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Edelmetalle Inflationsfurcht treibt Preise für Gold und Silber

 ·  Edelmetalle bleiben begehrt, Gold ist so teuer wie noch nie. Und auch das Interesse an Rohstofffonds steigt. Der Grund ist die Furcht der Anleger vor Geldentwertung, der schwächere Dollar sowie die weiter lockere Geldpolitik der westlichen Zentralbanken.

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Der Goldpreis ist am Mittwoch auf ein Rekordhoch gestiegen. Eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls kostete bis zu 1462 Dollar. Auch der Preis für Silber kletterte weiter, das Metall kostete bis zu 39,76 Dollar je Feinunze. Noch nie zuvor musste so viel für Gold bezahlt werden, Silber ist so teuer wie seit 31 Jahren nicht mehr.

Die Nachfrage nach Gold und Silber ist groß, weil Anleger sich vor Geldentwertung fürchten und deshalb in Edelmetalle investieren. Hinzu kommt, dass der amerikanische Dollar gegenüber dem Euro schwächer notiert. Damit ist es für Investoren im Euro-Raum günstiger, die Metalle zu kaufen, da sie in Dollar gehandelt werden. Außerdem sorgen Meldungen aus den Krisenländern im Mittleren Osten und in Nordafrika sowie die Atomkatastrophe in Japan dafür, dass Gold und Silber als Geldanlage verstärkt nachgefragt werden. Auch „die weiterhin lockere Geldpolitik der westlichen Zentralbanken sorgt für Preisfantasie“, urteilen die Rohstoffanalysten der Commerzbank.

Schuldenkrise erneut im Blickpunkt

Besonders Gold ist bei Anlegern sehr beliebt, zumal der Preis nun schon im elften Jahr in Folge steigt. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Goldpreis um 30 Prozent erhöht. Zwar werfen Edelmetalle keine Zinsen ab, doch sind sie als Geldanlage besonders in Krisenzeiten begehrt. Nach der Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa im vergangenen Jahr hatte sich Gold schon erheblich verteuert. Manche Prägeanstalt kam wegen der hohen Nachfrage nicht mehr mit der Lieferung von Goldmünzen und Barren nach. Auch das Interesse an Rohstoff-Fonds, die es für Edelmetalle gibt, war groß. Dabei kaufen diese Fonds sogar Metalle wie Platin und Palladium physisch, das gibt den Preisen weiter Auftrieb.

Doch nicht nur Privatanleger setzen auf Gold, auch viele Notenbanken haben im vergangenen Jahr damit begonnen, verstärkt Gold zu kaufen, um ihre Devisenreserven zu diversifizieren. Nachdem der amerikanische Notenbank-Präsident Ben Bernanke in dieser Woche zudem erklärt hatte, die Inflationserwartungen müssten „extrem genau“ beobachtet werden, war das Interesse an Edelmetallen abermals gestiegen. Hinzu kommt, dass die Schuldenkrise in Europa wieder mehr in den Blickpunkt der Anleger rückt: Die Ratingagentur Moody’s hatte am Dienstag die Kreditwürdigkeit Portugals gesenkt. Derweil verschärft sich die Finanzlage Portugals, es wird wahrscheinlicher, dass das Land bald Finanzhilfen aus Europa sowie von dem Internationalen Währungsfonds benötigt.

Silberpreis „völlig überhöht“

Der rasante Preisanstieg für Edelmetalle fällt in eine Zeit, in der Investoren zuletzt viel Geld aus Goldfonds abgezogen haben. So verbuchte der größte börsennotierte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Trust, im vergangenen Quartal den größten auf ein Vierteljahr bezogenen Abfluss seit Bestehen des Fonds im Jahr 2004. „Trotz der Abflüsse in den Goldfonds steigt der Goldpreis“, sagt Thorsten Proettel, Rohstoff-Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Mittlerweile sei die Anlegernachfrage nicht mehr so entscheidend. „Was nun verstärkt den Goldpreis treibt, sind die Käufe aus der Schmuckindustrie.“ Besonders in den Schwellenländern wie Indien und China sei ist die Nachfrage nach hochwertigen Goldprodukten stark gestiegen. Rund zwei Drittel des jährlichen Goldangebots werden von der Schmuckindustrie verbraucht. Der LBBW-Analyst prognostiziert für die kommenden zwölf Monate einen Goldpreis von 1550 Dollar.

Anders als Gold wird Silber auch in der Industrie in großen Mengen gebraucht: 52 Prozent des Silberverbrauchs kommen aus der Industrie, etwa für die Elektrotechnik. „Die Wirtschaftserholung rechtfertigt aber nicht, dass sich der Silberpreis seit September 2010 verdoppelt hat“, sagt Proettel. „Der Preis ist fundamental gesehen völlig überhöht.“

Der Silbermarkt ist vergleichsweise klein: Bei den aktuellen Preisen beträgt der Wert des jährlichen Silberangebots 26 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung der Daimler-Aktie beträgt 56 Milliarden Euro. Daher steigen die Silberpreise sehr schnell, wenn viele Anleger investieren. Seit Mitte 2010 nimmt das Interesse der Anleger an börsengehandelten Rohstoffpapieren wie den Silber-ETC (Exchange Traded Commodity) zu. Die Bestände des größten Silber-Fonds, des iShares Silver Trust, betragen mittlerweile rund 11.000 Tonnen Silber.

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