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Nach Griechenlands Hilferuf Griechenland-Deal entlastet den Euro nicht

03.05.2010 ·  Wenn die europäische Lösung für die so genannte „Griechenlandkrise“ dazu gedacht gewesen sein sollte, die Finanzmärkte zu beeindrucken, so würden solche Erwartungen enttäuscht werden. Der Euro tendiert eher leichter als stärker.

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Wenn die europäische Lösung für die so genannte „Griechenlandkrise“ dazu gedacht gewesen sein sollte, die Finanzmärkte zu beeindrucken oder gar zu einer massiven Gegenbewegung zu den Spekulationen der vergangenen Wochen und Monate zu bewegen, so würden solche Erwartungen weitgehend enttäuscht werden.

Die Kurse griechischer Staatsanleihen erholen sich zwar etwas und ihre Renditen sinken. Überzeugend oder gar beeindruckend jedoch sieht das nicht aus. Die Kurse am Devisenmarkt dagegen bewegen sich kaum. Der Euro liegt mit 1,3180 Dollar nahe am tiefsten Kursniveau der vergangenen zwölf Monate.

Eindeckung verkaufter Euro-Positionen bleiben aus

Wären die angestrebten Maßnahmen der europäischen Staaten und damit auch das angekündigte „Gesetz zum Erhalt der Stabilität der Währungsunion“ auch nur in Ansätzen überzeugend, müsste es am Devisenmarkt zur Eindeckung leer verkaufter Euro-Positionen kommen. Das jedoch ist nicht absehbar, obwohl der Marktteilnehmer sich zumindest an den offiziellen Terminmärkten sehr stark gegen den Euro, das britische Pfund und neuerdings auch gegen den Yen positioniert haben.

Die Währungsstrategen der UBS machen mehrere Ursachen dafür verantwortlich. Erstens gebe es noch einige administrative Hürden zu überwinden. Dazu zähle unter anderem die Zustimmung zu dem in Deutschland notwendigen und angekündigten Gesetz. Zweitens sei noch nicht klar, wer welchen Anteil an den versprochenen 110 Milliarden Dollar Hilfe - diese Summe entspreche etwa 45 Prozent des griechischen Bruttoinlandsproduktes und sei absolut betrachtet sehr groß - aufbringen werde. Drittens stelle sich die Frage, bei welcher Größe künftig die Grenze für mögliche Hilfsmaßnahmen gezogen werde.

Viertens werde die Europäische Zentralbank durch die Krise in den wirtschaftliche schwachen Staaten in Europas Südkorridor in ihrer Handlungsmöglichkeiten beschränkt und könnte gezwungen werden, die Zinsen länger als geplant tief zu halten. Die Zinserwartungen könnten sich zu Lasten des Euro entwickeln. Alleine schon die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, griechische Staatsanleihen ungeachtet aller Ratingeinstufungen als Sicherheiten zu akzeptieren, lasse Zweifel an ihrer Unabhängigkeit aufkommen. Fünftens hätten die europäischen Institutionen angesichts der zögerlichen oder gar widersprüchlichen Reaktionen auf die Krise generell an Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Viele Zweifel am „Griechenland-Deal“

Sechstens bestehe das Risiko, dass es in einzelnen europäischen Staaten zu institutionellen Klagen gegen die getroffenen Maßnahmen kommen werde. Immerhin verstärkten sie die „moralische Versuchung“ in anderen Staaten, die fiskalische Disziplin schleifen zu lassen. Während die „Rettung Griechenlands“ die Lage kurzfristig etwas beruhigen könne, nähme die Wahrscheinlichkeit für die Insolvenz eines europäischen Staates mittel- und langfristig eher zu als ab. Letztlich gebe es auch Umsetzungsrisiken. Es sei alles andere als sicher, ob Griechenland die notwendigen Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen auch tatsächlich einbringen können werde.

Aus diesem Grund laste das Risiko einer Schuldrestrukturierung weiterhin über Europa. 90 Prozent der griechischen, portugiesischen und spanischen Staatsanleihen im Wert von 1,4 Billionen Dollar würden von europäischen Banken gehalten. Vor allem von deutschen und französischen. Aus diesen Gründen raten die Währungsanalysten der UBS ihren Kunden dazu, den Euro bei Erholungsansätzen zu verkaufen. Ähnliche Strategien verfolgen auch die Analysten anderer Banken, zum Beispiel jene der BNP Paribas.

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