11.01.2012 · Die Schwäche des Euro ist ein Ergebnis der Krise in Europa. Mit ihrer Überwindung wird auch der Euro wieder stärker, meint Stefan Bielmeier, Chef-Volkswirt der DZ Bank.
Herr Bielmeier, wie schlägt sich der Euro derzeit an den Devisenmärkten?
Der Euro tendiert schon seit Monaten als Folge der Krise in der Europäischen Währungsunion gegenüber vielen Währungen zur Schwäche. Das wird gegenüber dem Dollar nicht so deutlich, weil der Dollar wegen des langsamen Wirtschaftswachstums und der hohen Schulden in den Vereinigten Staaten selbst eher zur Schwäche neigt. Aber gegenüber einer Reihe anderer Währungen wie dem Yen hat der Euro ein langjähriges Tief erreicht.
Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?
Solange es keine Lösung für die Krise im Euroraum gibt, wird der Euro weiter abwerten. Wir gehen allerdings davon aus, dass in den kommenden Monaten eine Lösung für diese Krise gefunden wird und der Strom an schlechten Nachrichten dann geringer wird. Danach dürfte der Euro an den Devisenmärkten wieder an Wert gewinnen.
Haben Sie Prognosen für Kursziele für die Wechselkurse gegenüber wichtigen Währungen?
Wir sehen den Euro in drei Monaten bei 1,27 Dollar und in zwölf Monaten bei 1,40 Dollar. Gegenüber der Schweiz sehen wir den Kurs in drei Monaten bei 1,25 Franken und in zwölf Monaten bei 1,30 Franken.
Und gegenüber dem Yen?
Hier erwarten wir in drei Monaten einen Kurs von 100 Yen je Euro und in zwölf Monaten einen Kurs von 122 Yen. Wir sehen eine deutliche Abwertung des Yen gegenüber dem Euro voraus.
An den Terminmärkten spekulieren viele Hedgefonds auf eine weitere Abwertung des Euro. Welche Folgen dürften daraus entstehen?
Das ist immer ein zweischneidiges Schwert. Die Verkaufspositionen am Terminmarkt zeigen natürlich die aktuelle Stimmung am Markt, die negativ für den Euro ist. Der Rekordstand an Verkaufspositionen verdeutlicht aber auch, dass viele Verkäufer schon am Markt sind, so dass man sich die Frage stellen kann, woher in der Zukunft weitere Verkäufer kommen sollen. Daher scheint mir das weitere Abwärtspotential für den Euro begrenzt zu sein.
Gibt es bei mittel- oder langfristiger Betrachtung fundamentale Faktoren, an denen sich die Bildung der Wechselkurse orientiert?
Das sind in erster Linie Zins- und Wachstumsdifferenzen. Da die Wechselkurse kurzfristig aber sehr stark psychologischen Einflüssen unterliegen, werden die langfristigen Trends immer wieder überlagert.
Was ist mit der oft zitierten Kaufkraftparität?
Die Kaufkraftparität orientiert sich an Inflationsdifferenzen, die wiederum die Zinsdifferenzen beeinflussen. Für mich sind die Zinsen und das Wirtschaftswachstum die wichtigsten Kriterien.
Erwarten Sie, dass sich nach dem Rücktritt Philipp Hildebrands an der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank etwas ändern wird?
Nein. Wir erwarten keine Änderungen der schweizerischen Geldpolitik.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |