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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Finanzmärkte Nervosität am Devisenmarkt

 ·  Die Finanzmärkte sind nervös, wenn auch unterschiedlich. Während die Stimmung an den Aktienmärkten vom üblichen Grundoptimismus dominiert wird, sind die Kursschwankungen am Devisenmarkt und an den Rohstoffmärkten zum Teil erratisch.

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Die Finanzmärkte sind nervös, wenn auch in unterschiedlicher Weise. Während die Stimmung an den Aktienmärkten vom üblichen Grundoptimismus dominiert wird, der sich in der latenten Neigung zum Kauf von Anteilsscheinen und unheimlich tiefen Volatilitäten auszeichnet, sind die Kursschwankungen am Devisenmarkt und an den Rohstoffmärkten ausgeprägt.

Die Kursvolatilität wird ausgelöst durch widersprüchliche Erwartungen in Bezug auf die anstehende Zinsentscheidung der europäischen Zentralbank, die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der europäischen Schuldenkrise, dem notorischen Optimismus, mit dem an sich schwache amerikanischen Konjunkturdaten interpretiert werden und nicht zuletzt von der Befürchtung, die Dynamik der Weltwirtschaft werde nach dem Auslaufen von Stimulationsmaßnahmen und restriktiveren geldpolitischen Strategien abnehmen.

Kurzfristig orientierte Anleger wechseln öfter ihre Positionen

Diese Gemengelage ist zusammen mit den Anreizen, die von unterschiedlich hohen Zinssätzen und Wachstumsraten in den verschiedenen Staaten ausgehen mögen, unübersichtlich und verleitet zumindest kurzfristig orientierte Marktteilnehmer dazu, ihre Meinungen über die weitere Kursentwicklung und damit ihre Positionierung öfter und zum Teil drastisch zu wechseln und zu verändern.

Das zeigt sich insbesondere an der Entwicklung des Kursverhältnisses zwischen Schweizer Franken und Euro. Nachdem der Franken in den vergangenen Monaten seine zuvor deutlich Unterbewertung in den vergangenen Monaten im Rahmen der Turbulenzen in Europa abgebaut hatte, kommt es bei einer scheinbaren Normalisierung der Verhältnisse immer wieder zu kurzen deutlichen Abwertungsbewegungen.

Genau die werden jedoch rasch wieder durch Gegenbewegungen abgelöst, sobald die Sorgen über den Ausgang der europäischen Schuldenkrise wieder zunehmen. Diese Wetterwendigkeit hat zu hohen Volatilitäten geführt. Schwankte die Euro-Franken-Volatilität (am Geld) in den Jahren 1999 bis 2007 zwischen zwei und sechs Prozent, so stieg sie in den vergangenen Monaten auf bis zu 18 Prozent. Am Donnerstag liegt sie auf einem hohen Niveau von knapp zwölf Prozent.

Markt einseitig auf eine weitere Aufwertung des Frankens ausgerichtet

Bei aller Unentschlossenheit ist der Markt grundsätzlich auf eine weitere Aufwertung des Frankens und eine Abwertung des Euro ausgerichtet. Das zeigt sich daran, dass Euro-Franken-Verkaufsoptionen deutlich teurer sind als Euro-Kaufoptionen. Je länger die Laufzeit ist, desto größer ist die Volatilitäts- und damit die Preisdifferenz.

Während die durch den Optionsmarkt auf diese Weise ausgedrückte Abneigung gegen den Euro besonders ausgeprägt sein mag, kann es nach der Bestätigung der erwarteten Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank zu einer Korrektur des Eurokurses gegen Dollar und Franken kommen. Immerhin hat sich der Kurs der europäischen Einheitswährung in den vergangenen Monaten trotz aller Krisenmeldungen auch in Erwartung einer Zinserhöhungen vergleichsweise robust entwickelt. Denn die europäische Währung ist eine der wenigen liquiden Alternativen, in die Staaten mit großen Handelsüberschüssen ihre Währungsreserven investieren können.

Allerdings kann sich diese „Zuneigung“ immer dann phasenweise verflüchtigen, wenn allgemeiner Amerikaoptimismus ausbricht - etwa nachdem die Arbeitsmarktzahlen wieder einmal „besser als befürchtet“ ausgefallen sind - oder wenn amerikanische Anleger ihre Positionen im Ausland reduzieren und die Mittel repatriieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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