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Industriemetalle Zinkpreis im spekulativen Hoch

24.04.2006 ·  Nach einer „Anlaufzeit“ von drei, vier Jahren befinden sich die Rohstoffmärkte in einer hoch spekulativen Phase. Das zeigt sich alleine schon an den Charts: Zink- und Kupferpreise sind in die Vertikale übergegangen.

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Nach einer „Anlaufzeit“ von drei, vier Jahren befinden sich die Rohstoffmärkte in einer hoch spekulativen Phase. Das zeigt sich alleine schon an den Charts.

So sind etwa die Preise für Kupfer oder Zink in die Vertikale übergangen. Solche Preiszuwächse ließen sich zwar schon in der Vergangenheit immer wieder beobachten. Allerdings lassen sie sich langfristig in der Regel nicht aufrechterhalten, sondern führen in der Folge immer wieder zu ebenso deutlichen Rückgängen. Wieso sollte es diesmal anders sein?

Schöne, neue Rohstoffwelt?

Es gibt zwar genügend Argumente, mit der sich eine „neue Rohstoffwelt“ begründen läßt. Allerdings sollte man als Anleger spätestens immer dann vorsichtig werden, wenn alle Welt ein neues Paradigma ausruft nach dem Motto „diesmal ist alles anders“, wenn ein bestimmtes Thema die Schlagzeilen der reißerischsten Postillen beherrscht, wenn eine Inflation an entsprechenden Zertifikaten auf den Markt kommt und wenn Banken und Fondsgesellschaften verzweifelt nach Analysten, Händlern, Fondsmanagern und sonstigen so genannten „Rohstoffexperten“ suchen.

Auch die spekulativen Positionierungen an den Terminmärkten und die starken Kursgewinne bei bisher völlig unbekannten, schnell auf den Markt gekommenen und vielfach von ebenso neuen Börsenbriefen wie etwa „Trendraketen.de“ gepriesenen Aktien sprechen nicht unbedingt für eine fundamental getriebene Entwicklung, sondern häufig für spekulatives „Gezocke“.

In diesem Sinne scheint eine gewisse Skepsis nicht schaden zu können. Es ist zwar unbestreitbar, daß viele Schwellenländer einen großen Nachholbedarf an Infrastrukturprojekten haben, die eine entsprechende Nachfrage auslösen mögen. Als Beweise dient immer wieder das rasante Wachstum Chinas. Allerdings sollte man auch bedenken, wie verschwenderisch China mit den Ressourcen umgeht, statt sie wirklich sinnvoll einzusetzen. Angesichts der jüngst vorgelegten Wachstumszahlen drängt sich auch die Vermutung auf, dort sei die Entwicklung im Investitionsbereich längst außer Kontrolle geraten.

Kommen günstigere Einstiegszeitpunkte?

Selbst der eigenen Regierung kommt sie nicht mehr geheuer vor. Alle Maßnahmen, die Entwicklung zu bremsen, scheinen nicht gefruchtet zu haben. Was passiert aber, wenn tatsächlich - wie vielfach vermutet - große industrielle Überkapazitäten aufgebaut worden sind und wenn gleichzeitig die internationale Nachfrage zurückgeht? Immerhin dürfte sich der amerikanische Konsum bei schwächelndem Häusermarkt und steigenden Zinslasten nicht ewig auf dem hohen Niveau halten zu lassen. In diesem Fall dürfte es für das chinesische Wachstum und indirekt auch für die Entwicklung an den Rohstoffmärkten kritisch werden. Denn in der spekulativ erhitzen Lage benötigt es nur einen geringen Impuls, um massive Korrekturen auszulösen.

Ähnliches gilt auch für die Minenwerte. Einerseits mögen sie zwar von den steigenden Preisen im Rohstoffbereich profitieren. Auf der anderen Seite steigen jedoch auch die Kosten rasant und können auf diese Weise die Margen untergraben. Insgesamt dürfte der Rohstoffsektor mittel- und langfristig den Anlegern gute Perspektiven bieten. Allerdings ist es fraglich, ob es künftig nicht bessere Einstiegsmöglichkeiten geben wird als derzeit. Was Volatilität bedeuten kann, hat sich in der vergangenen Woche am Silbermarkt gezeigt. Dort kam es innerhalb eines Tages zu Preisrückgängen von bis zu 20 Prozent. Der Markt ist eben nicht der liquideste.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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