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Energie und Rohstoffe Produktionsüberschüsse bei Kobalt absehbar

Ab Montag sind an der Metal Exchange in London zwei Kontrakte auf Kobalt und Molybdän handelbar. Bei Kobalt sind in den kommenden Jahren Produktionsüberschüsse wahrscheinlich. Der Preis kann bei spekulativer Nachfrage trotzdem steigen.

© GFDL Vergrößern Kobalterz

Ab diesem Montag sind an der Terminbörse Metal Exchange in London zwei neue Kontrakte auf Kobalt und Molybdän handelbar. Es sind die ersten neuen Metalle seit zwei Jahren, mit denen der Handel an der weltweit größten Metallbörse aufgenommen wird. Ab nun werden jeden Handelstag für fünf Minuten Futures auf die beiden für Legierungen verwandten Metalle gehandelt.

Es sei das Ziel des zweitgrößten Molybdän-Förderers der Welt, Codelco, den Molybdän-Kontrakt zu unterstützen, sagte einer der Codelco-Spitzenmanager, Gonzalo Cuadra, im Vorfeld des Handels. Die LME weitet derzeit den Handel mit Metallen aus und will mit Eröffnung eines neuen Büros in Singapur und einer angestrebten Partnerschaft mit der in London ansässigen Baltic Exchange weiter expandieren.

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Kobalt und Molybdän fallen als Beiprodukte bei der Förderung anderer Metalle an

Die beiden Industriemetalle Kobalt und Molybdän werden gewissermaßen als Beipackung bei der Förderung von Nickel und Kupfer gewonnen. Sie kamen im vergangenen Jahr zusammen auf einen Marktwert von etwa sieben Milliarden Dollar. Experten erwarten einen regen Handel mit den neu aufgenommenen Metallen. Das Interesse gehe sowohl von spekulativen Marktteilenehmern als auch von Anbietern und Verbrauchern aus, die einerseits von der Volatilität profitieren und sich andererseits dagegen absichern wollen. Die London Metal Exchange selbst stellt auf die zunehmende Preistransparenz als auch auf das abnehmende Gegenparteienrisiko ab, das durch das zwischengeschaltete Clearing House reduziert werde.

kobalt chart 220210 © Vergrößern

Der Preis von Kobalt war in den vergangenen Jahren zyklisch. Die Ausschläge blieben in der Regel hinter denen anderer Industriemetalle zurück. Die Erklärung ist auf den Nebenproduktcharakter zurückzuführen. Die Minen sind nicht in erster Linie darauf ausgerichtet, Kobalt oder Molybdän zu fördern, sondern Kupfer und Nickel. Das bedeutet, auf der anderen Seite, dass die Produktionskosten vergleichsweise gering sind. Rund 40 Prozent des Kobalts werden im Kongo gefördert, der auch über die größten Reserven weltweit verfügt.

Die Nachfrage nach Kobalt kommt aus verschiedenen Industrien. Das Nachfragewachstum lag in den vergangenen Jahren bei etwas mehr als vier Prozent jährlich. Künftig dürfte die Nachfrage aus dem Batteriesektor und von Herstellern so genannter Superlegierungen zunehmen. Ein großer Teil der Nachfrage kommt aus China, das in der Vergangenheit tiefe Preise nutzte, um außerbörsliche Lager anzulegen. In den vergangenen Jahren nutzen die Vereinigten Staaten dagegen Angebotsdefizite, um ihre Überbestände komplett abzubauen.

Bei Kobalt ist eine Überproduktion in den kommenden Jahren wahrscheinlich

Künftig werde die Preisentwicklung volatiler und „marktgetriebener“ werden, erklären die Rohstoffanalysten der Macquariebank. Grundsätzlich rechnen sie in den kommenden Jahren angesichts der geplanten Minenprojekte mit einem deutlich Kobalt-Angebotsüberschuss. Kurzfristig können jedoch Streiks, Nachfragezuwächse aus der Batterie- und Luftfahrtindustrie, Verzögerungen von Minenprojekten oder politische Unruhen im Kongo ebenso zu Preisausschlägen nach oben führen, wie das Interesse spekulativer Anleger. Sollte ein Fonds aufgelegt werden, wird er den Preis sehr wahrscheinlich unabhängig von der industriellen Nachfrage nach oben treiben können.

Die Produktion von Molybdän erreichte im abgelaufenen Jahr etwa 440 Millionen Pfund (199.581 Tonnen), während 54.000 Tonnen Kobalt auf den Markt kamen, wie Eric Taarland vom Londoner Analyseunternehmen CRU erklärte. Bei beiden Materialien überstieg im vergangene Jahr die Nachfrage das Angebot, fügte er an. Kobalt war wegen seiner Verwendung in wieder aufladbaren Batterien gefragt, während Molybdän zur Stahlveredelung verwandt wird. Die Preise beider Metalle haben in den vergangenen Wochen im Rahmen des allgemeinen Rohstoffoptimismus und sehr wahrscheinlich in Antizipation der Notierung an der Terminbörse in London angezogen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri

 
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Veröffentlicht: 22.02.2010, 14:48 Uhr


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