12.03.2010 · Obwohl der Ölmarkt sehr gut versorgt ist ist der Ölpreis in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Die aktuellste Ausgabe des Ölmarkt-Reports der IEA brachte eine um 70.000 Barrel täglich erhöhte Nachfrage mit sich.
Obwohl der Ölmarkt sehr gut versorgt ist und obwohl die Anbieter deutlich unter ihren maximalen Produktionskapazitäten fördern ist der Ölpreis in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Mit 82,13 Dollar je Barrel liegt der Preis, gemessen am generischen Terminkontrakt der Terminbörse New York Mercantile Exchange, rund 140 Prozent über dem Zwischentief vom Februar des vergangenen Jahres.
In den vergangenen Wochen hat die vom allgemeinen Wirtschaftsoptimismus ausgehende Aufwärtsdynamik zwar etwas nachgelassen. Allerdings arbeitete der Preis in jüngster Zeit zumindest aus charttechnischer Sicht am weiteren Ausbruch nach oben.
Markt ist weiterhin bestens versorgt
Aus fundamentaler Sicht ist der Markt jedoch weiterhin bestens versorgt, auch wenn die Internationale Energieagentur die Nachfrage in den vergangenen Monaten nach und nach nach oben revidiert hatte. Die aktuellste Ausgabe des Ölmarkt-Reports brachte eine um jeweils 70.000 Barrel täglich erhöhte Nachfrage für die Jahre 2009 und 2010 mit sich. Sie sei auf den vergleichsweise starken Bedarf in den Nicht-OECD-Staaten zurückzuführen, während die Nachfrage in den Industriestaaten weiterhin verhalten sei.
Im vergangenen Jahr habe die Ölnachfrage mit durchschnittlich 85 Millionen Barrel täglich 1,4 Prozent unter der des Vorjahres gelegen. Im laufenden Jahr 2010 werde die Nachfrage voraussichtlich um 1,8 Prozent zunehmen auf 86,6 Millionen Barrel pro Tag. Genau diese Menge wurde im Februar angeboten, nachdem das Angebot im Vergleich mit dem Januar leicht zugenommen hat. Im laufenden Jahr wird Kanada seine Grundproduktion leicht erhöhen, während der Flüssiggasmarkt 0,8 Millionen Barrel auf 5,5 Millionen Fass Öläquivalent täglich wachsen kann, erklärt die IEA.
Die Opec produzierte im Februar 29,2 Millionen Fass Öl. Das war die größte Menge seit 14 Monaten. Der Irak trug mehr als die Hälfte der Produktionssteigerung um 200.000 Barrel täglich bei. Der Markt geht davon aus, dass diese Menge bei den gegenwärtigen Preisen beibehalten wird. Die Lagerbestände der OECD-Staaten lagen im Februar bei 2704 Millionen Barrel. Das würde reichen, um die Märkte knapp zwei Monate lang versorgen zu können.
Die vergleichsweise starke Nachfrage nach Öl aus den Schwellenländer ist auf mehrere Effekte zurückzuführen. Erstens auf das Wachstum an sich, das unter anderem von gewaltigen Ausgabenprogrammen stimuliert wurde und wird. Dazu kommen jedoch gerade in China und Indien verzerrende Effekte, die darauf zurückzuführen sind, dass dort die Energiepreise nicht frei von den Märkten gesetzt werden. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass der starke Nachfragezuwachs aus China im Januar auf den Aufbau von Lagerbeständen zurückzuführen ist. Marktteilnehmer scheinen sowohl auf Preiserhöhungen in China als auch auf die anhaltende Stimulierung der chinesischen Wirtschaft zu setzen.
In vielen Staaten kommen Marktpreise nicht durch
Auch in Indien sind ähnliche Effekte wahrscheinlich. Die Lager dürften gefüllt worden sein, bevor die Regierung die Benzin- und Dieselpreise Ende Februar um acht Prozent erhöhte. Dagegen dürften höhere Preise die Nachfrage generell kaum dämpfen, da sie primär von Einkommenseffekten bestimmt werde, heißt es. Die Regierungen der Region haben Schwierigkeiten, diese Märkte zu liberalisieren, da steigende Energiepreise die Gefahr von Unruhen mit sich bringen. Auf der anderen Seite jedoch schlagen Subventionen mit steigenden Weltmarktpreisen immer stärken ins Kontor.
Kurz- und mittelfristig dürfte der Ölpreis eher nach oben als nach unten tendieren. Dafür sind nicht nur solche Faktoren verantwortlich, sondern auch die immer größer werdenden Geldbeträge, die aus Misstrauen auf die geld- und fiskalpolitisch nicht nachhaltigen Strategien in zu vielen Staaten in die Energie- und Rohstoffmärkte fließen.
Längerfristig jedoch wird alleine schon der hohe Ölpreis für Turbulenzen sorgen, weil er nach einer gewissen zeitlichen Verzögerung die Kosten der Unternehmen und die Verbraucherpreise treiben wird. Schon jetzt sind die Diesel- und Benzinpreise an den Tankstellen vergleichsweise hoch. Sie werden nur zu einem vergleichsweise geringen Teil vom Rohölpreis bestimmt, sondern auch von hohen Steuern, Wechselkursen, Raffineriemargen und nicht zuletzt auch von saisonalen Effekten. Traditionell ist der Preisauftrieb in den Monaten März bis Mai ausgeprägter als in andern Phasen des Jahres.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09 % |
| Silber | 33,55 $ | −0,74 % |
| Platin | 1.648,00 $ | −1,02 % |
| Palladium | 702,00 $ | −1,68 % |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29 % |
| Gas | 0,59 £ | −1,60 % |
| Kaffee | 2,17 $ | +0,72 % |
| Zucker | 0,25 $ | +0,90 % |
| Orangensaft | 1,86 $ | −0,98 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.998,65 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |