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Freitag, 17. Februar 2012
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Finanz- & Rohstoffmärkte Öl, Gold und Euro auf Rekordhoch

26.10.2007 ·  Mit Kursen von bis zu 1,4375 Dollar je Euro erreicht die amerikanische Währung am Freitag gegen ihr europäisches Pendant ebenso ein neues Tief wie gemessen am Öl. Der Ölpreis liegt auf Rekordniveau, auch der Goldpreis legt weiter zu.

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Man kann es drehen und wenden wie man will, die Märkte scheinen gegenwärtig alle auch nur denkbaren Argumente völlig aus dem Wind zu schlagen, die für eine Erholung des Dollars gegen den Euro oder die gegen einen zu hohen Ölpreis sprechen mögen.

Denn mit Kursen von bis zu 1,4374 Dollar je Euro erreicht die amerikanische Währung gegen ihr europäisches Pendant ebenso ein neues Tief, wie gemessen am Öl. Der Ölpreis markiert am Freitag im frühen Handel in Europa mit 89,30 Dollar je Barrel der Sorte Brent an der Intercontinental Exchange ein Allzeithoch.

Zinserwartungen spielen ebenso eine Rolle ...

Auf der Währungsseite spielt die sich offensichtlich verstärkende Erwartung eine tragende Rolle, die amerikanische Zentralbank werde angesichts der sich vertiefenden Krise am Häusermarkt und negativen Folgen für die damit verbundenen Bereiche und angesichts der schwachen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter - sie sind im September um 1,7 Prozent gefallen, statt wie erwartet um 1,5 Prozent zuzulegen - den Leitzins weiter senken.

Dabei hatte sie den Leitzins schon im September überraschend und überraschend stark um einen halben Prozentpunkt auf zuletzt 4,75 Prozent nach unten genommen. Schon dieser Schritt hatte im Markt anhand der Erfahrungen der Vergangenheit die Vermutung aufkommen lassen, die amerikanische Zentralbank wolle - im Gegensatz zur zumindest rhetorisch restriktiven Europäischen Zentralbank - mit einer lockeren Geldpolitik um jeden Preis die Konjunktur vor einem Abgleiten in die Rezession bewahren. Dafür scheint sie sowohl einen schwachen Dollar als auch inflationäre Gefahren in Kauf zu nehmen. Dabei war in den vergangenen Jahren schon eine ultralockere Geldpolitik nötig, um in den Vereinigten Staaten überhaupt noch Wachstum generieren zu können.

Die Inflation mag sich zwar nicht in den offiziellen Raten zeigen, allerdings findet sie unübersehbar an den Energie- und Rohstoffmärkten statt. Denn diese tendieren beinahe unbeeindruckt von fundamentalen Überlegungen nach oben. Immerhin scheint die Versorgung mit Öl objektiv betrachtet zumindest gegenwärtig ebenso sicher zu sein wie die Tatsache, dass an den Terminmärkten ausgeprägte spekulative Positionen bestehen. Sie zeigen sich insbesondere bei Gold, das sich Anleger aufgrund seiner begrenzten Vorkommen traditionell als Schutz gegen inflationäre Entwicklungen ins Depot legen, obwohl es weder Kupons noch Dividenden abwirft. Der Goldpreis wird in solchen Zeiten wie der anderer Vermögensgüter vor allem durch die hohe Liquidität nach oben getrieben und nur bedingt durch die industrielle Nachfrage. Gegenwärtig nimmt simultan jedoch auch diese bei vorübergehend abnehmender Produktion zu.

... wie geopolitische Unsicherheiten

Die bestehenden Preis- und Kurstrends werden noch verstärkt durch geopolitische Überlegungen. Sie stehen einmal in Zusammenhang mit der möglichen militärischen Intervention der Türkei gegen angebliche kurdische Rebellen im Nordirak. Auf der anderen Seite verschärft sich die Rhetorik gegen Iran. Sollte es zu Blockaden oder gar militärischen Aktionen gegen das Land am persischen Golf kommen, könnten die wichtigen Öltransporte durch die enge Wasserstraße von Hormuz leicht unterbrochen werden. Durch sie verläuft der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen Kuwaits, Bahreins, des Irak, der Vereinigten Arabischen Emirate und Irans, dazu der größte Teil des saudi-arabischen Verkehrs. Da eine Sperre der Straße die Lieferungen von bedeutenden Teilen der Erdölgebiete im Nahen Osten blockieren würde - sie stehen für circa ein Viertel der globalen Ölversorgung - hat sie eine entscheidende strategische Bedeutung.

Insgesamt neigt der Dollar kurzfristig aufgrund der Zinserwartungen zur Schwäche, obwohl sich die amerikanische Leistungsbilanz aufgrund wettbewerbsfähiger werdender Exporte und teurer werdender Importe verbessern dürfte. Die schwache amerikanische Währung wiederum treibt die Preise von Gütern nach oben, die in Dollar gehandelt werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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