06.10.2010 · Der Preis für die Feinunze Gold klettert auf ein weiteres Rekordhoch in Dollar. Mittlerweile werden die Lagerkapazitäten der Banken knapp. Nicht wenige lassen sich ihr Gold sogar nach Hause bringen.
Von Daniel MohrDer Preis für eine 31,1 Gramm schwere Feinunze Gold ist am Dienstag auf mehr als 1337 Dollar gestiegen. Am Montagabend hatte der Preis noch 1315 Dollar betragen. Den Anstieg auf ein neuerliches Rekordhoch führten Marktteilnehmer auf die Ankündigung weiterer geldpolitischer Maßnahmen der Bank von Japan zurück. Sie senkte den Leitzins von 0,1 Prozent auf eine Spanne von 0 bis 0,1 Prozent und will zudem für umgerechnet 44 Milliarden Euro Wertpapiere kaufen, um den Markt mit noch mehr Liquidität zu versorgen.
Die japanischen Maßnahmen kamen für die Märkte überraschend. Sie bestärkten diejenigen Börsianer, die auf immense wirtschaftliche Probleme in Japan aber auch in den Vereinigten Staaten verweisen. Mit einer geldpolitischen Lockerung der amerikanischen Notenbank wird noch im Herbst gerechnet. Mit Yen und Dollar waren aber gerade die Währungen dieser beiden Länder angesichts der europäischen Schuldenkrise als sicherer Hafen gesucht gewesen.
2,9 Tonnen nach Hause geliefert
Viele Anleger sehen nun im Gold noch mehr als zuvor die einzig sichere Alternative. Dabei reicht es den meisten Anlegern auch nicht mehr, nur mittels Wertpapieren an der Preisentwicklung des Edelmetalls teilzuhaben. Die oft teure Auslieferung von Goldbarren und Goldmünzen wird verstärkt verlangt. So hat die Deutsche Börse zur Besicherung ihres Produkts Xetra-Gold nunmehr fast 50 Tonnen Gold in 12,5-Kilogramm-Barren in einem Tresor in Frankfurt gelagert. 419 Anleger machten mittlerweile jedoch von ihrem Recht auf Auslieferung Gebrauch. 2,9 Tonnen wurden den Anlegern nach Hause gebracht - zu Gebühren von mindestens 290 Euro.
Auch bei den Gedenkmünzen des Bundesfinanzministeriums macht sich das starke Interesse an physischem Gold bemerkbar. Kostete die Gedenkmünze Goslar vor zwei Jahren noch 339 Euro und die Münze mit den römischen Baudenkmälern aus Trier im vergangenen Jahr 367 Euro, legte das Bundesfinanzministerium den Preis für die 100-Euro-Goldmünze „Würzburger Residenz und Hofgarten“ nun auf 505 Euro fest. Der Nachfrage tut dies keinen Abbruch. Die Auflage der Würzburger Münze von 320.000 Stück ist überzeichnet. Jeder Bürger, der eine Bestellung abgegeben hat, werde mindestens eine Goldmünze erhalten, teilte das Ministerium mit. Darüber hinaus habe jeder Besteller die Chance auf eine zweite Münze, weil die verantwortliche Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland den Restbestand verlosen wird. Die Münze erscheint in der im Jahr 2003 mit Quedlinburg gestarteten Serie der „Unesco-Welterbestätten in Deutschland“, in der Stadtansichten in Gold geprägt werden.
Geschlossene Goldspeicher werden reaktiviert
Der Preis der Münze, die eine halbe Feinunze (15,55 Gramm) wiegt, richtet sich nach dem aktuell gültigen Goldkurs, auf den das Finanzministerium noch einmal 25 Euro aufschlägt, mit denen es unter anderem die Herstellungskosten der Münzen deckt. Anders als im Fall des Silberzehners wird sich die Legierung der Goldgedenkmünzen nicht ändern. Während das Ministerium plant, bei der Silbermünze im Nennwert von 10 Euro von 925er Sterling auf 625er Silber überzugehen, bleibt die Legierung der Unesco-Reihe unverändert bei 999,9 Tausendteilen Feingold.
Das große Interesse an Gold ist allerdings längst nicht auf Deutschland beschränkt. Der weltgrößte Goldfonds SPDR Gold Trust ist in Deutschland gar nicht zum Vertrieb zugelassen. Er verwahrt derzeit rund 1300 Tonnen Gold. Die Zuflüsse in zahlreiche mit Gold gedeckte Produkte der Banken führen mittlerweile sogar zu Lagerengpässen. So wird J.P. Morgan in Manhattan einen erst vor wenigen Jahren geschlossenen unterirdischen Goldspeicher wieder reaktivieren. Andere Banken denken ebenfalls darüber nach, ihre physischen Lagerstätten wieder in Betrieb zu nehmen, die sie einst geschlossen hatten, annehmend, dass diese in einer computerisierten Welt nicht mehr gebraucht würden.
Selbst die Notenbanken glauben offenbar an einen weiteren Preisanstieg des Goldes. Im vergangenen Jahr verkauften sie das fünfte Mal in Folge weniger Gold als im Vorjahr. Wer als deutscher Privatanleger derzeit nicht in Gold investiert ist, muss sich deshalb auch nicht grämen. Indirekt kommt ihm der Preisanstieg nämlich trotzdem zugute. Mit einem Goldbesitz von mehr als 3400 Tonnen im Wert von mittlerweile 105 Milliarden Euro ist die Bundesbank einer der größten Goldbesitzer der Welt.
Sterlingsilber und Kursgewinne
Raphael Pollmann (Morgoth81)
- 06.10.2010, 00:32 Uhr
Vielen Dank
Martin Dr. Hock (hock)
- 06.10.2010, 08:19 Uhr
Wer als dt. Privatanleger kein Edelmetall erwirbt, wird sich dreifach grämen
Wolfgang Rettig (JeffLink)
- 06.10.2010, 09:36 Uhr
Ein Unsinn...
Harry LeRoy (Cimon)
- 06.10.2010, 22:18 Uhr
Gold wird in Dollar gehandelt, und Dollar geht nach Süden!
Ernello Bremen (Ernello2)
- 06.10.2010, 22:47 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.558,00 $ | +1,17 % |
| Silber | 28,10 $ | +1,52 % |
| Platin | 1.412,00 $ | −0,07 % |
| Palladium | 610,00 $ | +2,35 % |
| Rohöl Brent Crude | 99,96 $ | −1,63 % |
| Gas | 0,53 £ | −1,88 % |
| Kaffee | 1,61 $ | −1,89 % |
| Zucker | 0,19 $ | −0,05 % |
| Orangensaft | 1,11 $ | +1,42 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |