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Energie und Rohstoffe Optimistische Prognosen treiben Ölpreis

11.02.2010 ·  Die Aussichten auf eine erhöhte Ölnachfrage auf der Welt haben am Donnerstag dem Rohölpreis zum vierten Tag in Folge zumindest zeitweise Auftrieb gegeben. Ein Barrel Rohöl der Sorte WTI verteuerte sich auf mehr als 75 Dollar.

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Die Aussichten auf eine erhöhte Ölnachfrage auf der Welt haben am Donnerstag dem Rohölpreis zum vierten Tag in Folge zumindest zeitweise Auftrieb gegeben. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der amerikanischen Sorte WTI verteuerte sich auf mehr als 75 Dollar. Der Preis für Brent-Öl stieg auf gut 73 Dollar. Später lagen sie wieder tiefer.

In den vergangenen Wochen war der Ölpreis deutlich gesunken. Anfang des Jahres kostete Öl noch rund 83 Dollar je Barrel. Zuvor hatten nicht nur der Konjunkturoptimismus, sondern auch Spekulanten dazu beigetragen, dass die Notierungen in die Höhe getrieben wurden. Im vergangenen Jahr lag der Ölpreis im Durchschnitt bei 62 Dollar je Barrel.

Preise für Benzin und Diesel über den Rekordpreisen des vergangenen Jahres

Verbraucher in Deutschland, die zum Beispiel Heizöl kaufen, konnten dabei nicht unbedingt von den gesunkenen Ölpreisen profitieren. "Der Heizölpreis folgt dem Ölpreis in weniger starker Ausprägung", sagt Klaus Bergmann vom Internetportal Esyoil. Allerdings: "Im Vergleich zu den Höchstpreisen im Jahr 2008 haben wir nun deutlich niedrigere Heizölpreise." Bergmann erwartet für den Heizölpreis "eine Seitwärtsbewegung im Bereich von 55 bis 62 Euro für 100 Liter Heizöl" (bei einer 3000-Liter-Lieferung). Zum Vergleich: In Frankfurt kosten 100 Liter Heizöl derzeit rund 58 Euro, in Hamburg sind es 57 Euro. Nach Einschätzung von Bergmann müsste der Heizölpreis aber noch deutlich niedriger liegen, jedenfalls was Angebot und Nachfrage angeht. "Die Lager sind voll, und die Nachfrage ist niedrig." Der Ölpreis und damit auch der Heizölpreis würde vielmehr von Finanzmarktanlegern getrieben, die verstärkt in Rohstoffe investierten.

Für Autofahrer hatte sich der gesunkene Rohölpreis in den vergangenen Wochen nicht wirklich positiv ausgewirkt. Nach Angaben des ADAC hatten die Preise für Benzin und Diesel im Januar dieses Jahres bereits die Höchstpreise des Jahres 2009 übertroffen. "Es gibt derzeit einen deutlichen Preisanstieg bei Superbenzin und Diesel", heißt es beim ADAC. Allerdings sind die Benzinpreise in Deutschland nicht nur abhängig von der Ölpreisentwicklung, sondern enthalten auch einen hohen Steueranteil.

Am Donnerstag war der Ölpreis wieder gestiegen, weil die Internationale Energieagentur (IEA) mit einer höheren Nachfrage rechnet. Die IEA steigerte ihre Erwartungen für die Nachfrage dieses Jahr um 170 000 Barrel je Tag auf insgesamt 86,5 Millionen Barrel am Tag. Das entspreche einem Zuwachs von rund 2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009, so die IEA. Besonders das Wachstum in den Schwellenländern wie China führe zu einer höheren Nachfrage. Die IEA hat ihre Prognose zur Ölnachfrage auch wegen der optimistischeren Wachstumserwartungen des Internationalen Währungsfonds angehoben.

Unterschiedliche Prognosen - Opec ist „nachfrageskeptisch“

Die IEA rechnet allerdings weiterhin nicht mit einer höheren Ölnachfrage aus den OECD-Ländern. Von allen wichtigen Energie-Instituten ist die IEA am optimistischsten, was die Nachfragesteigerung angeht. Zuvor hatte auch das amerikanische Energieministerium EIA verkündet, dass es mit steigenden Rohölpreisen rechnet. Das EIA erwartet, dass der Rohölpreis in der zweiten Jahreshälfte 2010 um 9 Prozent auf durchschnittlich 81 Dollar steigen wird. Für 2011 prognostiziert die amerikanische Behörde dann einen Preis von 84 Dollar im Durchschnitt. Im Dezember und im Januar hatte das EIA die Erwartung für Wachstum der Ölnachfrage auf der Welt noch gesenkt.

Die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) stellte ebenfalls ihren Monatsbericht vor. Die Opec ist aber weniger optimistisch als die amerikanische Regierung und geht nur noch von einem Nachfrageanstieg um 810 000 Barrel am Tag auf der Welt aus. Diese Einschätzung ist um 10 000 Barrel niedriger als die Prognose im vergangenen Monat.

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