20.11.2009 · Der Preisauftrieb bei Gold sorgt für Furore. Auf längere Sicht verzeichnet Silber nominal eine bessere Preisentwicklung. In den vergangenen sieben Jahren legte der Preis um mehr als 300 Prozent zu. Die Entwicklung ist aber volatiler.
Der Preisauftrieb bei Gold sorgt für Furore, seitdem er in den vergangenen Wochen eine Eigendynamik entwickelte und nominal sowie in Dollar ein Rekordhoch nach dem anderen verzeichnete. Noch vor zwei Tagen kostete eine Feinunze Gold bis zu 1.145 Dollar. Seit Ende des Jahres 2002 ist Gold um knapp 250 Prozent teurer geworden.
Auf längere Sicht jedoch verzeichnete Silber nominal eine bessere Preisentwicklung. In den vergangenen sieben Jahren legte der Preis nominal und in amerikanischer Währung mehr als 300 Prozent zu auf zuletzt 18,35 Dollar je Feinunze. Allerdings ist die Silberpreisentwicklung deutlich volatiler als die von Gold. Er korrigierte im vergangenen Jahr zwischenzeitlich deutlich, erholte sich dann allerdings deutlicher vom Zwischentief als Gold weiter nach oben lief.
Neue Preishochs vor einer Korrektur?
Der Silberpreis wird nach Ansicht des Edelmetallmarkt- Beobachters GFMS bis Jahresende möglicherweise auf 20 Dollar je Unze anziehen, hieß es am Donnerstag. Kurzfristig sei wegen der Nachfrage der Anleger mit einigem Schub zu rechnen, da der Goldpreis durchaus die Marke von 1.200 Dollar knacken könnte, erklärten die Analysten. Noch kurzfristiger allerdings zeigen sich am Freitag Konsolidierungsanzeichen. Genau diese können angesichts der in den vergangenen Wochen beobachteten Dynamik sowohl bei Aktien, bei Edelmetallen und auch der auf der Währungsseite erreichten Dynamik kaum überraschen.
Viele, wahrscheinlich zu viele Anleger setzten in ihrem allgemeinen Wirtschaftsoptimismus und ausgehend von einer anhaltend laxen Geldpolitik in weiten Teilen der Welt gleichzeitig auf dieselben Trends. Sollten die Grundannahmen auch nur in Ansätzen enttäuscht werden oder sollte es zu sonstigen Überraschungen kommen, kann eine lawinenartige Gegenbewegung beachtlichen Ausmaßes kaum überraschen. Sollte der Dollar sich - etwa bei fallendem Risikoappetit oder aufgrund einer regulatorischen Einschränkung der Spekulationen der Eigenhandelsabteilungen großer Banken (was zu einer Verringerung der so genannten Dollar-Carry-Trades führen würde) - etwas erholen, würde es bei den getätigten „Anti-Dollar-Positionen“ zu massiven Gewinnmitnahmen kommen können.
Was machen die Zentralbanken?
Das gilt vor allem für die vergleichsweise kleinen und engen Rohstoffmärkte. Selbst GFMS rechnet im nächsten Jahr damit, dass der Silberpreis auf durchschnittlich 14,50 Dollar sinken wird. Erstens, weil sich der Dollar erholen werde. Zweitens weil die Nachfrage von Anlegerseite möglicherweise nachlassen würde. Sie begründen diese Erwartung mit der Hoffnung, die Weltwirtschaft werde sich weiter erholen und die Anleger zum Kauf anderer Anlageformen verleiten.
Genau das würde jedoch auch die Silbernachfrage von industrieller Seite anziehen lassen. Auf diese Weise würde das Überangebot, welches sich ohne Berücksichtigung der Anlegernachfrage ergäbe, etwas abnehmen und den Preis auf tieferem Niveau stabilisieren. Ob das so kommen wird, hängt unter anderem von den Zentralbanken ab. Sollten sie - vor allem die amerikanische - noch expansiver werden und die rasant zunehmenden Staatsschulden über die Druckerpresse finanzieren, würde der Dollar - abgesehen von denkbaren Zwischenerholungen technischer Natur - wieder unter Druck geraten, während Gold, Silber und andere Edelmetalle noch teurer werden würden.
Erstens, weil sich der Dollar erholen werde.
Konrad Fit (Einstein-1)
- 22.11.2009, 15:38 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |