21.02.2012 · Trotz Steuervergünstigung zahlen Autofahrer zunehmend mehr für den Kraftstoff. Nach Einschätzung von Branchenkennern liegt der Grund hierfür im Wachstum des Dieselmarktes.
Von Tim HöfinghoffFür Autofahrer, die Diesel in ihre Tanks füllen, ist es nur ein schwacher Trost: Der Dieselpreis hat noch keinen neuen Rekord erreicht. Doch der übliche Preisvorteil gegenüber Benzin nimmt in Zeiten hoher Spritpreise weiter ab. Superbenzin der Sorten E5 und E10 ist so teuer wie nie. Am Dienstag lag der E10-Preis mit 1,64 Euro je Liter im bundesweiten Durchschnitt weiterhin auf dem bisher höchsten Niveau. E5 kostete im Schnitt sogar 1,67 Euro je Liter - ebenfalls ein Höchstpreis. Der Dieselpreis liegt mit 1,53 Euro nur knapp unter dem Höchststand, der im Sommer 2008 erzielt worden war.
Diesel wird in Deutschland steuerlich begünstigt, der Unterschied zu E10 beträgt 22 Cent je Liter. Damit soll primär die Transportindustrie mit ihren Diesel-Lastern unterstützt werden. Auch für Privatleute, die lange Strecken fahren, kann ein Dieselfahrzeug lohnen. Allerdings sind die Kfz-Steuern für diese Fahrzeugtypen höher als für ein Benzinmodell.
Doch der zunehmend geringere Abstand zwischen Benzin- und Dieselpreis ruft Kritik des Automobilclubs ADAC hervor: „Die Herstellung eines Liters Benzin kostet ungefähr so viel wie für Diesel“, sagt ADAC-Kraftstoffexperte Jürgen Albrecht. Mit Blick auf den Steuervorteil für Diesel in Höhe von 22 Cent je Liter müssten die Preise an der Tankstelle auch um diesen Betrag auseinanderliegen. Doch der Unterschied beträgt lediglich 11 Cent. „Die Differenz von 11 Cent verdienen die Ölkonzerne, die von der Ölquelle bis zur Tankstelle stets mit sich selbst zusammenarbeiten“, sagt Albrecht. Die Mineralölindustrie hätte wegen der verschlechterten Gewinnaussichten am Benzinmarkt - die Benzinnachfrage stagniert in Westeuropa - die Möglichkeit, ihre Marktposition nun vor allem im Dieselgeschäft zu Lasten der Verbraucher auszuspielen. Die Mineralölwirtschaft argumentiert hingegen, dass die Beschaffungskosten für Produkte wie Diesel am Ölmarkt in Rotterdam erheblich zulegen würden.
Ob Benzin oder Diesel - Grund für die hohen Preise an der Tankstelle sind auf jeden Fall die hohen Ölpreise. Der Rohstoff ist nicht nur teurer, weil es Ängste um Versorgungsengpässe im Ölmarkt wegen des Atomstreits zwischen dem Westen und dem ölreichen Iran gibt. Auch die Nachfrage nach Öl in Asien ist hoch. Hinzu kommt die Stärke des Dollar gegenüber dem Euro in den vergangenen Monaten. Öl wird in Dollar gehandelt - legt die Währung zu, wird es für Verbraucher in Europa teurer. Auch die verbesserte Stimmung an den Finanzmärkten trägt zu höheren Ölpreisen bei.
Nach Einschätzung von Branchenkennern wie Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst (EID) hat der steigende Dieselpreis damit zu tun, dass „Diesel immer wertvoller wird“. Während Benzin in Europa reichhaltig vorhanden sei, wachse der Dieselmarkt. Allerdings würden die Raffinerien in Europa der Veränderung im Produktmix - also weniger Benzinbedarf und mehr Dieselnachfrage - nicht gerecht. Die Folge: „Europa muss immer mehr Diesel, aber auch Heizöl und Kerosin vor allem aus Osteuropa importieren.“ Auch beim ADAC heißt es, dass Diesel begehrter werde. So nehme der Anteil der Dieselfahrzeuge hierzulande zu. Und der Lkw-Verkehr, der Diesel nutzt, hat trotz Schuldenkrise und Konjunktursorgen keine großen Rückgänge in Europa zu verzeichnen. „Der Transport auf der Straße und damit der Dieselverbrauch wird langfristig zunehmen“, sagt EID-Fachmann Wiek. Damit, so seine Einschätzung, werde auch Diesel eher teurer.
Herr Mahler und Herr Aduro
Michael Scheffler (Striesner)
- 23.02.2012, 14:36 Uhr
Jede noch so detaillierte Begründung für Kraftstoffpreise ist
das Papier nicht wert
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 22.02.2012, 17:38 Uhr
Hohe Steuern auf Mineralöl zahlen,welches mit DM billiger
wäre,um den Euro zu retten...
A. Loha (aloha77)
- 22.02.2012, 16:59 Uhr
Grr; Ölnteile die sich zu Diesel und Benzin verarbeiten lassen sind
FIX; Dieselwahn erhöht Nachfrage
Enzo Aduro (EnzoAduro)
- 22.02.2012, 15:28 Uhr
Der Verbraucher als Melkkuh der Mineralgesellschaften und des Staates
Herbert Sax (H.Sax)
- 22.02.2012, 12:04 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |