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Veröffentlicht: 01.02.2013, 13:00 Uhr

Fast 1,37 Dollar Der Euro wird wieder stärker

Europas Einheitswährung ist weiter im Höhenrausch. Der Euro kletterte am Freitag bis auf 1,3671 Dollar, den höchsten Stand seit November 2011. Manche Analysten halten nun einen Anstieg bis 1,40 Dollar möglich, andere wiederum mahnen zur Vorsicht.

von Christoph A. Scherbaum
© dpa

Seit Jahresanfang hat der Euro bereits mehr als vier US-Cent zugelegt. „Das Geld fließt nach Europa zurück“, sagte Jesper Bargmann, Devisenspezialist bei der RBS in Singapur. Viele Anleger schichteten derzeit ihr Portfolio um und wendeten sich von sicheren Häfen wie dem Yen oder Franken ab.

Das Schlimmste hinter sich?

Zur japanischen Landeswährung kletterte der Euro auf bis zu 125,68 Yen, den höchsten Stand seit April 2010. Bei vielen Investoren macht sich laut Händlern derzeit das Gefühl breit, dass die Euro-Zone in Sachen Schuldenkrise das Schlimmste hinter sich hat.

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Die Analysten der Landesbank Berlin sehen aus technischer Sicht sogar einen Anstieg des Euros in Richtung 1,40 Dollar als wahrscheinlich an. „Denn die Befestigung des Euro gegenüber dem Dollar und anderen wichtigen Währungen hält an“. So profitiere die Einheitswährung ihrer Ansicht nach unter anderem von dem zurückkehrenden ausländischen Investoreninteresse - vor allem für Peripherie-Anlagen, während gleichzeitig aufgrund der steigenden Euro-Geldmarktsätze bestehende Euro-Verkaufspositionen geschlossen werden.

Auch die Bremer Landesbank ist für den Euro optimistisch. In der aktuellen Tagesanalyse heißt es: „Ungeachtet des Säbelrasselns um Zypern zieht der Euro-Wechselkurs weiter an.“ In den vergangenen Tagen habe der Euro schon eine gute Performance hingelegt. Von 1,3260 Dollar aus der vorletzten Woche auf nun über 1,3600 Dollar. Diese Entwicklung impliziere eine hohe Erwartungshaltung an die Gemeinschaftswährung, so die Analysten der Landesbank.

EZB sorgt für Beunruhigung am Markt

Für andere Analysten steht der Höhenflug wiederum auf wackligen Füßen. Die Situation in der Euro-Zone habe sich zwar beruhigt, sagt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. „Dennoch gibt es immer noch genug Unsicherheiten und Probleme, die sich jederzeit als Störfeuer entpuppen können.“ Dazu zählt der Experte vor allem die Ende Februar anstehende Parlamentswahl in Italien und die schwächelnde französische Wirtschaft. Viele Analysten schließen nicht mehr aus, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in die Rezession abrutschen könnte. Das Land ist in seiner Wettbewerbsfähigkeit stark zurückgefallen und steckt in einer tiefen Krise.

Doch darüber schauen die Anleger derzeit noch geflissentlich hinweg. Die verschiedenen Rettungsschirme für notleidende Eurostaaten und das massive Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten zuletzt für ein gewisses Maß an Sicherheit unter den Anlegern gesorgt, hieß es in einem Marktkommentar der DZ Bank. Vor allem seit die EZB im Spätsommer unbegrenzte Anleihenkäufe von Krisenstaaten in Aussicht gestellt hat, ist die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion deutlich kleiner geworden. Auch die Daten aus der Euro-Zone machten Anleger zuletzt wieder mutiger: So kletterte der Markit Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Eurozone im Januar auf den höchsten Stand seit knapp einem Jahr - zu verdanken ist dies vor allem Deutschland, das beim Produktionswachstum Spitzenreiter war.

Euro-Länder driften auseinander

Torsten Gellert vom Handelshaus FXCM bezweifelt allerdings, „dass Deutschland und vielleicht noch eine Hand voll weiterer Länder es schaffen, der Eurozone wieder signifikantes Wachstum einzuhauchen“. Das Hauptproblem bleibe bestehen: „Die Länder der Eurozone driften immer weiter auseinander.“

Neben der konjunkturellen Entwicklung dürfte auch die Geldpolitik der Zentralbanken für den Verlauf des Euro-Kurses entscheidend sein. Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann geht davon aus, dass der Euro-Kurs langfristig sinken wird, weil die Notenbank Fed aufgrund der besseren Wachtumsaussichten deutlich früher als die EZB über die Möglichkeit und Notwendigkeit von Zinserhöhungen nachdenken dürfte. Spätestens zu Jahresmitte sollte „klar werden, dass die US-Konjunktur ordentlich verläuft, während sich der Euroraum - vor allem in der Peripherie - quälend langsam erholt“, meint der Experte. Für ihn ist klar: Ende Dezember könnte der Euro schon wieder im mittleren Bereich von 1,20 Dollar dahindümpeln.

Quelle: FAZ.NET, Reuters

 

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