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Energie Anleger rechnen mit sinkenden Ölpreisen

 ·  Die schlechte Konjunkturlage sowie ein höheres Ölangebot führen zu fallenden Preisen. In Amerika ist der Rückgang größer als in Europa.

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Negative Konjunkturaussichten sowie eine deutlich höhere Ölförderung in den Vereinigten Staaten drücken die Ölpreise an den Rohstoffmärkten. So hat sich europäisches Nordseeöl der Sorte Brent seit Mitte September um knapp 6 Prozent verbilligt.

Für amerikanisches WTI-Öl beträgt der Rückgang in diesem Zeitraum sogar 13 Prozent. Sollte sich der Abschwung am Ölmarkt fortsetzen, können Verbraucher mit sinkenden Preisen für Benzin und Heizöl rechnen.

Spekulanten wetten nicht mehr auf teures Öl

Viele Anleger erwarten weiter fallende Preise: Spekulativ orientierte Finanzanleger, zu denen zum Beispiel Hedgefonds zählen, haben am Terminmarkt ihre Wetten auf steigende Ölpreise auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten gesenkt. Dies geht aus Daten der amerikanischen Terminmarktaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hervor. So senkten die Anleger die Netto-Long-Positionen für amerikanisches Öl in der Woche bis zum 23. Oktober um 17 Prozent. Neuere Daten sind noch nicht verfügbar.

Es ist nicht nur „die negative Stimmung an den Finanzmärkten, die die Ölpreise drückt“, wie es die Rohstoffanalysten der Commerzbank in einem Marktbericht schreiben. In den Vereinigten Staaten wächst zudem das Ölangebot: Die Öllager erhalten stetig Zufluss aus Regionen wie den amerikanischen Bundesstaaten North Dakota, Texas und Oklahoma.

Mehr Öl aus Dreck

Hintergrund ist der wachsende Einsatz der Fracking-Technologie. Dabei wird ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Öl sowie Gas aus Schiefergestein zu fördern. Dieses - aus Umweltschutzgründen hoch umstrittene - Verfahren ist so erfolgreich, dass allein in North Dakota die geförderte Ölmenge dieses Jahr bis Juni um 23 Prozent zulegte.

In Oklahoma beträgt der Anstieg 12 Prozent, in Texas sind es 13 Prozent, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich auf Angaben des amerikanischen Energieministeriums. Damit fördern die Vereinigten Staaten immer mehr Öl im eigenen Land und senken ihren Importbedarf für ausländisches Rohöl erheblich.

Brent relativ teuer

In Europa kommt es hingegen nicht zu einem derart starken Anstieg der Ölförderung. So gibt es zum Beispiel mit Blick auf die Gasförderung in Deutschland viel Widerstand gegen die Fracking-Technik. Hinzu kommt, dass die Ölproduktion in der Nordsee nicht zunimmt, sondern seit Jahren rückläufig ist. Zuletzt hatten Produktionsausfälle in der Nordsee und die steigende Nachfrage nach Brent-Öl auf der Welt allerdings dafür gesorgt, dass der Preisrückgang für europäisches Brent nicht so stark ausfiel wie für das WTI-Öl in Amerika.

Damit hat sich der Preisunterschied für die beiden Ölsorten ausgeweitet. Am Montagnachmittag kostete Brent rund 110 Dollar je Barrel (je 159 Liter). Für WTI waren es 86 Dollar je Barrel. „Die Preisdifferenz zwischen WTI und Brent bleibt besorgniserregend hoch“, schreiben die Rohstoffanalysten der Commerzbank. In den vergangenen Monaten hatte noch die Debatte um mögliche Lieferausfälle für Rohöl wegen der politischen Spannungen im Nahen Osten den Preisen Auftrieb verliehen. Weiterhin gilt ein Importstopp der Europäischen Union für Öl aus Iran wegen des Streits um das Atomprogramm des Landes.

Für Unruhe am Ölmarkt sorgt derweil auch der Wirbelsturm Sandy an der amerikanischen Ostküste. Zwar liegen in der Region keine wichtigen Ölförderanlagen wie im Golf von Mexiko, doch amerikanische Raffinerien trafen Vorkehrungen für den Sturm: Sie stellten die Produktion ein. Dies dürfte zu einem weiteren Anstieg der Rohöl-Lagerbestände in den Vereinigten Staaten führen.

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