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Ifo-Effekte Osteuropäische Währungen erholen sich etwas

24.04.2009 ·  Obwohl die Wachstumsaussichten düster sind, haben sich Indikatoren wie der ZEW- und der Ifo-Erwartunsindex verbessert. Am Devisenmarkt erholen sich die Währungen zyklischer, exportabhängiger Staaten von den Rückschlägen der vergangenen Monate.

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Von Himmel hoch jauchzend zu Tode betrübt und umgekehrt - so kann man den Stimmungswechsel unter Anlegern und Unternehmern in den vergangenen Monaten beschreiben.

Obwohl noch Wachstumsprognosen düsterster Art herumgereicht werden, sind in den vergangenen Wochen die Aktien an den Börsen schon deutlich nach oben gelaufen. Am Devisenmarkt erholen sich zunehmend die Währungen zyklischer, exportabhängiger Staaten von den Rückschlägen der vergangenen Monate.

ZEW: Anleger werden immer optimistischer

Die Stimmungsverbesserung unter Anlegern zeigte sich am Dienstag schon am Beispiel des extrem prozyklischen und damit kritisch zu betrachtenden ZEW-Index. Er zeigte zwar, dass Analysten und institutionelle Anleger die aktuelle wirtschaftliche Lage noch als sehr kritisch betrachten. Allerdings werden sie mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten rasch immer optimistischer. Angesichts der gegenwärtigen Normalisierung der Verhältnisse an den Finanzmärkten dürfte das kaum überraschen.

Die andere Frage ist jedoch, ob die Kursentwicklungen und indirekt die Erwartungen dieser Klientel tatsächlich etwas mit der realen wirtschaftlichen Entwicklung zu tun haben. Die Skepsis leitet sich aus der Beobachtung ab, dass sie in der Vergangenheit im Durchschnitt dazu tendierten, wirtschaftliche Krisenzeichen zu lange zu ignorieren und Kursabschwünge zu spät glauben zu wollen. Auf der anderen Seite zeigen sie sich schnell wieder als zu optimistisch, wenn sich die Lage zu beruhigen scheint. Das lässt sich einfach begründen: Viele von ihnen können ihre Produkte nur in einem positiven Umfeld verkaufen.

Am Freitag allerdings fühlen sie sich bestätigt durch den ifo-Index. Er geht zurück auf „handfestere Fakten“. Auch hier hat sich sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungskomponente etwas stärker verbessert als erwartet. Allerdings befinden sich beide Werte noch auf extrem tiefen Niveaus, nachdem sie sich von einem 26-Jahrestief erholt haben. Die Umfrage basiert auf Antworten von 7.000 Unternehmensmanagern. Die Erwartungskomponente verbesserte sich von 82,7 im März auf 83,9 im April. Allerdings befindet sie der Index noch meilenweit unter dem Hoch von 104, auf dem er sich noch vor zwei Jahren befunden hatte.

Ifo-Index verbessert sich ebenfalls - liegt aber auf sehr tiefem Niveau

Die Befragten hoffen auf die positiven Effekte, die die geld- und fiskalpolitischen Stimulierungsmaßnahmen mit sich bringen und negative Effekte aus dem zusammengebrochenen Exportgeschäft zumindest in Ansätzen ausgleichen sollen. Auch die Analysten sind rasch bei der Hand und erklären nun immer öfter, dass Schlimmste der Rezession sei vorbei und von nun an ginge es wieder nach oben. Je mehr von ihnen daran glauben und je mehr sie ihre Thesen vertreten, desto eher werden Anleger darauf reagieren und entsprechende Strategien einschlagen. Das kann dazu führen, dass die Kurse an den Börsen weiter nach oben laufen, obwohl Unternehmen noch mit den realen Schwierigkeiten kämpfen und die Krise faktisch noch lange nicht überwunden haben.

Auch am Devisenmarkt zeigt sich der gegenwärtige Optimismus. Zusammen mit Meldungen und Vermutungen, nach welchen China einen zunehmenden Anteil seiner gewaltigen Devisenreserven in Höhe von knapp zwei Billionen Dollar in Gold und andere Rohstoffe investiert, statt sie in den Vereinigten Staaten anzulegen, beflügelt das den Kurs des Euro gegen den Dollar. Der aufkeimende Wirtschaftsoptimismus trägt jedoch zumindest kurzfristig auch die Währungen mittel- und osteuropäischer Staaten weiter nach oben.

Denn sollte sich die deutsche Wirtschaft erholen, würde sich das auch Polen, Ungarn oder der tschechischen Republik davon profitieren, so die Logik. Zloty, Forint und auch die tschechische Krone konnten am Freitag im Tagesverlauf bis zu etwas mehr als zwei Prozent gegen den Dollar zulegen. Allerdings ist die Kursentwicklung sehr volatil. Das deutet darauf hin, dass der Glaube an die Erholung weiterhin sehr fragil ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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