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Edelmetalle Platin und Palladium: Anleger bestimmen den Preis

25.04.2007 ·  Während der Platinpreis in den vergangenen Wochen deutlich nach oben tendierte, zeigt Palladium erst seit relativer kurzer Zeit Bewegung nach oben. Dafür sind Anleger verantwortlich. Fundamental sind beide Märkte gut versorgt.

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Zusammen mit anderen Edelmetallen ist in den vergangenen Jahren auch der Preis von Platin nach oben gelaufen. Im Mai des vergangenen Jahres hatte er zunächst ein Zwischenhoch markiert, hat danach konsolidiert und ist schließlich in den vergangenen Wochen wieder aus diese Konsolidierungsbewegung nach oben ausgebrochen und hat mit Preisen von bis zu 1.315 Dollar je Feinunze neue Mehrjahreshochs erreicht.

Diese Preisentwicklung dürfte einerseits auf die ausgeprägte Dollarschwäche der vergangenen Wochen zurückzuführen sein. Sie lässt zusammen mit der anhaltend hohen Liquidität so gut wie alle Vermögenspreise weltweit steigen. Kritische Marktteilnehmer reden aus diesem Grund schon längere Zeit von einer Inflation der Vermögenspreise.

Eigendynamik bei Platin wegen der Auflage vom Rohstoffaktien

Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen dürften die Edelmetalle als wirklich knappe Güter einerseits von Diversifikationsüberlegungen der Anleger profitieren. Die Preisentwicklung bei Platin dürfte in den vergangenen Wochen auch deswegen stimuliert worden sein, weil in den vergangenen Tagen so genannte Rohstoffaktien in Form des ETFS Physical Platinum auf den Markt kamen. In Vorbereitung darauf hat sich der Anbieter ETF Securities wohl eingedeckt und auf diese Weise zu einer gewissen Preisdynamik nach oben beigetragen.

Rohstoffaktien dieser Art werden zwar vom Grundsatz her börsennotierten Indexfonds nachgebildet. Allerdings gibt es einen Unterschied: Während Fonds unter rechtlichen Aspekten Sondervermögen mit besonderem Gläubigerschutz im Insolvenzfall sind, entsprechen die Rohstoffaktien ähnlich wie Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen. Das heißt, gerät der Emittent in Zahlungsschwierigkeiten, so hat der Anleger ein Problem.

Neben den Anlegern interessiert sich auch die Industrie für Platin. Sowohl in der Schmuck- und vor allem die Automobilindustrie ist das edle Metall gefragt. Es dient als Katalysator in der Abgasreinigung. Alternativ lässt sich dafür auch Palladium verwenden. Allerdings ist der Wechsel nicht einfach, da er zu hohen Umstellungskosten führt. Aus diesem Grund lässt sich die „Wechselwirkung“ nur bedingt auf die Preisentwicklung der beiden Metalle übertragen.

In den vergangenen Monaten scheinen jedoch hohe Preise bei Platin zu einem gewissen Ausweichprozess auf Palladium geführt zu haben. Denn auch dort kam es zumindest phasenweise zu deutlichen Preissteigerungen. Auch der Palladiumpreis ist in den vergangen Wochen nach oben gelaufen.

Leichte Produktionsüberschüsse an den physischen Märkten

Glaubt man einer Analyse von GFMS Limited, so scheinen bei Platin weitere Preissteigerungen auf bis zu 1.450 Dollar je Unze Platin möglich zu sein, auch wenn das Angebot am Markt die Nachfrage leicht überwiegen dürfte. Im Hintergrund dürfte nicht nur die Nachfrage aufgrund der Auflage des Platin-ETFs stehen, sondern die Dollarschwäche, Inflationssorgen, geopolitische Spannungen und andere Argumente könnten zu Käufen führen.

Ähnliches gelte auch für Palladium. Denn auf der einen Seite könne die zunehmende Nachfrage von der Schmuck- und Automobilindustrie das leicht zunehmende Minen- und Schrottangebot ausgleichen. Auf der anderen Seite stünden jedoch bei Palladium russische Bestände, deren Verkäufe den Metallmarkt in diesem Bereich über versorgen könnten. Trotzdem seien aufgrund der anhaltenden Anlegernachfrage Preise von bis zu 420 Dollar je Unze Platin denkbar.

Im Jahr 2006 ist das Platinangebot um sechs Prozent auf beinahe 7,9 Millionen Unzen angestiegen, während die Nachfrage nur um zwei Prozent zulegte. Aus diesem Grund war das Angebot erstmals seit längeren größer als die Nachfrage. Gleiches gelte für Palladium, wo im vergangenen Jahr ein leichter Angebotsüberschuss auf Basis einer zunehmenden Minen- und Schrottproduktion zu verzeichnen war. Schwerer wogen jedoch die Verkäufe von Beständen von mehr als 1,6 Millionen Unzen, die zu einer Überschussposition führten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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