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Energie & Rohstoffe Interesse an Rohstoff-Indexfonds nimmt zu

29.07.2009 ·  Die Preisentwicklung im Rohstoffbereich ist volatil. Das hat mit der Krise zu tun und mit der Diskussion über die stärkere Regulierung des Handels im Rohstoffbereich. ETF Securities verzeichnet zunehmende Mittelzuflüsse im Agrarbereich.

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Die Preisentwicklung im Rohstoffbereich war in den vergangenen Wochen volatil. Das hat einerseits mit der Wirtschafts- und Finanzkrise zu tun, die die physische Nachfrage nach Energie- und vielen anderen Rohstoffen dämpft.

Das hat aber auch damit zu tun, dass es inzwischen Diskussionen und Bemühungen gibt, Spekulationen im Energie- und Rohstoffbereich einzuschränken. Denn fließen zu viele Gelder in vergleichsweise kleine Märkte, so verzerren sie die Preisentwicklung und lassen sie von den Fundamentaldaten abkoppeln (siehe auch: Gibt es zu viele Zocker an den Rohstoffmärkten?) .

CFTC spricht sich für striktere Regulierung des Rohstoffhandels aus

Der Vorsitzende der Aufsicht für die amerikanische Terminmärkte (CFTC) Gary Gensler hat sich am Dienstag für eine striktere Regulierung des Rohstoffhandels ausgesprochen. Der 51-jährige Vorsitzende der Commodities Futures Trading Commission kritisierte insbesondere die gängige Praxis an der New Yorker Warenterminbörse Nymex. Bei einer Überprüfung des Handels an der Nymex in den vergangenen zwölf Monaten habe seine Behörde Regel-Übertretungen bei etwa 70 Händlern festgestellt. Zeitweise hätten die Marktteilnehmer das Zwei- bis Dreifache der bisher offiziell zulässigen Obergrenzen bei Kontrakten in ihrem Bestand gehalten. Oft habe die Nymex unterlassen, einzuschreiten, so Gensler bei einer Anhörung vor dem amerikanischen Kongress.

Bei Ölanlagen lag die Bestandsobergrenze bei 10.000 Kontrakten je Monat. In den vergangenen zwölf Monaten zählte die Kommission jedoch 43 Anleger, die dieses Limit überschritten. Sie hielten im Durchschnitt 20.059 Kontrakte. Am Markt für Erdgas hielten 26 Händler in allen zwölf Monaten des Beobachtungszeitraums mehr als die in der Obergrenze angegeben 12.000 Kontrakte; im Durchschnitt beliefen sich die Handelspositionen auf 44.835 Kontrakte.

Allerdings stellen die Märkte, an welchen standardisierte Kontrakte gehandelt werden, nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes dar. Denn viele Kontrakte werden außerhalb organisierter Börsen in Form so genannter OTC-Verträge gehandelt. Gerade diese hatten noch im vergangenen Jahr vor dem Platzen der Kreditkrise gigantische Volumina angenommen von bis zu 13 Billionen Dollar angenommen.

Dazu kamen und kommen immer mehr börsengehandelte Rohstofffonds, deren Preisentwicklung sich an jener einzelner Rohstoffe orientiert und die zum Teil auch physisch unterlegt werden. Auch sie können unabhängig von der tatsächlichen Marktsituation die Preise bewegen.

Agrar-Indexfonds sind seit Wochen gefragt

Nach jüngsten Informationen eines dieser Anbieter, der ETF-Securities in London, haben die Zuflüsse in den vergangenen Wochen wieder zugenommen. Die „Landwirtschaftsprodukte“ verbuchten alleine in der vergangenen Woche einen Zufluss von 21 Millionen Dollar. Seit Jahresbeginn beträgt der Zufluss 655 Millionen Dollar, ein Plus von 85 Prozent.

Auch das Interesse an Investitionen in Erdgas hat zugenommen. Die im ETFS Leveraged Natural Gas investierten Mittel sind in der vergangenen Woche um 13,5 Millionen Dollar gewachsen, seit Jahresbeginn um 597 Millionen Dollar. Dagegen mussten Ölfonds mit kurzen Laufzeiten ebenso Abflüsse verzeichnen wie Goldfonds. Der Bestand des ETFS Physical Gold ist um 35.000 Unzen gesunken auf zuletzt 7,5 Millionen Unzen.

Solche Zahlen zeigen erstens, dass das Misstrauen vieler Anleger in die geld- und fiskalpolitisch eingeschlagenen Wege groß ist, sonst würden sie nicht in „harte Fakten“ in Form physischer Güter investieren wollen. Zweitens ist die Aussagekraft von regulierten Terminbörsen in punkto Handelsvolumina und eingegangener Positionen begrenzt. Viele Geschäfte laufen daran vorbei, manchmal sehr bewusst. So gibt es Berichte, nach welchen gegenwärtig in China riesige Kupferbestände außerhalb jeglicher Statistiken gehortet werden. Auf diese Weise kann der Anschein erzeugt werden, Kupfer sei knapp geworden.

Kritische Anleger werden aus diesen Gründen dazu tendieren, Statistiken mit der notwendigen Skepsis zu betrachten. Zudem dürften sie dazu neigen, vor Investitionen zu überlegen, welche Folgen mögliche Handelsbeschränkungen haben könnten und wie zuverlässig Index-Fondsanbieter sind. Immerhin zeigen kritische Studien, dass es einzelne Silberfonds nicht so genau nehmen mit der Dokumentierung der physischen Unterlegung ihrer Produkte. Eine statistische Untersuchung ergab Doppelungen bei den Serien- und Herstellernummern angeblich hinterlegter Barren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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