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Forint Ungarn verteidigt seine lockere Geldpolitik

Obwohl die Schwäche der Landeswährung Forint Probleme bereitet, hat die ungarische Notenbank den Leitzins gesenkt.

© AFP Vergrößern Lockere Politik, unlockere Öffentlichkeitsarbeit

In Budapest setzt die Zentralbank Magyar Nemzeti Bank (MNB) ihre Zinssenkungspolitik fort. Trotz einer seit Wochen anhaltenden Schwäche der Nationalwährung Forint hat der geldpolitische Rat den Leitzins am Dienstag um 25 Basispunkte auf fünf Prozent gesenkt.

Damit wurde der Kurs einer gelockerten Geldpolitik verteidigt, den die nationalkonservative Regierung fordert. Seit August des vergangenen Jahres wurde der geldpolitische Schlüsselsatz zum achten Mal um einen Viertelprozentpunkt verringert und befindet sich nun auf einem Rekordtief.

Schluss mit Transparenz

Weil die Inflation auf ein Siebenjahrestief gefallen ist, sahen die Notenbanker genügend Spielraum für den Schritt. Im Februar war die Inflation auf 2,8 Prozent gesunken und pendelte sich unter der Zielmarke von drei Prozent ein. Zudem dürfte die Wirtschaft in diesem Jahr stagnieren, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um fast zwei Prozent geschrumpft war.

Gegen eine Senkung sprach allerdings die seit Wochen anhaltende Forintschwäche, die sich seit dem letzten Zinsschritt verstärkte. Die Sitzung des geldpolitischen Rates war die erste für den neuen Notenbankgouverneur György Matolcsy, der Anfang März die Nachfolge von András Simor antrat. Der neue Vorsitzende wird nach eigener Aussage die Praxis seines Vorgängers nicht fortsetzen und keine Pressekonferenz nach den Sitzungen des Monetärrates abhalten, sondern das Ergebnis lediglich in einer Mitteilung veröffentlichen.

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Ökonomen fürchten nun um die Transparenz der ungarischen Geldpolitik. Der Gefolgsmann des umstrittenen Ministerpräsidenten Viktor Orbán hat in den wenigen Wochen seit seinem Amtsantritt bereits mit einigen Personalentscheidungen Kritik auf sich gezogen. Er entmachtete zwei als unabhängig geltende Stellvertreter, die im Tagesgeschäft keinen Einfluss mehr auf die Geldpolitik haben.

Notenbankgrenze bei 310 Forint je Euro

Am Devisenmarkt nahmen die Anleger den jüngsten Zinsbeschluss mit Erleichterung zur Kenntnis. Vereinzelt war nicht ausgeschlossen worden, die Zentralbank könnte eine radikalere Zinssenkung von 50 Basispunkten vornehmen. Für einen Euro mussten am Mittwoch  zunächst 303,50 Forint bezahlt werden nach 306 am Vorabend. Am Donnerstag aber wertete die Währung wieder auf 304,33 Forint je Euro ab.

Infografik EURHUF 280313 © FAZFinance Vergrößern

Damit rückt das Rekordtief von 322 Forint näher, das im Januar 2012 erreicht wurde. Der Forint hatte in den zurückliegenden Monaten deutlich nachgegeben, weil an den Märkten auf aggressive Schritte Matolcsys spekuliert worden war. Bis Januar driftete der Kurs entlang einer Marke von 290 Forint.

Der neue Gouverneur gilt als Befürworter einer extrem lockeren Geldpolitik, um die Wirtschaft des Landes wieder anzukurbeln. Viele Analysten rechnen damit, dass die Zinsen noch bis auf 4,5 Prozent sinken werden. Damit hätte Ungarn unter den etablierten Ländern der Region aber noch immer die höchste Risikoprämie. Stresstests der ungarischen Notenbank verweisen dem Vernehmen nach darauf, dass die MNB die Leitzinssenkung bei einem Eurokurs von 310 Forint stoppen wird.

Das Rekordtief des Forint rückt näher, weil mit einer aggressiveren Politik von Matolcsy spekuliert wurde.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 28.03.2013, 17:32 Uhr


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