19.01.2009 · Contango - das ist das Wort das den Ölmarkt bewegt. Öl wird gekauft, auf Lager gelegt und gleichzeitig per Termin teuer verkauft. Fragt sich nur, was die Terminkäufer machen, wenn die Wirtschaft schwach bleibt und die Lager voll sind.
Nach der Spekulationswelle der Jahre 2002 bis in die Mitte des vergangenen Jahres ist der Ölpreis in einen eindeutigen Abwärtstrend übergegangen. Mit 35,68 Dollar je Fass Öl der Sorte WTI liegt er am Montag nahe an einem Viereinhalb-Jahrestief.
Bei verschiedenen Marktteilnehmern sind jedoch noch immer die Reflexe des Kredit getriebenen Booms vorhanden. Sie neigen relativ rasch dazu, auf steigende Preise zu setzen. Zudem sind die Preise für den Kauf von Öl in der Zukunft deutlich höher als jene für den raschen Bezug.
März-Kontrakt deutlich teurer als der auslaufende Februar-Kontrakt
Das zeigt sich alleine schon daran, dass der an der Terminbörse Nymex in den kommenden Tagen auslaufende Februarkontrakt 35,25 Dollar je Barrel Öl kostet, während der Märzkontrakt zu 41,30 Dollar je Barrel umgeht, der Aprilkontrakt 45,7 Dollar kostet und der Mai-Kontrakt sogar 47,90 Dollar.
Diese so genannte Contangosituation zeigt, dass viele Marktteilnehmer strukturell von einem höheren Ölpreis in der Zukunft ausgehen. Die große Preisdifferenz reizt einige Marktteilnehmer dazu, Öl jetzt zu kaufen, es zu lagern und es gleichzeitig per Termin zu verkaufen. Liegt die Differenz zwischen dem Termin- und dem aktuellen Spotkurs über den Lager- und Finanzierungskosten, so können sie einen risikolosen Gewinn realisieren, sofern der Terminkäufer eine solide Bonität hat und die gekaufte Menge tatsächlich abnimmt und bezahlt.
Preisoptimistische Marktteilnehmer fühlen sich an die Ölpreishausse der vergangenen Jahre erinnert und glauben aufgrund dieser Struktur, der Ölpreise werde bald wieder rasch und deutlich nach oben laufen. Allerdings zeigen Daten, dass die herkömmlichen Lager vergleichsweise voll sind und dass die Mieten für Tankschiffe steigen, die in den vergangenen Wochen zunehmend zur Lagerung auf See angemietet wurden. Zudem hat die Internationale Energieagentur die Nachfrageprognose nach Öl für die kommenden Quartale aufgrund des schwachen globalen Wirtschaftswachstums deutlich nach unten genommen auf 85,8 Millionen Barrel pro Tag. Das ist eine Million weniger als in den bisherigen Schätzungen angenommen worden war.
... allerdings steht er ebenso deutlich unter Druck
Trotz der zumindest kommunizierten Produktionskürzungen der Opec ist die Differenz zwischen Ölangebot und -nachfrage in den vergangenen Monaten auseinandergelaufen und hat dazu beigetragen, den Ölpreis zu drücken. Die Terminkäufer gehen dagegen Risiken ein. Sollten sie nicht in der Lage sein, die hohen Preise in der Zukunft an ihre Kunden weiterzugeben, drohen ihnen Verluste. Angesichts der anhaltend schwachen Weltkonjunktur ist die Wahrscheinlichkeit dafür relativ groß.
So kommen die jetzigen Terminkäufer möglicherweise in wenigen Wochen oder Monaten sogar in einem anhaltend schwachen Markt mit zusätzlichem Angebot auf den Markt, um ihre Verluste zu begrenzen. Das zeigt sich am Montag daran, dass der Februarkontrakt an der Nymex schon seit Tagen unter Druck steht, nachdem die Differenz zwischen dem Februar- und dem Märzkontrakt in den vergangenen Tagen extrem geworden war.
Das heißt, statt dass der Ölpreis am kurzen Ende nach oben läuft, geraten die Terminkontrakte aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage und der zunehmenden Lagerbestände nach und nach unter Druck. Sollten die Lager noch voller werden, so dürfte der Druck auf den Ölpreis am kurzen Ende noch weiter drücken können.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |