02.12.2008 · Die Preise von Energie und Rohstoffen laufen weiter nach unten. Mit 47,36 Dollar erreichte der Preis für ein Fass Öl der Sorte WTI am Dienstag den tiefsten Stand seit Mai 2005. Kurzfristig scheint Öl noch günstiger werden zu können.
Die Preise von Energie und Rohstoffen laufen weiter nach unten. Mit 47,36 Dollar erreichte der Preis für ein Fass Öl der Sorte WTI am Dienstag den tiefsten Stand seit Mai des Jahres 2005.
Auf Sicht eines halben Jahres hat der Preis dieser Sorte rund 62 Prozent nachgegeben. Auf Sicht von fünf Jahren liegt er allerdings noch 56 Prozent im Plus. Ähnlich starke Preisrückgänge waren in de vergangenen sechs Monaten auch bei Kautschuk, Sojamehl, Mais sowie bei Platin und Palladium und in Anlehnung an den Ölpreis natürlich auch bei Benzin, Kerosin, Heizöl und Diesel zu verzeichnen. Deutliche Preiseinbußen mussten auch die Terminkontrakte auf Kupfer, Aluminium und Blei, während die Preisrückgänge bei Nickel und Zink schon Monate vorher einsetzten.
Preisrückgang wegen Bereinigung von Positionen und nachlassender Nachfrage
Die deutlichen Preisrückgänge der vergangenen Monate lassen zwei Kernschlüsse zu. Erstens war der Preisauftrieb vorher zu einem großen Teil spekulativ bedingt. Das ließ sich während der Bewegungen nach oben deutlich an der zunehmenden Anzahl offener Positionen an den Terminbörsen und zu nehmend auch im so genannten OTC-Geschäft ablesen. Zu Spitzenzeiten befanden sich große Teile der Terminkontrakte auf Öl konzentriert in den Händen weniger professioneller Marktteilnehmer, die die Preise in der aufgeheizten Atmosphäre durch gezielt gewagte Kurs- und Preisprognosen auch noch künstlich antrieben.
Diese Phase ist längst vorbei, da genau diese Marktteilnehmer in den vergangenen Monaten der Kreditkrise ihre auf Pump erworbenen Positionen bereinigen mussten. Das ist der erste Grund, wieso die Trends in den vergangenen Monaten brachen. Der zweite Grund ist in der inzwischen immer deutlicher werdenden Konjunkturschwäche zu finden. Sie führte zur dramatischen Anpassung der zuvor überzogenen Wachstumserwartungen.
Diese fielen zusammen mit der tatsächlich nachlassenden Nachfrage und dem zunehmenden Angebot. Diese Entwicklung zeigt sich exemplarisch am Beispiel von Nickel. Denn dort ist der Preis schon früh gefallen, weil unter anderem die an der Terminbörse in London gelagerten Bestände in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen haben. Anfang Dezember lag der Bestand bei knapp 64.000 Tonnen und damit auf dem höchsten Niveau seit zehn Jahren. Bei anderen Metallen sieht es ähnlich aus. Selbst bei den Edelmetallen Palladium und Platin gehen Analysten bei der aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie nachlassenden Nachfrage von einem Überschuss in nächster Zeit aus.
Ölpreis - kurzfristig scheint ein weiterer Rückgang möglich zu sein
Selbst im Energiebereich gibt es ähnliche Tendenzen. Während die Nachfrage aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche nachlässt, sind die Förderstaaten bei fallenden Preisen trotz aller Dementis daran interessiert, ihre Förderung hoch zu halten. Denn sie haben in den vergangenen Jahren ihre Budgets stark ausgeweitet und gerieten bei einer Reduktion der Förderung gerade in dem Moment in Finanzierungsschwierigkeiten, in dem die Kreditmärkte sich in einer Stresssituation befinden. Kurzfristig rechnet selbst BP damit, dass noch zwölf bis 18 Monate vergehen könnten, bevor der Ölpreis seinen Boden gefunden haben wird.
Selbst mittel- und langfristig lässt sich hinterfragen, ob der allgemein erwartete Nachfrageboom wieder einsetzen wird. Immerhin haben viele Staaten in punkto Energiebedarf ausgeprägte Sparpotenziale. Das gilt unter anderem für die Vereinigten Staaten. Sollte der neue gewählte Präsident mit seiner Absicht zu starken Investitionen in diesem Bereich ernst machen, so könnte sich die Nachfrage ebenso zurückbilden, wie sie es in Europa schon seit Jahren tut. Innovative Technologien werden sich rasch auch in den Schwellenländern verbreiten. Das heißt, selbst dort dürften entsprechende Effekte spürbar werden können.
Das schließt im Rahmen einer späteren wirtschaftlichen Erholung nicht aus, dass es dann zumindest kurzfristig zu starken Preisbewegungen nach oben kommen kann.
Marktwirtschaft ...
Frank Geiser (geiser123)
- 02.12.2008, 14:09 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |