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Industriemetalle Nickelpreis könnte sich wieder stabilisieren

25.07.2008 ·  Tief gefallen ist der Nickelpreis seit seinem Höhenflug des vergangenen Jahres. Doch die ersten Analysten sehen wieder Zeichen für eine Erholung heraufziehen.

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Die großen Zeiten der Industriemetalle sind vorbei. Die Preise einige dieser vor wenigen Monaten noch begehrten Rohstoffe sind deutlich gesunken, die Charts zeigen alle Merkmale einer geplatzten Blase.

Während sich die Preise für Aluminium und Kupfer seit Jahresbeginn immerhin noch seitwärts bewegen und sich der Bleipreis nach einem Sturz von mehr als 50 Prozent jüngst wieder erholen und Zink ein wenig stabilisieren konnte, stehen die Zeichen für Nickel weiter auf Baisse.

Nachfrage sinkt

Dem Edelmetall steht nunmehr der größte Wochenverlust der vergangenen vier Monate bevor. Der Preis der Tonne fiel auf 18.400 Dollar und damit den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren.Mit Riesenschritten nähert sich der Preis der Unterstützungszone bei 16.000 Dollar, der Spanne in der das Metall vor dem starken Preisanstieg gehandelt wurde.

Grund sind Nachrichten aus der Edelstahlbranche, die auf eine rückläufige Nachfrage aus dieser hindeuten. Immerhin stellt diese zwei Drittel der Gesamtnachfrage. So will die chinesische Shanxi Taigang den Nickelgehalt seiner Produkte trotz des deutlichen Preisrückgangs der vergangenen Monate weiter reduzieren.

Der weltweit viertgrößte Produzent von Edelstahl Outokumpu aus Finnland berichtet, dass Abnehmer den Kauf von Edelstahl in Erwartung weiterer Preisrückgänge und aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Bauindustrie aufschieben, eine Einschätzung, die Acerinox, der weltgrößte Hersteller, teilt. Zudem hat der größte asiatische Stahlproduzent Jinchuan die Preise um elf Prozent gesenkt.

Angebot steigt

Auch von der Angebotsseite kamen belastende Meldungen. So will der australische Bergbaukonzern Mirabela trotz des niedrigen Nickelpreises ab Mitte 2009 die Produktion in der Santa Rita Mine in Brasilien aufnehmen. Dort werden Nickelvorkommen in Höhe von 540.000 Tonnen vermutet. Obendrein stiegen die Lagerbestände an der Londoner Metallbörse erstmals seit Anfang Juni wieder an, nachdem diese seit Ende April um 17 Prozent zurückgegangen sind.

Analysten rechnen indes damit, dass die Korrektur langsam auslaufen könnte. Die Commerzbank hält die negativen Nachrichten auf dem gegenwärtigen Preisniveau für hinreichend eskomptiert und geht von einer baldigen Rückkehr des Preises in die Spanne zwischen 20.000 und 25.000 Dollar je Tonne aus, die sie als fundamental gerechtfertigt ansieht. Unterstützt werde dies dadurch, dass die chinesischen Exporte unverarbeiteten Nickels im Juni um 65,5 Prozent zurückgegangen seien.

Substitution beginnt sich nicht mehr zu rechnen

Charles Cooper, Bergbau-Analyst bei Evolution Securities weist darauf hin, dass de Nickelpreise nunmehr unter den Kosten für die Herstellung von niedrigqualitativen Nickelroheisen lägen. Dieses wurde vor allem in China als Alternative eingesetzt. Jetzt könnte die Produktion wieder zurückfallen.

Zwar hängt dies auch von innenpolitischen chinesischen Zwängen ab, konkret von der Auslastung der Hochöfen und den Folgen einer neuerlichen Umstellung auf den Nickelimport. Indes kann sich China die Importsubstitution nur bis zu einer gewissen Größe der Preisschere leisten. Seine alten Höchstpreise von bis zu 50.000 Dollar wird das Metall aber unter den gegeben Umständen wohl kaum wieder erreichen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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