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Edelmetalle Stromausfall in Südafrika erreicht Rohstoffmärkte

25.01.2008 ·  Die drei größten Goldproduzenten sowie der größte Platinproduzent Südafrikas haben am Freitag wegen andauernder Stromausfälle die Produktion in sämtlichen Minen stillgelegt. Das hat die Edelmetallpreise auf Rekordhoch getrieben.

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Die drei größten Goldproduzenten sowie der größte Platinproduzent Südafrikas haben am Freitag wegen andauernder Stromausfälle die Produktion in sämtlichen Minen stillgelegt. Bisher ist nicht abzusehen, wann die Arbeit wiederaufgenommen wird. Die Preise für Gold und Platin erreichten an den internationalen Börsen in der Folge historische Höchststände. Der Goldpreis am Spotmarkt stieg am Freitag zwischenzeitlich auf 923,73 Dollar je Feinunze, nach 907 Dollar am Vortag. Platin kostete 1701 Dollar je Feinunze, nach 1606 Dollar am Tag zuvor.

Südafrika erlebt derzeit die schlimmsten Versorgungsengpässe seit Jahrzehnten. Der nationale Stromversorger Eskom schaltet seit Wochen täglich für mehrere Stunden den Strom ab, weil die Kapazität bei weitem nicht ausreicht, um die Nachfrage zu decken. Analysten schätzen den bisherigen Schaden für die Wirtschaft auf mehr als 2 Milliarden Rand (200 Millionen Euro). Ein Ende der Engpässe ist nicht abzusehen. Eskom hat Stromausfälle für die kommenden fünf bis acht Jahre angekündigt. Besonders betroffen sind Johannesburg und die Region Gauteng, das Zentrum der Gold- und Platinproduktion des Landes.

Stromengpässe in Südafrika ...

Der Minister für öffentliche Unternehmen, Alec Erwin, und Energieminister Buyelwa Sonjica riefen am Freitag auf einer Pressekonferenz den "nationalen Versorgungsnotstand" aus. Erwin gestand ein, dass die Regierung mitverantwortlich sei für die Stromkrise. Sie habe zu spät auf die rapide gestiegene Stromnachfrage reagiert. Südafrika sei zum "Opfer des eigenen Erfolgs" geworden. Sonjica kündigte höhere Strompreise und Stromrationierungen für private wie gewerbliche Kunden an. Wann damit zu rechnen ist, blieb jedoch offen. Die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft, die 2010 in Südafrika stattfinden soll, ist nach Angaben der Minister nicht in Gefahr.

Die Unternehmen Anglo-Gold Ashanti, Gold Fields und Harmony teilten mit, dass sie die Produktion gestoppt hätten, weil Eskom keine ausreichende Stromversorgung mehr garantieren könne. Die ohnehin angespannte Lage sei durch die andauernden Regenfälle in den vergangenen Tagen verschärft worden, da Eskoms Kohlevorräte nass geworden seien. "Wir wissen nicht, wie lange dies dauern wird. Aus meiner Sicht wird es keine schnelle Lösung geben", sagte der Harmony-Vorstandsvorsitzende Graham Briggs. Für Harmony bedeute der Stillstand einen Produktionsausfall von 300 Kilogramm Gold am Tag. Dies entspreche einem Wert von 60 Millionen Rand (6 Millionen Euro). Gold Fields entgeht nach eigenen Angaben eine Produktion von etwa 7000 Unzen Gold am Tag. "Diese Stromausfälle haben schwerwiegende Folgen für unsere Operationen in Südafrika", sagte der Gold-Fields-Vorstandsvorsitzende Ian Cockerill. Anglo-Gold Ashanti machte keine Angaben zum Produktionsausfall.

... führen bei Unternehmen zu deutlichen Produktionsausfällen

Angloplat, der Weltmarktführer auf dem Platinmarkt mit einem Anteil von 40 Prozent, rechnet mit einem Produktionsausfall von 9000 Unzen am Tag. Die Nummer zwei im Markt, Impala Platinum, verliert nach eigenen Angaben 3500 Unzen. Impala Platinum hat ebenfalls seine größte Mine geschlossen. Lediglich in der kleineren Marikana-Mine wird noch gefördert. Die Gewerkschaft der Minenarbeiter teilte mit, dass die Unternehmen mehrere zehntausend Mitarbeiter nach Hause oder zu Trainings geschickt hätten.

Die Aktienkurse der Minenunternehmen gaben kräftig nach. Sie appellierten an Eskom, eine schnelle Lösung zu finden. Wegen der regelmäßigen, meist unangekündigten Stromausfälle könne die Sicherheit der Minenarbeiter nicht mehr gewährleistet werden. Ohne Strom kann das Wasser nicht aus den Minen gepumpt und für ausreichend Sauerstoff in den teils mehrere Kilometer tiefen Minen gesorgt werden. Südafrikas Minen haben in den vergangenen Jahren immer wieder wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel für Schlagzeilen gesorgt. In manchen Jahren starben bis zu 200 Arbeiter. Die Regierung drohte vor kurzem, Minen zu schließen, wenn die Sicherheit der Mitarbeiter nicht gewährleistet werden könne.

Südafrika war seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts der größte Goldproduzent der Welt. Wegen der schrumpfenden Goldvorkommen gab das Land die Spitzenposition im vergangenen Jahr jedoch an China ab. Für die südafrikanische Wirtschaft spielen die Edelmetalle aber immer noch eine Schlüsselrolle.

Quelle: clb., F.A.Z., 26.01.2008, Nr. 22 / Seite 23
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