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Kurzfristige Spekulationen Für Anleger führen viele Wege zu fremden Währungen

Ein langfristiges Engagement ist auf dem Devisenmarkt nur selten lukrativ. Hebelprodukte sorgen für möglichst viel Kapital bei einer kurzfristigen Spekulation. Dazu bieten Anleihen einen zusätzlich Kupon.

© dpa Vergrößern Leicht unscharf: Die Vorhersage von Wechselkursen ist nicht auf Langfristigkeit angelegt

Wer in eine fremde Währung investieren will, sollte sich nicht allzu große Hoffnungen auf hohe Renditen machen. Die meisten Wechselkurse bewegen sich in einem relativ engen Band. So hat der Euro seit seiner Einführung im Hoch 1,60 Dollar gekostet, im Tief 82 Cent und aktuell gut 1,34 Dollar. Kursverdoppelungen oder Halbierungen kommen daher selbst in längerfristigen Anlagezeiträumen kaum vor. Für die langfristige Geldanlage eignen sich Währungen daher nicht. Kurzfristige Spekulationen mit Währungen sind hingegen beliebt, nicht zuletzt weil Devisen sehr rege gehandelt werden. Auch nutzen viele Anleger in diesem kurzfristigen Bereich Hebelpapiere, um aus einer geringen Kursbewegung möglichst viel Kapital zu schlagen.

Daniel Mohr Folgen:  

Die Möglichkeiten für den Anleger sind hierbei nahezu unbegrenzt. Wer sich zum Beispiel zum Euro eine Meinung gebildet hat, findet alleine bei der Deutschen Bank mehr als 8000 Währungszertifikate, die den Euro-Wechselkurs zu einer Fremdwährung als Basiswert haben. Mehr als ein Dutzend fremder Währungen stehen zur Auswahl. Der Anleger hat die Option, auf einen steigenden oder einen fallenden Wechselkurs zu setzen. Er kann dies mit sehr hohen Hebeln von zum Beispiel 100 tun. Er sollte sich jedoch stets des Risikos bewusst sein. Steigt der Wechselkurs um 1 Prozent in die gewünschte Richtung bewirkt ein Hebel von 100 eine Kurssteigerung um 100 Prozent. Der Hebel funktioniert aber auch in die Gegenrichtung, so dass bereits eine kleine Kursbewegung entgegen der erwarteten Richtung zu einem vollständigen Kapitalverlust führen kann.

Papiere aus Skandinavien, Australien oder Kanada

Neben dieser weitverbreiteten Möglichkeit der Währungsspekulation mit Hebelpapieren hat sich im Laufe der Finanzkrise aber auch eine immer größere Zahl von Anlegern insbesondere aus dem Euroraum für Fremdwährungsanlagen zur Vermögensdiversifikation interessiert. Sie sind nicht selten von der Furcht eines Zusammenbruchs des Euro-Währungssystems geleitet und wollen einen Teil ihres Vermögens in anderen Währungen halten, um die Verluste zumindest ein wenig zu reduzieren, sollte es tatsächlich zu einem Wertverfall des Euro kommen. Besonders gefragt sind dabei hierzulande Papiere aus den skandinavischen Ländern, aber auch aus rohstoffreichen Ländern wie Australien oder Kanada. So hat die KfW-Bankengruppe in den vergangenen Jahren vermehrt Fremdwährungsanleihen aufgelegt, zum Beispiel im August 2012 ein Papier in australischen Dollar unter

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der Wertpapierkennnummer (WKN) A1PG39. Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit sein eingesetztes Kapital in australischen Dollar zurück. Hat er ursprünglich 1000 Euro angelegt, können je nach Wechselkursentwicklung am Ende der Laufzeit daraus mehr als 1000 Euro geworden sein oder weniger. Zusätzlich gibt es einen Kupon von jährlich 3,75 Prozent. Die Laufzeit endet im August 2017.

Kursverlust berücksichtigen

Das Interesse der Anleger an Zinspapieren in fremden Währungen haben sich auch einige Unternehmen zunutze gemacht und Anleihen nicht mehr nur in Euro und Dollar aufgelegt. So hat BMW im vergangenen Jahr eine Anleihe in norwegischen Kronen unter der WKN A1GY33 begeben. Sie läuft noch bis Sommer 2015 und wird jährlich mit 3,5 Prozent verzinst. Am Montag notierte eine Anleihe mit 103 Prozent jedoch über pari. Die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert von 100 Prozent. Diesen Kursverlust sollten Anleger bei ihrer Entscheidung berücksichtigen. Wer jedoch eine sehr positive Meinung zur norwegischen Krone gegenüber dem Euro hat, kann die Kursverluste womöglich verschmerzen, rechnet er doch mit Währungsgewinnen der Anleihe.

Neben dem Anleihemarkt bietet auch der Aktienmarkt Chancen für Währungsgewinne. Wer die Aktien von einer Gesellschaft außerhalb des Euroraums kauft, kann bei Dividendenzahlungen und der Kursentwicklung auch von Währungsgewinnen profitieren. Am Aktienmarkt sollte der Anleger aber noch stärker als am Anleihemarkt von der gedeihlichen Entwicklung des Unternehmens überzeugt sein. Auch Anleger am Rohstoffmarkt sind gleichzeitig Währungsspekulanten, wird doch der maßgebliche Preis aller Rohstoffe in Fremdwährungen festgestellt. Wenig sinnvoll ist hingegen die Währungsspekulation durch den An- und Verkauf der Währung in Noten und Münzen. Daran verdient in der Regel nur die Bank.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 28.01.2013, 19:56 Uhr


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