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Malaysia Überraschende Zinserhöhung stärkt den Ringgit

04.03.2010 ·  Die malaysische Zentralbank Negara Malaysia hat am Donnerstag überraschend den Leitzins von 2 auf 2,25 Prozent erhöht. Der Ringgit legt daraufhin leicht gegen Euro und Dollar zu und setzt damit die Erholungsbewegung fort.

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Die malaysische Zentralbank Negara Malaysia hat am Donnerstag überraschen den Leitzins von zwei auf 2,25 Prozent erhöht. Der Ringgit legte daraufhin leicht gegen Euro und Dollar zu und setzte damit die Erholungsbewegung fort, mit der er sich von den massiven Kursverlusten rehabilitiert, die er im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise hatte hinnehmen müssen.

Nach knapp 3,73 sind im professionellen Handel inzwischen noch 3,36 Ringgit nötig, um einen Dollar erwerben zu können. Das entspricht einer Aufwertung von fast zehn Prozent. Gegen den Euro wertete die Währung seit Ende des vergangenen Jahres beinahe zehn Prozent auf auf zuletzt 4,5959 Ringgit je Euro. Der Kurs befindet sich inzwischen wieder nahe an der unteren Grenze der volatilen Seitwärtsbewegung, in der er sich seit beinahe sieben Jahren befindet.

Zentralbank ist überaus wirtschaftsoptimstisch

Die Zentralbank begründet die Zinserhöhung damit, dass sich die Wirtschaft des Landes auf einem robusten Erholungspfad befinde. Sie geht optimistischerweise davon aus, dass sie sich weiter erholen wird, nachdem sich die externen Einflussfaktoren weiterhin verbesserten. Insgesamt gebe es keine Gründe mehr dafür, die Zinsen auf dem extrem tiefen Niveau von zwei Prozent zu halten. Das für die Geldpolitik entscheidende Gremium der Zentralbank habe beschlossen, die monetären Bedingungen zu normalisieren. Sie seien auch nach der Zinserhöhung stimulativ.

Diese Formulierung deutet weitere Zinserhöhungen an. Tatsächlich viele Analysten mit weiteren Zinserhöhungsschritten. Die der ANZ-Bank sehen den Leitzins Ende des Jahres bei 2,75 Prozent liegen. Malaysia beginne mit der Straffung zwar nach China, Indien, Vietnam und Australien, allerdings früher als bisher erwartet, erklärt Rohit Arora von Morgan Stanley. Das sei ein „signifikantes“ Ereignis.

Die Daten der vergangenen Monate zeigen, dass sowohl Industrieproduktion als auch die produzierenden Unternehmen wieder positive Wachstumsraten verzeichnen, wenn auch möglicherweise auf tiefem Niveau. Gleichzeitig hat das Land auch eine kurze deflationäre Phase überwunden, in der die Inflationsrate negativ war. Im Januar des laufenden Jahres lag die Inflationsrate bei 1,3 Prozent, das Geldmengenwachstum betrug 7,9 Prozent, während die Arbeitslosenquote im vierten Quartal des vergangen Jahres bei 3,5 Prozent lag.

Das kleine Land mit einer Bevölkerung von etwas mehr als zehn Millionen Personen hat den Vorteil, dass die Wirtschaft des Landes vergleichsweise breit diversifiziert ist und dass es den Eigenbedarf an Energie selbst decken kann. Es ist gut in den Welthandel eingebunden und erzielt im Außenhandel Überschüsse. Die wesentlichen Handelspartner sind Singapur, China, die Vereinigten Staaten, Japan, Thailand, Taiwan, Südkrorea, Indonesien und im Importbereich auch Deutschland.

Auslöser für einen Zinserhöhungszyklus in der Region

Malaysia profitiert im Moment von den globalen Wirtschaftsstimulierungsmaßnahmen, vor allem auch in China. Zudem hat es seine Währung auf dem schwachen Niveau gehalten, aus das sie im Rahmen der Asienkrise vor etwas mehr als zehn Jahren gefallen war. Insgesamt kann es diesen Wettbewerbsvorteil nutzen.

Genau dieser Effekt hat zusammen mit der allgemeinen Schwellenländereuphorie dazu beigetragen, dass sich die Börse des Landes mit einem Plus von mehr als 50 Prozent von den Kursverlusten der Krise beinahe vollständig erholt hat. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis von 19 sind sie allerdings inzwischen etwas teuer geworden.

Bei anhaltendem Wirtschaftsoptimismus und mit zunehmenden Inflationsproblemen - die Inflationsrate in Indien liegt bei 15 Prozent, in Pakistan bei 14 Prozent, in Vietnam bei 8,5 Prozent, in Sri Lanka bei knapp sieben Prozent und in China wird sie durch administrierte Preise und undurchsichtige Statistiken tief gehalten - in der Region dürfte der Druck zu restriktiveren Geldpolitiken in der Region weiter zunehmen und die Währung sich weiter erholen lassen. Allerdings nur, wenn die Nachfrageschwäche aus den Industriestaaten nicht doch noch durchschlagen sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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