27.12.2006 · Die Preisentwicklung bei Energie- und Rohstoffen sorgte in den vergangenen Jahren für Furore. Die genauere Betrachtung offenbart große Unterschiede: Der Nickelpreis hat sich mehr als verdoppelt, der Gaspreis hat sich halbiert.
Die Preisentwicklung bei Energie- und Rohstoffen sorgte in den vergangenen Jahren nicht nur Furore, sondern auch für eine Flut von neu auf den Markt kommenden Finanzprodukte. Fonds, Optionsscheine und viele andere Arten von allen nur denkbaren Zertifikaten auf alle möglichen Einzelgüter oder auf alle möglichen Kombination ließen kaum noch spekulative Wünsche offen.
Bleibt zu hoffen, daß die Anleger vor lauter Wald noch die Bäume sahen und auf die richtigen Produkte setzten. Blickt man auf die Preisentwicklung in den vergangenen Monaten, so hätten sie mit der Wette auf dustriemetalle goldrichtig gelegen. So bewegte sich der Rici Metals Total Return Index in den vergangenen Monaten nicht nur im Trend nach oben, sondern er hat sich auch verdoppelt.
Preise für Nickel und Zink haben massiv aufgelegt
Dagegen ging der Energieindex in eine Konsolidierungsphase über, während der Agrarindex erst vor wenigen Monaten aus seiner Seitwärtsbewegung ausbrechen und inzwischen deutlicher zulegen konnte. Das sind jedoch relativ grobe Beobachtungen.
Denn der Blick auf die einzelnen Bestandteile legt eine stark unterschiedliche Preisentwicklung offen. An der Spitze liegt seit Jahresbeginn der Preis von Nickel, der in Euro gerechnet satte 123 Prozent zugelegt hat. Der Zinkpreis legte um 95 Prozent zu, jener von Zinn knapp 54 Prozent und an vierter Stelle kommt bei den Metallen Blei mit einem Preiszuwachs von knapp 38 Prozent in Euro. Damit ist der Preis des Schwermetalls sogar noch stärker gestiegen als jener von Kupfer, da es dort zu einer Konsolidierungsbewegung nach deutlichen Preissteigerungen in den Vorjahren kam.
Zu massiven Preiszuwächsen kam es selektiv auch im Agrarsektor. Der Maispreis hat seit Jahresbeginn satte 61,5 Prozent zugelegt, gefolgt vom Raps mit einem Plus von knapp 46 Prozent, Orangensaft mit einem Plus von knapp 43 Prozent und Weizen und Gerste, deren Preise um 36,4 und 31,4 Prozent stiegen in Euro. Für die Preissteigerungen gibt es verschiedene Gründe.
Grundsätzlich steht im Hintergrund das hohe Preisniveau im Energiebereich. Es führt zu deutlich steigenden Produktionskosten, die sich in Form teuren Diesels und teurer gewordener Pflanzenschutz- und Düngemittel zeigen. Über die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit von und die Förderung der Herstellung alternativer Kraftstoffe kommt es auch zu direkten Verdrängungseffekten. So wird Mais inzwischen nicht mehr unbedingt für die Herstellung von Nahrungs- und Futtermittel verwendet, sondern wird immer öfter in Biogasanlagen zu Strom oder auch zu Biokraftstoffen umgewandelt.
Hohe Energiepreise haben direkt und indirekt Folgewirkungen
Das führt nicht nur bei den Produktionsflächen zu einem Verdrängungswettbewerb, sondern auch bei den Nahrungsmitteln. Aufgrund des hohen Maispreises wird man versuchen, auf andere Produkte auszuweichen und treibt auf diese Weise auch dort die Preise hoch. Das ist jedoch nicht alles. Denn auch Lagerbestände, das Wetter und nicht zuletzt der zunehmende Wohlstand bei anhaltendem Wirtschaftswachstum spielen eine Rolle. So sorgt die große Trockenheit in Australien in Verbindung mit abnehmenden Lagerbeständen bei Weizen für einen gewissen Auftrieb, während bei Orangen Unwetter und Schädlinge eine Rolle spielen.
Grundsätzlich dürfte die Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen in den kommenden Jahren mit zunehmendem Wohlstand in den Schwellenländern zunehmen. Denn wer mehr verdient, gibt auch mehr für Nahrungsmittel höherer Qualität aus. Im Unterschied zu Bodenschätzen kann allerdings das Angebot in diesem Bereich über eine bessere Flächenausstattung und verbesserte Technologien - Züchtung und Anbautechnik - relativ dynamisch ausgeweitet werden. Aus diesem Grund kommt es bei Agrargütern immer wieder zu zyklischen Preisschwankungen.
Das gilt zwar bis zu einem gewissen Grade auch für Bodenschätze. Allerdings sind dort die Zyklen deutlich länger. Denn es braucht sehr viel Zeit, bis neue Lagestätten gefunden und erschlossen werden können. Der grundlegende Unterschied ist jedoch die Tatsache, daß Bodenschätze nicht beliebig vermehrbar sind. So dürften ihre Preise langfristig nach oben tendieren, auch wenn kurzfristige Preisspitzen vor allem bei einer konjunkturellen Abschwächung „wegradiert“ werden könnten.
Den stärksten Preisrückgang gab es in den vergangenen Monaten bei Gas, bei Holz und nicht zuletzt auch bei Zucker. Bei Gas und Zucker dürfte eine vorhergehende Spekulationsblase korrigiert werden. Bei Holz macht sich sicherlich die schwache Baukonjunktur in den Vereinigten Staaten bemerkbar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |