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Malaysia Asiatische Währungen haben Auftrieb

29.03.2010 ·  Asiatische Währungen zeigen sich schon seit Monaten relativ stark. Sie profitieren von Wachstums- und Zinserwartungen. Diese ziehen internationales Kapital an. Ein Prozess, der sich selbst verstärkt.

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Der Kursrückgang des Euro gegen den Dollar sorgte in den vergangenen vier Monaten für Schlagzeilen, nachdem zuvor noch die meisten Währungsanalysten mit einer weiteren Aufwertung der europäischen Einheitswährung gerechnet hatten. Viele redeten plötzlich von einer schwachen europäischen Währung, obwohl sie gerade einmal einen Teil ihrer Überbewertung verloren hat.

Der Euro geriet aufgrund seiner strukturellen Probleme in die Defensive. Sie ergeben sich aus der Tatsache, dass Europa zwar eine einheitliche Geldpolitik hat, jedoch keinen Koordinationsmechanismus auf wirtschafts- und fiskalpolitischer Seite. Das wurde und wird von den Rentenmarktanlegern einfach ignoriert. In der Folge konnten und können sich Staaten wie Griechenland, Italien, Spanien und Portugal zu vergleichsweise günstigen Konditionen an den Rentenmärkten refinanzieren, obwohl sie sich weder wirtschafts- noch finanzpolitisch sonderlich solide verhalten und entwickeln.

Währungen Asiens tendieren zur relativen Stärke

Der Dollar dagegen profitiert von der relativen Schwäche des Euro und weniger von der eigenen Stärke. Interessanter sind dagegen die Währungen der asiatischen Staaten. Dort machen sich vielfach die Folgen der Stimulierungsprogramme und der Interventionen der Vergangenheit in Form steigender Inflationsraten bemerkbar. In der Folge rechnen die Märkte mit strafferen Geldpolitiken der Zentralbanken und mit der zunehmenden Bereitschaft, die in der Vergangenheit künstlich geschwächten Währungen aufwerten zu lassen. Der grundsätzliche Aufwertungsdruck ergibt sich aus den Überschüssen, die in der Regel im Außenhandel erwirtschaftet werden. Das führt dazu, dass die Nachfrage nach den Währungen im internationalen Geschäft stärker steigt als das Angebot.

Die mögliche Bereitschaft, stärkere Währungen zuzulassen, ergibt sich sowohl aus den zunehmenden Diskussionen, die sich aus den Interventionen der Vergangenheit ablesen lassen. Sie führten zu zum Teil rasant zunehmenden Währungsreserven, die im Kern als Indikatoren für die protektionistische Beeinflussung von Wechselkursen gelten können. Die Aufwertung einer Währung kann jedoch auch helfen, inflationären Tendenzen geldpolitisch zu begegnen. Denn je stärker eine Währung ist, desto günstiger werden importierte Waren und Dienstleistungen.

Aufwertungsdruck geht zudem vom hohen Risikoappetit der internationalen Anleger aus. In einem Umfeld mit extrem niedrigen Zinsen und verhaltenen Wachstumserwartungen in den Industriestaaten schichten sie ihre Mittel auf der verzweifelten Suche nach interessanten Renditen in die Schwellenländer um. Deren Wachstum soll sich von jenem der Industriestaaten abkoppeln und für überdurchschnittliches Wachstum und Gewinnentwicklungen sorgen, so die etablierte Konsenserwartung.

Sie sind bei internationalen Anlegern beliebt

Ob diese Rechnung aufgehen wird, dürfte sich erst noch zeigen müssen. Immerhin waren viele Schwellenländer in der Vergangenheit direkt oder indirekt vom Export von Produkten in die Industriestaaten abhängig. Dort jedoch sind Konsumenten und Regierungsbehörden vielfach so stark verschuldet, dass weiteres Nachfragewachstum kaum noch vorstellbar ist.

Tatsache ist jedoch, dass sich Währungen wie der malaysische Ringgit, der kolumbianische und der mexikanische Peso, die indonesische Rupie, der thailändische Bahrt und nicht zu letzt auch die indische Rupie in den vergangenen Wochen noch deutlicher als der Dollar gegen den Euro erholt haben. Manche der Währungen arbeiten aus technischer Sicht sogar am Bruch der langfristigen Abwertungstrends gegen den Euro. Sollten sie im Rahmen anhaltend optimistischer Stimmung gebrochen werden, würde das mit großer Wahrscheinlichkeit zu weiterem Aufwertungsdruck auf die Währungen führen, da das Anleger zu weiteren Investitionen verleiten könnte.

Allerdings gehen diese damit immer größere Risiken ein. Denn erstens ist die Konsenserwartung in Bezug auf Asien zu ausgeprägt. Zweitens ist der gegenwärtige Optimismus auf geld- und fiskalpolitische Sonderbedingungen zurückzuführen, die mittel- und längerfristig nicht zu halten sind. Drittens sind die Rentenmärkte massiv überbewertet. Aufgrund staatlicher Interventionen scheinen sie Bonitätsrisiken von Staaten, kommunalen Geldbilden und verschiedenen Unternehmen nicht richtig einzuschätzen. Sollte es im Rahmen auslaufender staatlicher Interventionen an den Rentenmärkten zu einer Korrektur der Erwartungen kommen, dürften die daraus resultierenden Turbulenzen auch an den Börsen und Währungsmärkten zu Gegenbewegungen zu den momentanen Trends führen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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