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Industriemetalle Japan entdeckt seltene Erden in seinen Gewässern

Ein kommerzieller Abbau der neu entdeckten Vorkommen an Seltenen Erden könnte die japanische Industrie für 230 Jahre versorgen. Auch westliche Konzerne haben Interesse, um die Dominanz Chinas zu brechen.

© REUTERS Selten ist vor allem der Name: Hier Didymiumoxid

Japan ist in seinem Bestreben, von Importen seltener Erden aus China für seine Industrieproduktion unabhängiger zu werden, einen großen Schritt weitergekommen. Japanische Forscher haben nach eigenen Angaben ein gigantisches Reservoir von heißbegehrten seltenen Erden auf dem Meeresgrund vor dem Korallenriff Minamitorishima entdeckt.

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Die kleine Insel liegt rund 1860 Kilometer südlich der Hauptstadt Tokio und gehört zur japanischen Wirtschaftszone. Auf dem Grund des Pazifiks seien dort Seltene Erden in sehr hoher Konzentration gefunden worden, teilten die Behörde für Meeresbodenforschung und die Universität von Tokio mit.

Es reicht für 230 Jahre

Die jetzt entdeckten Seltenen Erden liegen nach Angaben der Wissenschaftler in einer Tiefe von 5800 Metern unter dem Meeresspiegel. Der Boden vor der Insel Minamitorishima enthält mindestens 17 verschiedene Metalle und weist eine 20 bis 30 Mal so hohe Konzentration wie die chinesischen Vorkommen auf. Die Insel, ein Korallenriff, habe die Form eines Dreiecks mit einer Länge von jeweils rund zwei Kilometern. Bislang haben dort Mitarbeiter des Wetterdienstes, aber auch Soldaten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte gearbeitet.

Infografik / Index für seltene Erden © F.A.Z. Vergrößern Kurs vom 3.1.2012 bis 22.3.2013

Die Menge der abbaufähigen Rohstoffe wird nach ersten Berichten auf 6,8 Millionen Tonnen geschätzt. Zum Vergleich: Aktuell werden weltweit jährlich etwa 130.000 Tonnen gefördert. Mit den nun entdeckten Vorräten würde der derzeitige Bedarf der japanischen Industrie für rund 230 Jahre abgedeckt werden.

Die Lagerstätten an Seltenen Erden liegen nach Angaben der Wissenschaftler nur drei Meter unter dem Meeresboden. Die hohe Konzentration würde es attraktiv machen, die Rohstoffe auch abzubauen, obwohl sie 5800 Meter unter dem Meeresspiegel lagern.

Neue Tiefen

Wie und zu welchem Preis die Rohstoffe geborgen werden könnten, ist nach den bisher bekannten Angaben allerdings noch unklar. Bisher sei kommerzieller Bergbau in Tiefen über 5000 Metern noch nie erfolgreich gewesen, hieß es dazu. Ohne Seltene Erden ist nahezu kein modernes Technologieprodukt denkbar, sie sind in Bildschirmen von Handys und Fernsehern verbaut genauso, wie sie in Batterien Verwendung finden. Schon in den sechziger Jahren wurden Seltene Erden in Röhrenfernsehern eingebaut, um die Farbe Rot zu erzeugen

Auch die deutsche Industrie braucht diese Rohstoffe. So hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang des vergangenen Jahres Reisen nach Kasachstan und in die Mongolei unternommen, um dort Verträge über eine Beteiligung Deutschlands an der Förderung Seltener Erden abzuschließen. Auch in Deutschland wurden bereits seltene Erden entdeckt. Im sächsischen Storkwitz ist das einzig bisher bekannte Vorkommen in Europa. Allerdings befinden sich dort nur etwa 21.600 Tonnen in der Erde.

Chinesisches Druckmittel

Wie die japanischen haben auch westliche Unternehmen den Einfluss Pekings auf den Handel mit seltenen Erden wiederholt beklagt und zudem moniert, dass China Ausfuhrbegrenzungen und die Preisgestaltung zu politischen Zwecken und zur Förderung der eigenen Industrie beeinflusse.

China fördert derzeit mehr als 98 Prozent aller Seltenen Erden. In den letzten Jahren hat China sein Monopol immer wieder ausgenutzt, konkurrierende Unternehmen aus anderen Ländern unter Druck zu setzen, Auch die japanische Hightechindustrie ist auf den Rohstoff dringend angewiesen und deshalb abhängig von China. Eine kommerzielle Ausbeutung der Lager vor Minamitorishima könnte Japan schon in wenigen Jahren unabhängig von Importen machen.

Mehr zum Thema

Das japanische Ministerium für Wirtschaft und Industrie kündigte am Freitag an, die Vorkommnisse und die Region mit dem Beginn des nächsten Haushaltsjahres gründlich zu erkunden. In Japan beginnt das Fiskaljahr am 1. April. Wie es heißt, soll an mehr als 40 Stellen in den kommenden drei Jahren nach seltenen Erden gegraben werden. Die Regierung will außerdem die Entwicklung von Fördertechniken finanziell fördern, die es Japan ermöglichen, die Bodenschätze vor seinen Küsten aus eigener Kraft zu fördern. Über die Höhe der geplanten Investitionen gab es noch keine Angaben.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 28.03.2013, 18:01 Uhr

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