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Euro Auf Höhenflug

Der Euro hat zeitweise den höchsten Stand seit elf Monaten erreicht. Sein Aufwärtstrend sorgt für eine Abkehr von Fluchtwährungen wie dem Schweizer Franken. Devisenhändler bauen aber nicht auf eine Fortsetzung.

© AP Vergrößern Das Eurozeichen vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

An den Devisenmärkten hat sich der japanische Yen zuletzt etwas von seinen jüngsten Verlusten erholt. Zuvor hatte der japanische Wirtschaftsminister Akira Amari vor den Gefahren einer zu schwachen Heimatwährung für die konjunkturelle Entwicklung gewarnt. Ein schwacher Yen verbilligt zwar die Exporte japanischer Unternehmen, verteuert aber im Gegenzug auch den Import des für die Industrieproduktion nötigen Rohöls. Japanische Unternehmen müssten widerstandsfähig genug sein, die Wechselkursnachteile zu überwinden, sagte Amari.

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Trotz der leichten Erholung liegt der Yen im Vergleich zum amerikanischen Dollar und dem Euro aber immer noch weit zurück. Seit einem Monat hat der Dollar gegenüber dem Yen um 6,5 Prozent an Wert gewonnen.

Der Euro ist sogar um mehr als 8 Prozent gestiegen. Die Schwäche des Yen ist eine Folge der extrem lockeren Geldpolitik der Bank von Japan. Die Zentralbank hatte sich unter dem Druck des neuen Ministerpräsidenten Shinzo Abe kürzlich zu einer weiteren Lockerung entschieden und das Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen aufgestockt.

Verbindliches Inflationsziel von 2 Prozent

Abe verlangt ein verbindliches Inflationsziel von 2 Prozent. Bis dieses Ziel erreicht ist und Japan seine leichte Deflation überwunden hat, soll die Zentralbank eine aggressiv lockere Geldpolitik betreiben. Die Bank von Japan will Anfang der kommenden Woche über mittel- bis langfristige Inflationsziele beraten.

Abe fordert auch einen gemeinsamen Fonds von Zentralbank, Finanzministerium und privaten Banken, der ausländische Staatsanleihen kauft, um den Yen gegenüber Dollar und Euro zu schwächen. „Die japanische Zentralbank wird wahrscheinlich tun, was von ihr erwartet wird“, sagte ein Optionshändler einer großen japanischen Bank dem „Wall Street Journal“. Eine weitere Schwächung des Yen und steigende Kursschwankungen könnten nach der Entscheidung der Bank von Japan nicht ausgeschlossen werden.

Der Euro stieg in den vergangenen Handelstagen überwiegend gegen den Dollar und notierte am Montag mit 1,34 Dollar zeitweise auf dem höchsten Stand seit elf Monaten. Die Nachfrage nach der Gemeinschaftswährung stieg, weil die Aussicht auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) schwindet. Die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen sind zuletzt gefallen, was an den Devisenmärkten die latenten Sorgen wegen der Schuldenkrise dämpfte.

Abkehr von klassischen Fluchtwährungen

Dieser Trend führte auch zu einer Abkehr von klassischen Fluchtwährungen wie dem Schweizer Franken. Anfang des Jahres hatte sich der Franken nur knapp über der von der Schweizer Nationalbank mit Interventionen verteidigten Untergrenze von 1,20 Franken je Euro bewegt. In den vergangenen Tagen ist die Schweizer Währung aber stark unter Druck geraten.

Zuletzt wurden mehr als 1,23 Franken für einen Euro gezahlt - das höchste Niveau seit mehr als einem Jahr. An den Anleihemärkten spekulieren Händler, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Gelegenheit nutzen könnte, ihre Bestände an deutschen Bundesanleihen zu reduzieren. Die SNB ist der bedeutendste Einzelinvestor in Bundesanleihen. Allerdings hält sich die Notenbank bedeckt.

Devisenhändler halten einen weiteren Höhenflug des Euro aber nicht für eine ausgemachte Sache. Denn im November war die Industrieproduktion im Euroraum zum dritten Mal in Folge gesunken. Einige Marktteilnehmer rechnen daher mit Rückschlägen für die Gemeinschaftswährung.

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„Die Eurozone ist noch nicht aus dem Schlimmsten heraus“, sagte Joe Manimbo, der die Devisenmärkte in Washington für den amerikanischen Geldversender Western Union analysiert. „Schwache Konjunkturdaten aus dem Wirtschaftsblock könnten Investoren eine Ausrede bieten, Gewinne nach dem zuletzt bemerkenswerten Anstieg des Euro mitzunehmen“, sagt Manimbo.

Andere Devisenfachleute sind wegen der nachlassenden Sorgen um die europäischen Peripheriestaaten optimistisch. „Wir sehen ein positives Umfeld für den Euro und erwarten, dass der Kurs in den kommenden Monaten auf 1,35 Dollar steigt“, sagte Marcus Hettinger, der bei der Schweizer Großbank Credit Suisse in Zürich die Anlagestrategie für die globalen Devisenmärkte verantwortet.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 15.01.2013, 22:49 Uhr


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