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Energie DWS lässt Anleger auf Uran-Förderer wetten

07.05.2007 ·  Der Uranpreis hat abgehoben. Kein Wunder, dass immer mehr Zertifikate zum Thema auf den Markt kommen. DWS Go zieht jetzt nach und setzt vor allem auf Uran-Förderer. Die Chancen sind groß, die Risiken natürlich auch.

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Merrill Lynch, UBS und Société Générale haben den Uranpreis schon für sich und ihre Anleger entdeckt, jetzt folgt die DWS: Die Fondstochter der Deutschen Bank bietet über ihre Zertifikateplattform DWS Go einen Tracker auf den „DWS Uranium Exploration TR“-Index an.

„Der Fokus liegt auf Unternehmen, die sich mit der Exploration sowie dem Abbau von Uran beschäftigen und von der derzeit knappen Angebotssituation profitieren könnten“, schreibt die Fondsgesellschaft. Der Index wird durch einen Anlageausschuss aktiv gemanagt. Die Dividenden werden berücksichtigt, dafür fallen jährlich 1,75 Prozent Managementgebühr an. Die Geld-Brief-Spanne soll „unter normalen Marktbedingungen“ bis zu 0,9 Prozent betragen (Isin DE000DWS0G81).

Uranpreis hat sich vervielfacht

Derzeit sei die Nachfrage nach Uran doppelt so groß wie das Angebot, schreibt die DWS. Tatsächlich hat sich der Preis, der auf Auktionen für den Rohstoff bezahlt wird, in den vergangenen Jahren vervielfacht. Unlängst wurde die Marke von 100 Dollar je Pfund überschritten.

„In den vergangenen Jahrzehnten wurde kaum in die Uranexploration investiert, da das sekundäre Angebot (Urannutzung aus alten Atomwaffen zur Stromerzeugung) ausreichend schien“, so die DWS. Diese Quelle werde allerdings mittelfristig versiegen. „Damit die Versorgungslücke geschlossen werden kann, müssen neue Uranvorkommen entdeckt und genutzt werden.“

„Ein spekulatives Investment“

Darauf setzen Anleger, die sich das Zertifikat ins Depot legen. Das Besondere am Index sei der hohe Anteil an Explorationsgesellschaften, schreibt die Fondsgesellschaft. „Folglich handelt es sich um ein spekulatives Investment, mit dem langfristig im Falle von weiteren Uranpreissteigerungen profitiert werden könnte.“ Zu berücksichtigen sei auch, dass bereits einzelne Nachrichten über Erfolge oder Misserfolge die Kurse von Explorern entscheidend verändern können. „Dementsprechend hoch ist das Chance-Risiko-Profil des Zertifikats.“ (Für die Index-Zusammensetzung siehe nebenstehende FAZ.NET-Tabelle.)

Für nervöse Investoren ist das Zertifikat in der Tat nicht geeignet. Der Markt gilt vielen als überhitzt und schreit nach einer Korrektur. Bis diese kommt, kann es freilich noch dauern. Anleger müssen auch wissen, dass die Managementgebühr von 1,75 Prozent im Jahr relativ hoch ist. Das Zertifikat der Société Générale (Isin DE000SG0URX5) bildet ebenfalls einen Index nach, kommt aber mit einer Gebühr von einem Prozent aus. Die Papiere von Merrill Lynch (Isin DE000ML0BDN5) und UBS (Isin CH0025274710) dagegen zeichnen die Entwicklung eines starren Aktienkorbes nach (siehe auch: Vorsicht bei Uran-Wetten).

Australien könnte für mehr Angebot sorgen

Eine Schlüsselrolle bei der weiteren Uranpreisentwicklung könnte Australien spielen. Australien besitzt rund 38 Prozent des bekannten Weltvorkommens an Uran. Bislang aber steuern die Australier mit nur drei Uranminen gerade einmal ein Fünftel zum derzeitigen Weltverbrauch bei.

Die australische Industrievereinigung schätzt, dass das Land seine Exporte bis 2015 auf etwa 25.000 Tonnen verdoppeln könne, wäre der politische Wille vorhanden. Die Ausfuhren in diesem Fiskaljahr (30. Juni) dürften knapp 10.400 Tonnen erreichen, ein Wert von etwa 726 Millionen australischen Dollar (441 Millionen Euro). Der Wert der bislang bekannten Vorkommen in Australien aber wird auf mindestens 20 Milliarden Dollar geschätzt.

Ministerpräsident John Howard befürwortet inzwischen Atomkraftwerke. Und die Labor-Mitglieder entschieden kürzlich auf ihrem Parteikongress, dass nach 25 Jahren Verbot künftig wieder Uranbergwerke genehmigt werden sollen (siehe auch: Australien öffnet sich Schritt für Schritt der Atomkraft).

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi mit Material von che., F.A.Z.
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