Home
http://www.faz.net/-gvz-rihj
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Energie & Rohstoffe Ölpreis - Energieagentur senkt Nachfrageprognose

13.11.2008 ·  Ungeachtet aller Knappheitsszenarien fällt der Ölpreis weiter. Mit 54,67 Dollar markierte er am Donnerstag den tiefsten Stand seit März des vergangenen Jahres. Und die Internationale Energieagentur erwartet eine langsamere Zunahme des Energieverbrauchs als bislang prognostiziert.

Artikel Bilder (10) Lesermeinungen (1)

Der Ölpreis läuft weiter nach unten. Ungeachtet aller Knappheitsszenarien liegt er mittlerweile rund 60 Prozent unter dem noch im Juli erreichten Rekordhoch von 145 Dollar je Fass Öl der Sorte WTI. Am Donnerstag ist er im Tagestief bis auf 54,67 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März des vergangenen Jahres gefallen und hat den mittelfristigen Abwärtstrend fortgesetzt.

Die Gründe für die Preiskorrektur liegen auf der Hand. Erstens war der Preis in den vergangenen Jahren des Energie- und Rohstoffbooms zu rasch und zu stark nach oben getrieben worden. Eine Korrektur wurde immer überfälliger. In den vergangenen Monaten fand sie- ausgelöst durch die Kreditkrise - statt, da immer mehr Kredit finanzierte Positionen abgebaut werden und da Marktteilnehmer auf der verzweifelten Suche nach Liquidität alles verkaufen, was sich liquide handeln lässt.

Wirtschafts- und Nachfrageschwäche

Dazu kommt die globale Wirtschaftsschwäche. Sie führt genau in dem Moment zumindest kurzfristig zum Rückgang der Nachfrage, in dem massive Investitionen in die Suche, Entwicklung, Erschließung und Förderung von Öl und Gas sowie Energiesparmaßnahmen erste Früchte zeigten.

Gleichzeitig sind viele Förderländer auf hohe Einnahmen angewiesen, da sie in den Jahren des Booms ihre Ausgaben erhöht haben. So sind sie nun gezwungen, bei sinkenden Preisen trotz anders lautender Bekundungen so viel wie möglich zu fördern, um hohe Einnahmen generieren zu können. Einige Förderstaaten wie Venezuela, Iran, Russland, Oman oder auch Kasachstan benötigten einen deutlich höheren Ölpreis als jetzt, um ihre Ausgabeniveaus mit den laufenden Einnahmen decken zu können. Diese Kombination der Faktoren kann dazu führen, dass der Ölpreis noch weiter fallen kann.

Auf der anderen Seite warnt die Internationale Energieagentur (IEA) in der am Mittwoch veröffentlichten Ausgabe ihres jährlichen Weltenergieausblicks vor einer langfristig drohenden Energieknappheit, sollte nicht genügend in die Infrastruktur investiert werden. Diese Gefahr sei nicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich bestehe das Risiko nicht darin, dass die globalen Reserven ausgingen, sondern dass Investitionen nicht dort getätigt würden, wo sie notwendig seien. Schon jetzt bremsen Unternehmen wie Shell oder Suncor Engery die Entwicklung kanadischer Ölsand-Vorkommen. Die Canadian Association of Petroleum Producers senkte kürzlich die Prognose zu den Investitionen der Branche für das Jahr 2009 um 20 Prozent auf 16 Milliarden kanadische Dollar.

IEA: Energieverbrauch wird langsamen zunehmen als bisher prognostiziert

Gleichzeitig muss die IEA jedoch eingestehen, der globale Energieverbrauch werde in den kommenden Jahren aufgrund der hohen Preise und aufgrund des schwachen Wachstums in den OECD-Staaten langsamer zunehmen, als noch im vergangenen Jahr angenommen. Der weltweite Primärölverbrauch werde bis ins Jahr 2030 jährlich um ein Prozent zunehmen von 85 auf 106 Millionen Barrel pro Tag. Im Vergleich mit den Projektionen des vergangenen Jahres wurde der Ölverbrauch im Jahr 2030 um 10 Millionen Barrel pro Tag nach unten revidiert. Dabei gehe der gesamte Nachfragezuwachs von Nicht-OECD-Staaten wie China, Indien und dem Nahen Osten aus, während er in den OECD-Staaten leicht rückläufig sein werde.

Wurde die Nachfrageprognose nach unten revidiert, so wurde dagegen die Preisprognose nach oben genommen. In nominaler Rechnung könnten die Ölpreise bis im Jahr 2030 bis auf 200 Dollar steigen, heißt es. In den kommenden Jahren dagegen werde die Preisentwicklung aufgrund der ökonomischen Unsicherheiten schwankungsanfällig bleiben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
  nach...
von... EUR USD JPY
EUR 1 1,3126 103,58 0,8306
USD 0,7620 1 78,920 0,6326
JPY 0,0098 0,0127 1 0,0080
1,2040 1,5807 124,74 1
17.02.2012 01:34 Uhr
  Vortag
1,3126 −0,02%
 OK
Tops & Flops Kurs Prozent
EUR/RON 4,3555 +0,20 %
EUR/RUB 39,3700 +0,13 %
EUR/MXN 16,8070 +0,10 %
EUR/HUF 290,6200 +0,05 %
EUR/SEK 8,8230 +0,02 %
EUR/AUD 1,2209 −0,05 %
EUR/TRY 2,3099 −0,06 %
EUR/ZAR 10,1890 −0,16 %
EUR/NZD 1,5701 −0,34 %
EUR/CNY 8,1816 −0,72 %
16.02.2012
Name Kurs Prozent
Gold 1.713,00 $ −1,15 %
Silber 33,18 $ −1,51 %
Platin 1.612,00 $ −1,29 %
Palladium 679,00 $ −1,31 %
Rohöl Brent Crude 120,05 $ +0,85 %
Gas 0,58 £ 0,00 %
Kaffee 2,01 $ +0,17 %
Zucker 0,24 $ −0,45 %
Orangensaft 1,85 $ +0,68 %
AMEX GOLD BUGS 601,37 -- %
AMEX OIL 1.151,96 -- %
Rogers International 24,14 +0,50 %
von
nach
16.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.751,96 −0,09%
 OK
17.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.751,96 −0,09%
FAZ-INDEX 1.505,26 −0,19%
TecDAX 772,73 −1,05%
MDAX 10.296,70 −0,54%
SDAX 4.989,81 −0,62%
REX 423,38 +0,51%
Eurostoxx 50 2.489,35 −0,18%
F.A.Z. EURO INDEX 80,46 −0,11%
Dow Jones 12.904,10 +0,96%
Nasdaq 100 2.592,29 +1,42%
S&P500 1.358,04 +1,10%
Nikkei225 9.238,10 −0,24%
EUR/USD 1,3126 −0,02%
Rohöl Brent Crude 120,05 $ +0,85%
Gold 1.713,00 $ −1,15%
Bund Future 138,72 € −0,24%