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Konjunkturoptimismus Australischer Dollar geht durch die Decke

08.10.2009 ·  Der australische Dollar geht förmlich durch die Decke. Er profitiert von Zinserhöhungserwartungen, steigenden Energie- und Rohstoffpreisen und davon, dass in Australien im September die Anzahl der Erwerbstätigen überraschend zugenommen hat.

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Der australische Dollar geht förmlich durch die Decke. Nachdem er in den vergangenen Monaten schon von den inzwischen bestätigten Zinserhöhungserwartungen und den wegen der extrem lockeren Geldpolitiken weltweit rasant steigenden Energie- und Rohstoffpreisen profitiert hatte, legt er alleine am Donnerstag gegen den amerikanischen Dollar etwas mehr als 1,8 Prozent zu auf zuletzt 90,44 amerikanische Cents.

Selbst gegen den aufgrund der allgemeinen Dollarschwäche ebenfalls sehr starken Euro wertet die australische Währung etwas mehr als ein Prozent auf auf 61,2 europäische Cent je australischem Dollar beziehungsweise auf 1,6340 australische Dollar je Euro.

In Australien hat im September die Anzahl der Erwerbstätigen überraschend zugenommen

Die allgemeine Europhorie leitet sich nicht nur aus der amerikanischen Dollarschwäche und steigenden Rohstoffpreisen ab, sondern die optimistischen Erwartungen werden getrieben vom aktuellsten Arbeitsmarktbericht Australiens. Danach hat die Anzahl der Erwerbstätigen im September überraschenderweise nicht etwa leicht abgenommen, sondern um knapp 41.000 zugenommen. Das heißt die sowieso schon präsenten Spekulationen zusätzlich an, die australische Zentralbank werde den Leitzins in den kommenden Monaten weiter nach oben nehmen, nachdem sie ihn am Dienstag - nicht ganz überraschend - schon um 25 Basis- oder 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent angehoben hatte.

RBA-Gouverneur Glenn Stevens deutete in seinem Begleittext an, diese Zinsstraffung könne der erste Schritt eines Erhöhungszyklus sein könnte, um das Zinsniveau zu normalisieren. Im Herbst 2008 und Frühjahr 2009 seien die Zinsen in Erwartung einer sehr schwachen Wirtschaft und beträchtlichen Abwärtsrisiken gesenkt worden. „Die Basis für ein solch niedriges Zinsniveau ist nun nicht mehr gegeben“, erklärte der Währungshüter.

Die Inflation werde auf kurze Sicht zwar wegen einer moderaten Lohnentwicklung und der nachwirkenden Basiseffekte aus dem Rohstoffbereich weiter fallen. Allerdings nicht so stark wie angenommen, heißt es weiter von Seiten der Zentralbank. Zusammen mit Wachstums- und Inflationserwartungen, die nahe am Trend und der Zielzone lägen, werde die lockere Geldpolitik hinfällig.

Das Land bietet im internationalen Vergleich Zinsvorteile

Mit 4,16 liegt der australische Drei-Monatszins international betrachtet auf sehr hohem Niveau und lockt die so genannten Carry Trades ebenso an, wie die Rendite der Staatsanleihen des Landes. Sie liegt mit 5,23 Prozent weltweit ebenfalls weit vorne. Allerdings dürften sich Anleger bei Papieren mit längeren Laufzeiten zögerlich verhalten, da ihre Preis und Renditen sensitiv auf Änderungen in der Zinslandschaft reagieren.

Grundsätzlich ist es jedoch für internationale Anleger reizvoll, sich bei hohem Risikoappetit in optimistischer Stimmung in abwertenden Währungen mit niedrigen Zinsen - wie dem amerikanischen Dollar - zu verschulden um die erlösten Mittel in aufwertenden Währungen - wie dem australischen und dem Neuseeländischen Dollar - mit einem deutlichen Zinsvorteil zu investieren. Was will man mehr, als eine Kombination zwischen Zinsvorteil und Währungsgewinnen? Da „Spiele“ dieser Art unter Anlegern immer populärer werden, entwickeln sie nicht selten eine Eigendynamik und führen zu raschen, starken Wechselkursbewegungen.

Kleine Staaten, wie Neuseeland, sind dem relativ wehrlos ausgeliefert, obwohl eine stark aufwertende Währung wirtschaftliche Erholungstendenzen rasch abzuwürgen drohen. Allerdings sind solche Tendenzen die Kehrseite einer opportunistischen Zins- und Wechselkurspolitik, die nicht selten auf kompetitive Abwertungen setzt, um die Exportwirtschaft zu stimulieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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