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Edelmetalle Platin bietet aufgrund des Überangebots kaum Reize

26.09.2008 ·  Platin hat in den vergangenen Monaten 50 Prozent seines Wertes verloren. Aufgrund des absehbaren Überangebots gibt es nur wenige Gründe, die für einen Preisauftrieb sorgen könnten. Zum Beispiel die Sorge über die Kreditkrise.

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Nach dem gewaltigen Preisauftriebe noch bis Anfang des vergangenen Jahres kam es in den vergangenen Monaten bei Edelmetall-Anlegern zur Ernüchterung. Das gilt insbesondere für die so genannte Platingruppe.

Der Preis für Palladium liegt inzwischen 57 Prozent unter seinem Zwischenhoch vom März des laufenden Jahres, der Preis von Platin hat seit dem fünf März 52 Prozent auf zuletzt 1.159 Dollar je Feinunze nachgegeben.

Anleger haben aufgrund der schwindenden Liquidität Gewinne mitgenommen

Es gibt verschiedene Gründe für die Korrektur. Erstens hat im Rahmen der Kreditkrise die Liquidität an den internationalen Märkten abgenommen und Anleger zu Gewinnmitnahmen gezwungen. Gerade sie hatten noch bis vor nicht allzu langer Zeit die Preise von Rohstoffen auf der Suche nach Alternativen zum schwachen Dollar unanhängig von jedweder fundamentalen Nachfrage nach oben getrieben.

Dazu kommen immer mehr Anzeichen, die aufgrund der global nachlassenden Dynamik auf eine nachlassende Nachfrage nach Nutz- und Personenkraftwagen hindeuten. So erklärte Honda am Freitag, die Nachfrage nach seinen Produkten wachse langsamer als erwartet, bei Toyota reduzierte seine internationale Produktion inzwischen deutlich. Alleine im August ging sie außerhalb Japans um 18 Prozent zurück, während sie in den Vereinigten Staaten sogar um 36 fiel. Das war der stärkste Rückgang seit zwölf Jahren. Schon im Juli waren die Verkäufe um mehr als 13 Prozent gefallen auf den niedrigsten Stand seit 1992.

Da 60 Prozent der industriellen Nachfrage nach Platin aus der Automobilindustrie kommen und da sich aufgrund der hohen Preise in den vergangenen Monaten auch die Schmuckindustrie mit Käufen zurückhielt, dürfte sich der Bedarf weltweit verhalten entwickeln. Das trifft jene Anleger hart, die von einem Preisanstieg bei Platin profitieren wollten.

Experten rechnen mit einem physischen Überangebot

Bei der Vorstellung des ersten Ergänzungsbandes zur alljährlichen Goldstudie von GFMS zeichneten die Analysten der Londoner Beratungsfirma kein besonders positives Bild für Platin. Trotz des Einbruchs bei der Neuproduktion im ersten Halbjahr sehen die Analysten von GFMS für das Jahr 2008 einen Überschuss auf dem Platinmarkt voraus, der bis zu 120.000 Unzen betragen könne. Für das Jahr 2007 hatte GFMS noch ein Defizit von 210.000 Unzen errechnet. Grund für den Wechsel hin zu einer Überschusssituation sei das zunehmende Recycling, die Substitution von Platin durch Palladium in der Autoindustrie und der Einbruch der Schmucknachfrage aufgrund der hohen Preise in den ersten acht Monaten. Für 2009 prognostizierten Vertreter von GFMS sogar einen noch deutlich höheren Überschuss.

Auf dieser Basis bietet das Metall Anlegern vorerst nur wenig Preis- und Kursphantasie. Das dürfte sich nur dann ändern, wenn die Anleger aufgrund der andauernden Finanzkrise wieder in Panik gerieten und aus Sorge über die amerikanische Währung oder darüber, dass viele Staaten aufgrund der hohen Verschuldung auf der Suche nach Wirtschaftswachstum den Wegs des geringsten wirtschaftspolitischen Widerstandes suchten und zu inflationären Politiken neigten, den absoluten Wert der Edelmetalle in ihren Depots halten wollen. Ausgeschlossen ist das nicht. Fakt ist jedoch, das die Edelmetallpreise volatil sind und keinerlei Dividenden abwerfen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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