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Veröffentlicht: 04.12.2012, 16:00 Uhr

Münzen, Barren, ETC Gold bleibt Anlegers Liebling

Das Edelmetall verteuert sich schon das zwölfte Jahr in Folge, auch wenn der Aufwärtstrend zuletzt Schwung verloren hat. Die Furcht vor Geldentwertung steigert die Nachfrage nach Münzen, Barren und mit Gold hinterlegten Wertpapieren.

© AFP Goldige Barren

Kaum eine Rohstoffgruppe ist bei Anlegern so begehrt wie die Edelmetalle. Egal ob Gold und Silber oder Palladium und Platin: Viele Investoren stürzen sich geradezu auf sie. Kein Wunder, dass die Edelmetalle gefragt sind: In Zeiten hoher Staatsverschuldung in vielen Ländern und einer lockeren Geldpolitik der Notenbanken fürchten viele Anleger um die Stabilität ihres Geldes. Sie suchen Sicherheit und wählen daher allem voran Gold als Werterhalt. Gold gilt als Krisenwährung und hat bezüglich der Wertentwicklung in den vergangenen Jahren die Anleger nicht enttäuscht. Der Preis steigt das zwölfte Jahr in Folge.

Franz Nestler Folgen:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Gold zu investieren: Münzen und Barren, aber auch Zertifikate und andere Wertpapiere, die den Preis abbilden und in der Regel mit dem Metall hinterlegt sind. Beliebt sind Exchange Traded Commodities (ETC). Dabei handelt es sich um börsengehandelte Wertpapiere, die meistens mit dem jeweiligen Rohstoff abgesichert sind. Sie bilden also nicht nur die Preisentwicklung am Terminmarkt ab, der Anbieter kauft das Metall physisch. Das ist für den Fall wichtig, dass der Anbieter eines solchen Finanzproduktes insolvent werden sollte.

Gold-ETC sind bei Anlegern beliebt

Schon seit Monaten wächst das angelegte Vermögen in den ETC. Mehrere Wochen in Folge wurden sogar neue Höchststände erreicht. Allein seit einem Jahr haben die Gold-ETC von ETF Securities, dem größten Anbieter solcher Wertpapiere in Europa, Zuflüsse in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar verzeichnet. Etwa 20 Milliarden Dollar sind allein in Gold-ETC von ETF Securities angelegt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat errechnet, dass die weltweit mit Gold hinterlegten Gold-Produkte 2622 Tonnen Gold angehäuft haben. Zum Vergleich: Die auf der Welt geförderte Menge Gold pro Jahr liegt bei rund 2700 Tonnen. Die Gesamtnachfrage beträgt etwa 4000 Tonnen. Die Differenz wird durch Recycling gewonnen.

Infografik / Die größten Goldreserven der Welt © F.A.Z. Vergrößern

Für Anleger, die auf die Preisentwicklung von Gold setzen wollen, kann es Sinn haben, solche Produkte zu kaufen. Sie sind relativ einfach handhabbar und machen keinen eigenen Tresor nötig, um Münzen und Barren zu lagern. Allerdings besteht in dem Trend, Goldfonds zu kaufen, auch eine Gefahr: Die Anleger treiben mit ihren Käufen zwangsläufig die Goldpreise. Kritiker weisen daher darauf hin, dass es vorrangig die Anleger sind, die aus Furcht vor Geldentwertung immer mehr von dem Metall kaufen, um ihre eigenen Goldprodukte abzusichern. Wenn sich die Goldnachfrage allerdings abschwächen sollte, weil die Sorgen wegen Schuldenkrise und Geldwertstabilität abnehmen, käme eine große Menge Gold auf den Markt. Die Folge: Die Preise würden rasch sinken.

Keine Zinsen, keine Rendite

Einer der Nachteile des Goldinvestments ist, dass die Anleger lediglich über Preissteigerungen profitieren können. Gold wirft keine Zinsen ab und liefert auch keine Rendite wie Aktien. Auch sollten Privatanleger die Währungseffekte beachten, da Rohstoffe wie Gold primär in amerikanischen Dollar gehandelt werden.

Infografik / Verkäufe und Käufe der Zentralbanken © F.A.Z. Vergrößern

Doch trotz mancher Nachteile vertrauen nicht nur viele Privatanleger, sondern auch Großinvestoren weiterhin auf einen steigenden Goldpreis. Das lässt sich zum Beispiel am Terminmarkt an der Zahl der Netto-Long-Positionen - also den Wetten auf steigende Preise - erkennen. Während zum Jahresanfang nur etwa 160 000 solche Kontrakte abgeschlossen waren, sind es nun mit 240 000 fast 50 Prozent mehr. Auch andere Edelmetalle gewannen zuletzt deutlich. So wurden bei Silber diese Positionen um 20 Prozent erhöht, bei Palladium sogar um 26 Prozent. Allerdings schwanken diese Preise in der Regel stark.

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