09.02.2007 · Die Preise für Kupfer und Zink entwickeln sich seit geraumer Zeit sehr schwach. Selbst Nickel und Zinn beginnen nach deutlichen Preissteigerungen zu kippen: An den Märkten für Industriemetalle führen die Baissiers Regie.
An den Märkten für Industriemetalle führen die Baissiers eindeutig Regie. Das zeigt der Rückgang beim Sammelindex der Londoner Metallbörse (LME) für die dort notierten Rohstoffe. Er hatte im Frühjahr 2006 sein bisheriges Rekordhoch erreicht. Spätere Versuche, dieses Hoch zu testen, sind allesamt gescheitert.
Am schwächsten entwickeln sich seit geraumer Zeit die Preise für Kupfer und Zink. Selbst Nickel und Zinn beginnen nach deutlichen Preissteigerungen zu kippen. Aluminium und Blei verharren zwar noch in Seitwärtsbewegungen, doch ist auch hier der Einfluss der Baissiers unverkennbar. Alle Versuche der Notierungen, sich deutlicher nach oben zu bewegen, werden seit Monaten jeweils nach kurzer Zeit abgeblockt.
Kein Defizit beim Kupfer
Kupfer und Zink sind kürzlich in die Schlagzeilen geraten. Es wurde behauptet, die Schieflage eines Hedge-Fonds habe die Preise beider Metalle besonders stark gedrückt. Händler halten es zwar für möglich, dass dieser Fonds Kaufengagements in beiden Metallen liquidieren musste, doch erklären sie auch, in beiden Fällen sei die Schieflage gewiss nicht ursächlich für die hier herrschende Schwäche. Vielmehr haben sich die fundamentalen Bedingungen als Folge der vorausgegangenen Preissteigerungen grundlegend gewandelt.
Bei Kupfer ist nach den bisher vorliegenden statistischen Erkenntnissen bereits im Jahr 2006 nach einigen Defizitjahren wieder das Angebot größer als die Nachfrage gewesen. Am Markt für Zink scheint das vergangene Jahr zwar noch mit einem Defizit abgeschlossen worden zu sein, doch sagen viele Experten für das laufende Jahr ebenfalls einen Überschuss voraus. Dies bedeutet, dass die in den zurückliegenden Jahren stark geschwundenen Vorräte an Kupfer und Zink im Jahr 2007 wiederaufgebaut werden können.
Bedarfszahlen zum Teil ohne Bezug zur Realität
In welchem Maße dies gelingt und wie durchgreifend sich die Versorgungslage damit entspannen kann, ist schwer vorauszusagen. Dies hängt von der Entwicklung der Weltkonjunktur, von preisbedingten Spar- und Substitutionseffekten auf der Verbrauchsseite sowie von der Dynamik, mit der die Bergwerksproduktion und die Rückgewinnung aus Schrott zunehmen, ab.
Die gleichen Argumente gelten auch für die anderen börsengehandelten Industriemetalle. Auf der Verbrauchsseite hat bisher die konjunkturelle Entwicklung in China im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Analysten haben versucht, das Wirtschaftswachstum in eine Beziehung zum Metallbedarf in diesem Land zu setzen. Die Ergebnisse wurden nach dem Urteil von Fachleuten meist kritiklos für die Zukunft hochgerechnet. Dabei seien Bedarfszahlen herausgekommen, die zum Teil keinen Bezug zur Realität mehr gehabt hätten, erklären die Skeptiker. Doch es ist offenbar auch nicht oder nur unzureichend beachtet worden, welch starke Anreize die über Jahre hinweg auf immer neue Rekorde gestiegenen Metallpreise für die Produktion auch in China selbst geschaffen haben. Das Land verfügt über beachtliche Zinkvorkommen, die nach und nach erschlossen beziehungsweise erweitert werden. Zuletzt wurde über massive chinesische Exporte dieses Metalls berichtet.
Spekulationen über Hedge-Fonds
Bei Raffinadekupfer soll China seinen Eigenbedarf bereits im vergangenen Jahr selbst erzeugt haben, was aber nur über hohe Importe von Kupferkonzentraten in Form von Erzen möglich war. Diese Einfuhren werden nach einhelliger Ansicht anhalten, doch beeinflussen sie den Kupfermarkt nur indirekt. Schon im vergangenen Jahr kursierte die These, abnehmendes Wachstum des chinesischen Metallbedarfs werde auf Dauer mehr als wettgemacht von steigender indischer Nachfrage am Weltmarkt. Bis jetzt kann dies nach Aussagen von Fachleuten so pauschal nicht bestätigt werden. Die Preisbildung an den Metallmärkten spricht sogar gegen solche Behauptungen.
In welchem Maße die Spekulation der Hedge-Fonds das Preisgeschehen an den Metallmärkten prägt, erklären Beobachter, sei nur schwer abschätzbar. Aber einige Londoner Märkte seien so eng, dass sie größere spekulative Engagements ohne krasse und dann auch von der Börse zu untersuchende Preisbewegungen nicht zuließen. Die LME achtet nach schlechten Erfahrungen mit spekulativen Operationen und Manipulationen inzwischen sehr genau auf derartige Einflüsse.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |