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Energie und Rohstoffe Preiskorrektur mit hoher Dynamik

05.12.2008 ·  Die Preise von Energie, Industriemetallen und Agrargütern laufen weiter nach unten. Mit 43,36 Dollar erreichte der Preis für ein Fass Öl der Sorte WTI den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Dagegen zeigt sich der Goldpreis robust.

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Die Preis- und Kursentwicklung an den Energie- und Rohstoffmärkten ist phänomenal. Liefen in den vergangenen Jahren die Preise zunächst nach oben, als ob morgen das Angebot vom Markt verschwinden würde, so fallen sie nun schon seit Monaten ebenso rasch zurück.

Hieß es noch vor wenigen Monaten, der Preis für ein Fass Öl der Sorte WTI werde auf mehr als 200 steigen, so erklärten die Analysten von Merrill Lynch am Freitag, der Preis werde auf bis zu 24 Dollar fallen. Größter könnten die Gegensätze nicht sein. Angesichts der Dynamik der vergangenen Wochen und Tage jedoch scheint ein weiterer massiver Preisverfall bei Öl nicht unwahrscheinlich zu sein. Dafür dürften alleine schon technische Trendfolgesysteme sorgen, die ohne Rücksicht auf fundamentale Daten auf entstandene Trends setzen und diese auf diese Weise bis zu Extremen führen.

Rasanter Preisverfall bei Energie und Industriemetallen

Nicht nur die Notierungen im Energiebereich laufen rasch und deutlich nach unten, sondern auch die Preise für Agrargüter sowie Industrie- und Edelmetalle verlieren dynamisch an Wert. In Teilen lässt sich diese Entwicklung mit der wirtschaftlichen Schwäche weltweit erklären. Die Marktteilnehmer gehen nun davon aus, dass die Nachfrage aus dem Konsume- und Industriebereich nachlassen wird, während nach den massiven Investitionen der vergangenen Jahre das Angebot in der Tendenz zunehmen dürfte.

In den vergangenen Wochen haben angesichts der konjunkturellen Schwäche zwar verschiedenste Unternehmen des Bereichs angekündigt, die Produktion zu kürzen. Ähnlich wie im Ölbereich stellt sich allerdings immer die Frage, ob das nicht Lippenbekenntnisse sind, hinter welchen es um die Neuverteilung von Marktanteilen und um die Generation von Einnahmeströmen geht, mit welchen die getätigten Investitionen und die geplanten Ausgaben gedeckt werden müssen.

Auf der anderen Seite ist die Schwäche von Kernindustrien unverkennbar. Im Automobilbereich rächt sich die nun die Tatsache, dass die Unternehmen der Branche in den vergangenen Jahren nicht genug in effiziente, intelligente Produkte mit attraktivem Preis-Leistungsverhältnis investiert haben. Zugleich wurden die schon lange erkennbaren Überkapazitäten der Branche nicht angegangen. Das rächt sich nun im zyklischen Abschwung doppelt, da sie auf eine rasch fallende und künftig wahrscheinlich tief bleibende Nachfrage treffen.

Goldpreis zeigt sich relativ robust

Das spürt die gesamte Zuliefererkette, die letztlich bei den Energie- und Rohstoffanbietern endet, insbesondere bei den Industrie- und Edelmetallen. Allerdings gibt es Unterschiede. Während die Preise von Platin und Palladium vom vergleichsweise hohen Angebot und der nachlassenden Nachfrage aus der Automobilnachfrage - sie finden in Katalysatoren Verwendung - gedrückt werden, zeigt sich die Notierung von Gold vergleichsweise robust. Das deutet auf eine unterschwellige Nachfrage hin, die sich aus der anhaltenden Unsicherheit an den Finanzmärkten und vor allem auch der tiefen Renditen an den Rentenmärkten ableiten mag.

Verwunderlich ist auch die Preisentwicklung im Agrarbereich. Dort können Wohlstandseffekte - schwaches Wachstum dämpft das Nachfragewachstum nach hochwertigen Nahrungsmitteln in den Schwellenländern - zwar kurzfristig dämpfend wirken. Langfristig zeichnet sich jedoch alleine schon aufgrund der zunehmenden Weltbevölkerung, der begrenzten Flächenausstattung, der historisch tiefen Lagerbestände und der nur noch unterdurchschnittlichen Produktionssteigerungen auf Basis des technischen Fortschritts eine Verknappung ab.
So mögen die Preise in diesem Bereich aufgrund der markttechnischen Eigendynamik kurz- und mittelfristig weiter nach unten laufen. Es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis sie wieder nach oben drehen werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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