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Energie & Rohstoffe IEA: Verhaltene Nachfrage nach Diesel

12.08.2009 ·  Die Internationale Energieagentur hat ihre Prognose für die Ölnachfrage in den Jahren 2009 und 2010 minimal erhöht. Die Nachfrage nach Mitteldestillaten, ein guter Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung, sei allenfalls verhalten.

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Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die Ölnachfrage in den Jahren 2009 und 2010 unter Hinweis auf optimistischere Wirtschaftsaussichten in Teilen Asiens leicht erhöht. Im laufenden Jahr werde nun eine weltweite Nachfrage von 83,9 Millionen Barrel pro Tag erwartet, heißt es in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht. Das sind 190.000 Barrel mehr als im Bericht vom vergangenen Monat.

Allerdings liege die Nachfrage im laufenden Jahr wegen der Wirtschaftskrise immer noch 2,7 Prozent unter der des Vorjahres, die sich nach revidierten Angaben auf 86,3 Millionen Barrel täglich belief. Für das Jahr 2010 wird nun eine Nachfrage von 85,3 Millionen Barrel pro Tag erwartet. Das entspräche zwar einem Anstieg der Nachfrage um 1,3 Prozent im Vergleich mit dem laufenden Jahr. Aber sie läge immer noch zwischen 1,2 und 1,5 Prozent unter jener der Jahre 2007 und 2008.

Verhaltene Nachfrage nach Mitteldestillaten

Trotz der Aufwärtsrevision, die vornehmlich mit einer höheren Einschätzung der chinesischen Nachfrage begründet wird, äußerte sich die Energieagentur zurückhaltend über die weitere Entwicklung. Selbst in China sei noch nicht klar, wie sich die Ölpreisreform im Binnenmarkt auswirken werde. Sie soll dazu führen, dass sich die Energiepreise im Inland stärker als in der Vergangenheit an den Weltmarktpreisen orientieren. Allerdings führe der Preismechanismus in der aktuellen Version dazu, dass Marktteilnehmer prozyklisch Lagerbestände auf- beziehungsweise abbauten, sobald Preisänderungen absehbar seien.

Insgesamt gebe es bisher nur vereinzelte Hinweise auf ein Ende der globalen Rezession und die Nachfrage nach Mitteldestillaten (Diesel und Heizöl) - nach Einschätzung der IEA ein Schlüsselindikator für die konjunkturelle Verfassung - sei weiterhin weltweit gedrückt. Die jüngsten Daten signalisierten, dass die amerikanische Sommerverbrauchssaison in diesem Jahr und damit im zweiten Jahr in Folge quasi ausgefallen sei, in Europa setzt sich die Nachfragekontraktion fort.

Das weltweite Ölangebot stieg im Juli gegenüber dem Vormonat um 570.000 Barrel pro Tag auf 85,1 Millionen Barrel, lag damit aber um 2,6 Millionen Barrel niedriger als im Juli 2008. Das sei beinahe gänzlich auf die Senkung der Rohölförderung durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) zurückzuführen, heißt es. Im Juli sank die OPEC-Rohölproduktion gegenüber dem Vormonat um rund 100.000 auf 28,64 Millionen Barrel pro Tag, was vornehmlich auf die niedrige Förderung in Nigeria zurückgehe.

Die Lagerbestände sind vergleichsweise hoch

Die elf OPEC-Mitglieder förderten der IEA zufolge im Juli 26,12 Millionen Barrel täglich, womit sie die angepeilte Obergrenze von 24,845 Millionen Barrel um rund 1,28 Millionen Fässer überschritten. Die OPEC-Minister wollen am neunten September in Wien zusammenkommen, um über die Aussichten am Ölmarkt zu beraten. Sorge bereiten ihnen die anhaltend hohen weltweiten Lagerbestände.

Die Lagerbestände der Industrie in den Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind dem IEA-Bericht zufolge im Juni saisonunüblich um 8,5 Millionen Barrel auf 2.749 Millionen Barrel gestiegen. Die Lagerbestände deckten damit Ende Juni wie Ende Mai die Nachfrage für 61,7 Tage. Damit ist der Zeitraum der Nachfragedeckung zehn Tage länger, als der saudische Ölminister Ali Naimi für wünschenswert hält, um eine ausgeglichene Marktlage zu erreichen.

Auf dieser Basis sei der Auftrieb der Ölpreise in den vergangenen Wochen nicht auf die an sich schwachen Fundamentaldaten des Marktes zurückzuführen, sondern allenfalls auf den allgemeinen Wirtschaftsoptimismus, erklärt die IEA.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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