03.06.2009 · In den vergangenen Wochen hat der Goldpreis weiter zugelegt und nähert sich nun abermals der Marke von 1000 Dollar. Doch die Preisrally des Edelmetalls dürfte eine Pause einlegen.
Von Tim HöfinghoffDie Furcht der Anleger vor einem schwachen Dollar sowie die Angst vor Inflation - diese Gemengelage führte dazu, dass der Goldpreis in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt hat.
So stieg der Preis des Edelmetalls seit Mitte April um 15 Prozent. Nun liegt der Preis am Mittwoch bei rund 980 Dollar je Unze. Die Marke von 1000 Dollar ist also nicht mehr weit entfernt. Im Februar dieses Jahres hatte der Goldpreis seinen bisher höchsten Stand erreicht: damals waren es 1003 Dollar.
Für Anleger, die in Euro investieren, sieht die Sache etwas weniger spektakulär aus. Weil der Wert des Euro im Verhältnis zum Dollar zuletzt deutlich gestiegen ist, war auch der Anstieg des Goldpreises in Euro weniger hoch. So notiert der Goldpreis in Euro bei 688 Euro. Dabei gilt: Langfristig entwickeln sich Dollar-Kurs und Goldpreis (in Dollar) gegenläufig.
Doch wie geht es weiter mit dem Goldpreis? Wird die Hürde von 1000 Dollar schnell genommen, geht es dann zügig nach oben weiter? Oder wird die Goldpreis-Rally bald zu einem Ende kommen?
Goldpreis-Rally dürfte Pause einlegen
Fachleute argumentieren, dass der Goldpreis noch weiter steigen dürfte, sich die Anzeichen für eine Pause der Rally jedoch verdichten. „Ich gehe davon aus, dass die Goldpreis-Rally ins Stocken geraten wird“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoff-Experte der Commerzbank. „Sollte der Dollar weiter schwach bleiben, wird der Goldpreis bestimmt die Marke von 1000 Dollar überspringen. Doch das wird nicht von Dauer sein.“
Nach Einschätzung von Weinberg müsste die Risikoaversion der Anleger weiter steigen, um den Goldpreis nach oben zu hieven. Davon dürfte seiner Meinung nach aber nicht auszugehen sein. Denn an den Börsen sei zu beobachten, dass die Risikofreude eher zunehme: „Der Dax legt zu, der Ölpreis steigt, die Investoren sind überzeugt, dass die Konjunkturerholung in vollem Gange ist“, sagt Weinberg, „damit spielt Gold eine immer weniger wichtige Bedeutung.“ Weinberg prognostiziert, dass der Goldpreis bald wieder unter die Marke von 900 Dollar fällt.
Einer der wichtigsten Gründe für den Anstieg des Goldpreises war bisher die Schwäche des Dollar. Die amerikanische Währung notiert im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen der Welt wie Euro oder Yen auf dem niedrigsten Stand seit dem vergangenen Dezember. Im Mai verbuchte der Dollar den stärksten Monatsrückgang dieses Jahres und notiert nun mit 0,70 Euro. Hintergrund ist, dass viele Investoren sich sorgen, dass der Greenback seine Rolle als weltweit führende Reservewährung verlieren könnte.
China stockt Gold-Reserven kontinuierlich auf
Außerdem haben Länder wie China, aber auch Russland und Venezuela ihre Gold-Reserven in den vergangenen Monaten kontinuierlich aufgestockt. Das hat die Preise getrieben. Diese Länder - allen voran China - gehören zu den größten Gläubigern amerikanischer Staatsanleihen und wollen ihre Abhängigkeit gegenüber dem Dollar absichern - durch ein Investition in das Edelmetall Gold. Sie setzen dabei auf die historische negative Korrelation zwischen Dollarkurs und Goldpreis.
Wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise hat die amerikanische Regierung ein gewaltiges Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht - die lockere Geldpolitik könnte aus Sicht vieler Anleger in absehbarer Zeit jedoch für Inflation sorgen, auch wenn der Einfluss auf die amerikanischen Konsumentenpreise in der Preis-Statistik bisher noch nicht erkennbar ist. Auch dies beflügelte den Goldpreis.
Hinzu kommt, dass Gold auch bei vielen Anlegern immer beliebter wurde. So haben Goldfonds ihre Gold-Bestände stetig erhöht, weil sie auf einen Anstieg des Goldpreises spekulierten. Der SDPD Gold Trust, der weltweit größte börsenotierte Goldfonds, erhöhte seinen Vorrat an Goldbarren in diesem Jahr um 45 Prozent.
Der Goldpreis-Anstieg führt derweil dazu, dass der Verkauf von Alt-Gold weiter zulegen dürfte. Die Nachfrage aus der Schmuckindustrie wird hingegen sinken, argumentieren Fachleute. Zahlen des World Gold Council belegen dies: So ging die Nachfrage der Schmuckindustrie im ersten Quartal des Jahres um 25 Prozent zurück. Das Altgold-Angebot stieg hingegen um 55 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |