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Montag, 13. Februar 2012
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Gold Survey Gold - weitere Preissteigerungen sind denkbar

12.04.2006 ·  „Neue Rekordhochs beim Goldpreis sind denkbar,“ zeigt der Gold Survey von GFMS in London. Das sei dann möglich, wenn institutionelle Anleger auch nur einen kleinen Teil ihrer Mittel in den relativ kleinen Goldmarkt investierten.

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Anleger können angesichts der Kursgewinne der vergangenen Monate nicht klagen. Denn abgesehen von Einzelausnahmen tendierten die meisten Finanzmärkte nach oben. Das gilt sowohl für die Börsen, für Immobilien, Kunstwerke, Rohstoffe und nicht zuletzt auch die Edelmetalle.

Ausgehend von einem Zwischentief bei 253,85 Dollar je Feinunze im Februar des Jahres 2001 hat der Goldpreis einen Aufwärtstrend etabliert und inzwischen knapp 135 Prozent zugelegt auf zuletzt 596,2 Dollar. Selbst in Euro ist der Preis in den vergangenen Wochen nach oben ausgebrochen und hat inzwischen zu einem Plus von etwas mehr als 80 Prozent geführt. Beide Trends zeigen weiterhin nach oben.

Neue Rekordhochs beim Goldpreis sind denkbar...

Auch aus analytischer Sicht scheint einiges dafür zu sprechen. Darauf deutet unter anderem auch die 38. Ausgabe des Gold Survey des unabhängigen Researchunternehmens GFMS in London hin. „Goldpreise von mehr als 600 Dollar sind nun nicht nur in Sichtweite, sondern weitere Kursgewinne in den kommenden ein- oder zwei Jahren sind möglich. Unter den geeigneten Umständen scheint es sogar denkbar zu sein, daß das Hoch aus dem Jahr 1980 bei 850 Dollar herausgenommen wird“, faßte Philip Klapwijk als GFMS-Vorsitzender die Schlüsselergebnisse der Analyse zusammen.

Hintergrund der jüngsten Kursgewinne des Edelmetalls seien in erster Linie die Käufe der internationalen Anleger. Sie dürften nach seiner Einschätzung auch im laufenden Jahr für einen weiteren Preisauftrieb sorgen. Die Anleger suchten oft nach Gründen für solche Investments, so Klapwijk. Und die hätten sich mit dem Hurrikan Katrina und der durch ihn induzierten Rally im Energiekomplex denn auch finden lassen. Gleichzeitig hätten nicht nur die bekannten Sorgen über die globalen Ungleichgewichte und das amerikanische Doppeldefizit eine Rolle gespielt, sondern auch die Wahrnehmung der Anleger, daß die Zentralbanken das Edelmetall wieder positiver als in der Vergangenheit betrachteten. In Japan sei das Interesse auch von einer ausgeprägten Yen-Schwäche getrieben worden.

Mit Blick auf das laufende Jahr liege die Kernmotivation zum Kauf von Edelmetallen in der Wahrscheinlichkeit für eine konjunkturelle Abschwächung in den Vereinigten Staaten und im möglichen Verfall des Dollars. Andere Faktoren lassen sich in Form von Inflations- aber auch geopolitischen Bedenken mit Blick auf den Nahen- und Mittleren Osten finden. Das ist aber nicht alles. Denn „Sie spielen mit dem Feuer, wenn Sie das Liquiditätsargument ignorieren“, erläuterte Klapwijk den Blick nach vorne weiter. Sollten neue „Spieler“, wie etwa Pensionsfonds aufgrund der bisherigen Performance in die Rohstoffmärkte gezogen werden, dann könnte der Goldpreis richtig abheben. Sollte nur ein kleiner Teil der riesigen Vermögenswerte in Gold transformiert werden, der Goldmarkt ist relativ klein, dann würde der Preis deutlich nach oben gehen.

... allerdings eher aufgrund von Spekulationen denn von industrieller Nachfrage

Eine solche Entwicklung hätte allerdings viel mit Spekulation tun. Denn blicke man beispielsweise auf die Nachfrage aus der Schmuckproduktion, so habe sie im vergangenen Jahr um 100 Tonnen zugenommen. Allerdings in der ersten Jahreshälfte, wo die zunehmende Akzeptanz von Preisen über 400 Dollar in Verbindung mit einem starken Wirtschaftswachstum in Asien für eine gewisse Dynamik gesorgt hätten. Dagegen sei die Nachfrage im vierten Quartal schwach gewesen, da der Preis inzwischen deutlich angezogen und die Volatilität zugenommen hatte.

Eine ähnliche Entwicklung sei auch auf dem Markt für Goldschrott zu beobachteten gewesen. Hier sei das Angebot in der ersten Jahreshälfte gesunken, während es in der zweiten deutlich zugenommen habe. Aus diesem Grund blickt Klapwijk mit einer gewissen Skepsis auf die Nachfrage aus der Schmuckindustrie im laufenden Jahr. „Nach dem, was wir in den ersten Monaten gehört haben, könnte sie im Jahr 2006 um 500 Tonnen zurückgehen. Damit läge der Verbrauch von dieser Seite etwa 400 Tonnen unter der Minenproduktion. Und das ist langfristig keine nachhaltige Entwicklung“, so Klapwijk.

Dazu komme die Produktion. Habe sie im Jahr 2005 um etwa zwei Prozent auf etwas mehr als 2.500 Tonnen zugenommen, so werde sie im laufenden Jahr aufgrund es Markteintritts neuer Minen um etwa vier Prozent zulegen. Gleichzeitig dämpft die Studie auch Erwartungen, asiatische Dollargläubiger könnten kurzfristig größere Mengen Gold erwerben. Das sei bisher nicht zu beobachten.

Insgesamt bleibt festzuhalten, daß der Goldpreis aufgrund des Trends und möglicher Diversifikationsüberlegungen institutioneller Anleger zwar noch deutlich nach oben gehen kann. Allerdings zeigt die Vergangenheit auch, daß es ebenso rasch auch wieder zu deutlichen Rückschlägen kommen kann. Denn die fundamentale Nachfrage von Seiten der Schmuckindustrie wird durch hohe Preise ausgebremst. Der Kauf von Gold ist folglich relativ spekulativ. Und weil das Metall weder Kupons noch Dividenden abwirft, beruhen die langfristigen Durchschnittsrenditen auf volatilen Kursveränderungen. Das heißt, wer nicht von einem absoluten Krisenszenario ausgeht, sollte rechtzeitig an Gewinnmitnahmen denken.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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