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Euro-Yen „Die erste wahre globale Blase“

26.04.2007 ·  Der Risikoappetit der internationalen Anleger erreicht offensichtlich immer neue Dimensionen. Das zeigt sich auch an der Entwicklung des Euro gegen den Yen. Skeptiker sprechen von der „First Truly Global Bubble“.

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Nach einer Zwischenkorrektur zu Jahresbeginn hat der Risikoappetit der internationalen Anleger offensichtlich eine neue Dimension erreicht. Das zeigt sich nicht nur daran, dass massiv überbewerte Aktien wie jene von Amazon massive Kursgewinne verbuchen, sondern im Währungsbereich auch an extremen Kursen von hoch verzinslichen Währungen.

Am deutlichsten wird die Tatsache jedoch an der Entwicklung des Euro gegen den Yen. Denn der Euro hat inzwischen den Aufwertungstrend gegen den die japanische Währung längst wieder aufgenommen und markiert ein Rekordhoch nach dem nächsten. Am Donnerstag lag der Spitzenwert im bisherigen Tagesverlauf bei 162,55 Yen je Euro.

Zinserwartungen spielen einmal mehr die entscheidende Rolle

Diese Entwicklung wird einmal mehr begründet mit der Erwartung, die europäische Zentralbank werde den Leitzins weiter nach oben schrauben, während die japanischen Währungshüter weiterhin zögerlich agieren würden. Auf diese Weise würde die Zinsdifferenz zwischen Euroland, die im Dreimonatsbereich schon bei satten 3,3 Prozentpunkten und im Zehnjahresbereich bei 2,55 Prozentpunkten liegt, noch größer werden.

Alleine die tiefen Zinsen und Renditen in Japan bringen immer mehr japanische Anleger dazu, ihre Ersparnisse auf der Suche nach attraktiveren Renditen ins Ausland zu transferieren. Da die japanischen Privatanleger insgesamt über riesige Vermögen verfügen und da sie diese lange Zeit vor allem im Inland investiert hatten, genügt schon eine kleine Umschichtung der Mittel, um zu deutlichen Währungsbewegungen zu führen. Dazu kommen immer mehr spekulative Anleger, die sich in Währungen mit tiefen Zinsen refinanzieren, um die aufgenommenen Mittel rentierlicher zu investieren.

Aus diesen Gründen dürfte es kaum verwundern, dass sich Währungen wie der Yen und der Schweizer Franken gegen den Euro in der Defensive befinden. Immerhin scheint Euroland in den vergangenen Monaten immer mehr zum bevorzugten Investitionsraum der internationalen Anleger geworden zu sein. Diese profitieren nicht nur von den steigenden Aktienkursen, sondern gleichzeitig von der aufwertenden Währung.

Grundsätzlich können solche Trends, wie die des Euro gegen den Yen, länger anhalten als gedacht. Das gilt selbst, obwohl der Euro gegen den Yen auf Basis von Bewertungsmodellen wie der Kaufkraft- oder der Zinsparität inzwischen längst massiv überbewertet ist und obwohl das Leistungsbilanzdefizit Eurolands mit Japan und vor allem auch mit dem „währungstechnisch“ noch strikter an den Dollar gekoppelten China immer ausgeprägter wird. Europa mag das tolerieren, so lange die Konjunktur noch gut läuft. Fragt sich nur, was danach kommt.

„The First Truly Global Bubble“

Tatsache ist, dass die aufgrund der unfreien Wechselkurse in vielen Staaten Asiens auflaufenden Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen und den Währungsreserven nicht ständig größer werden können, ohne zu immer massiver werdenden Wettbewerbs- und Bewertungs- und anderen Verzerrungen an Güter- und Vermögensmärkten zu führen. Schon jetzt laufen sie getrieben von zu tiefen Zinsen und hohen Geldmengen beinahe weltweit synchron auf immer extremere Niveaus.

„The First Truly Global Bubble“ fasst der amerikanische Vermögensverwalter Jeremy Grantham die gesammelte Erfahrung von seiner jüngsten Reise rund um den Globus zusammen, auf der er sich mit Anlegern über ihre Einschätzung der Lage unterhielt. Danach sind alle unglaublich optimistisch. Er dagegen hält viele Märkte für korrekturbedürftig.

In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, bestehende Trends auszureizen, so lange sie laufen. Das gilt auch für Euro-Yen. Allerdings sind regelmäßig angepasste Absicherungsstrategien Pflicht. Denn die jüngsten Korrekturansätze haben gezeigt, dass die „ultimative Korrektur“, sollte sie jemals kommen, schnell und dramatisch sein kann.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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