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Kompetitive Abwertung Schwedische Krone auf Rekordtief zum Euro

27.02.2009 ·  Seit dem offensichtlichen Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise Mitte des vergangenen Jahres zeigten sich die Effekte auch an der Kursentwicklung der schwedischen Krone. Sie wertet sowohl gegen den Dollar als auch gegen den Euro massiv ab.

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Seit dem offensichtlichen Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise Mitte des vergangenen Jahres zeigten sich die Effekte auch an der Kursentwicklung der schwedischen Krone.

Sie durchbrach ihren langjährigen Aufwertungstrend gegen den Dollar und wertete inzwischen 35 Prozent gegen dei amerikanisdche Währung ab. Inzwischen sind 9,05 Kronen nötig, um einen Dollar erwerben zu können. Noch im April des vergangenen Jahres waren dafür gerade einmal 5,85 Kronen nötig gewesen.

Schwedische Krone: Schwach gegen den Euro und den Dollar

Gegen den Euro ist der Kurs in den vergangenen Monaten von 9,28 auf zuletzt 11,47 Kronen je Euro gestiegen. Damit hat die schwedische Krone ihren Abwertungstrend fortgesetzt und ein neues Rekordtief gegen die europäische Einheitswährung markiert.

Der Grund liegt in der zyklischen Natur der schwedischen Volkswirtschaft, die sich in der Wirtschaftskrise in Form von schwachen Zahlen zeigt. Die Währung geriet am Freitag von Neuem unter Druck, nachdem Statistics Sweden bekannt gegeben hatte, die Wirtschaft des Landes sei im vierten Quartal des vergangenen Jahres um 4,9 Prozent geschrumpft. Damit fiel die Rezession doppelt so stark aus wie das, was viele Experten im Vorfeld der Veröffentlichung befürchtet hatten. Dagegen legten die Produzentenpreise im Januar mit plus 3,9 Prozent auf Jahresbasis stärker zu als erwartet.

Die Probleme der schwedischen Wirtschaft zeigen sich ein Beispielen wie der Insolvenz von SAAB, aber auch in Form von fallenden Gewinnen und wegbrechenden Aufträgen bei exportorientierten Unternehmen wie Alfa Laval, Scania, Volvo, Sandvik und anderen. Jedoch nicht nur die produzierenden Unternehmen dieser Art haben Probleme, sondern auch die Banken. Geraten sie alleine schon aufgrund der schwächer werdenden Binnenwirtschaft unter Druck, so hatten sie sich in den vergangenen stark im Ausland, vor allem jedoch auch in Mittel- und Osteuropa engagiert.

Schwache Binnenwirtschaft - großen Bankenrisiken in Osteuropa

So hat die Ratingagentur Moody's beispielsweise am Freitag die Kreditwürdigkeit der Swedbank von Aa3 auf A1 zurückgestuft, weil das Unternehmen stark in den kriselnden, hoch verschuldeten, von makroökonomischen Ungleichgewichten belasteten und inzwischen schrumpfenden baltischen Staaten engagiert ist. Standard and Poor's hatte die Kreditwürdigkeit der baltischen Staaten in dieser Woche auf „Junkstatus“ gesenkt und die Situation in Osteuropa insgesamt als krisenhaft bezeichnet.

Diese Gründe allein reichen schon aus, um die schwedische Währungen zu schwächen und um sie weiter in der Defensive zu halten. Dazu kommen jedoch auch noch massive Zinssenkungen der schwedischen Zentralbank. Sie hat den Leitzins mit massiven Schritten von 4,75 Prozent noch im Oktober des vergangenen Jahres auf zuletzt ein Prozent gesenkt. Der Blick auf die längerfristige Entwicklung der realen effektiven Wechselkurse zeigt, dass sie dazu tendiert, die eigene Wirtschaft merkantilistisch mittels kompetitiver Abwertung zu Lasten des Restes der Welt zu stützen, wenn es sein muss.

Die massiven Zinssenkungen der vergangenen Monate machen das mehr als deutlich. Aus diesen Gründen dürfte die Währung des Landes in einem hoch volatilen Umfeld ihre Kurstiefs noch nicht gesehen haben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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