Die Nachfrage für Schmuck, wo Palladium in der Weißgoldlegierung verwendet wird, dürfte 2005 aufgrund der starken Nachfrage aus China um 43 Prozent steigen, wie die das Beratungsunternehmen GFMS mitteilt. „Das enorme Potential, das Palladium in der chinesischen Schmuckherstellung hat, wird das Vertrauen gegenüber dem Palladiummarkt deutlich erhöhen. Und mehr Hedge Fonds werden sich für Palladium interessieren“, sagt Analystin Jin, die den Palladiumhandel seit 2001 beobachtet.

Auch Platin steigt weiter

Schmuck mit Palladiumanteil wurde in China erstmals Ende 2003 auf den Markt gebracht. Jin schätzt, daß die Palladiumimporte 2005 zum ersten Mal die Importe von Platin übersteigen. Außerdem dürfte sich der Preis für Palladium bis 2008 mehr als verdoppeln.

Der teilweise Ersatz von Platin durch Palladium dürfte dazu führen, das der Platinpreis 2006 auf durchschnittlich 750 Dollar je Unze fällt, nach 850 Dollar in diesem Jahr, erwartet Antaike. Aktuell notiert Platin bei 955 Dollar je Unze.

Indes scheinen nicht alle Anleger gleichermaßen überzeugt zu sein. Denn parallel zum Palladiumpreis steigt auch der von Platin weiter, im selben Zeitraum zwar nur um vier Prozent, doch der Aufwärtstrend bleibt bestehen. Daß Platin langsamer steigt, kann nicht verwundern. Denn die Hausse hält nunmehr seit vier Jahren an. In diesem Zeitraum stieg der Platinpreis um 129 Prozent, wohingegen Palladium im selben Zeitraum ein Minus von 45 Prozent eingefahren hat.

Die Story ist nicht neu

Und den Katalysator-Effekt haben andere Experten schon früher prognostiziert - technisch passiert ist nichts. Der belgische Chemiekonzern Umicore hat die Existenz einer solchen Technik bereits vor anderthalb Jahren bekannt gegeben. Palladium stieg scharf um 100 Dollar auf ein bis heute gültiges Drei-Jahres-Hoch von 332,50 Dollar.

Denn die Marktreife der Technik ist strittig. Die Deutsche Bank gibt dieser erst mittelfristig Chancen und nennt vor allem die Jahre 2010/2011 als Zeitpunkt. Auslöser könnte die dann fällige Euro 5-Norm sein, durch die Schadstoffe weiter reduziert werden sollen. Dann hätte Palladium einen technischen Vorteil, weil es mit einer Belastbarkeit bis zu 950 Grad die für die Emissionsreduktion notwendigen Temperaturen besser aushält.

Der Preisanstieg bei Palladium könnte sich also auch wieder als kurzlebig erweisen - und vielleicht will China ja nur den hohen Platinpreis drücken, weil es Platin für die Katalysatorenproduktion benötigt. Wer also auf Palladium setzen will, sollte dies mit gebotener Vorsicht tun.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho mit Material von Bloomberg
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