18.06.2010 · Man kann von der Entwicklung am Goldmarkt halten was man will, der Trend jedoch spricht nun inzwischen schon seit Jahren für ein riskantes Investment in diesem Bereich. Mit 1.259 Dollar je Feinunze war Gold am Freitag so teuer wie nie.
Mit einem Preiszuwachs von mehr als einem Prozent auf 1.259 Dollar je Feinunze war Gold am Freitagnachmittag zumindest nominal so teuer geworden wie nie zuvor. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort, der im Jahr 1999 nach einem Preistief bei knapp 254 Dollar je Unze einsetzte und in den vergangen Monaten immer dynamischer wurde.
Skeptiker mögen an der Entwicklung aus allen möglichen Gründen zweifeln. Immerhin wirft Gold keine Erträge ab, wie es Anleihen in Form von Kupons oder Aktien in Form von Dividenden zu. Routiniers handeln trotzdem nach der Regel „Der Trend ist ein Freund“ und halten einmal eingegangene Positionen, so lange er nicht bricht. Alleine schon aus diesem Grund bestätigt er sich inzwischen schon seit Jahren immer wieder selbst und wirbt gleichzeitig für ein riskantes Investment in diesem Bereich.
„Der Trend ist ein Freund“
Dieser Effekt wird verstärkt durch Anlageberater, Banken und alle nur denkbaren Verschwörungstheoretiker, die jedes Argument ausgraben und breittreten, das für den Kauf von Gold und anderen als knapp geltenden physischen Gütern sprechen mag. Der Goldpreis werde noch in diesem Jahr auf 1.300 Dollar je Unze steigern, weil sich immer mehr Anleger das edle Metall statt Währungen wie Dollar und Euro ins Depot legen würden, erklärte am Freitag beispielsweise Bruce Ikemizu von der Standard Bank.
Diese Währung könnten ihre Reize verlieren, da das Wachstum Europas und der Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren im Vergleich mit den Schwellenländern undurchschnittlich ausfallen werde, erklärte der Chefrohstoffhändler der Bank in Tokyo in einem Interview. Dazu kämen Sorgen über die europäische Schuldenkrise. Notwendige Sparmaßnahmen bremsten die konjunkturelle Entwicklung und könnten sogar in eine neue Rezession führen, erklären Wachstumsskeptiker wieder der bekannte Milliardär George Soros.
Der Zweifel am Erfolg der geld- und fiskalpolitischen Krisenstrategien in den Industriestaaten tun ihr Übriges, um Anleger unter dem Trommelfeuer der längst heiß gelaufenen Verkaufs- und Produktgenerationsmaschinerie in den Goldmarkt zu locken. Die Deutsche Bank ist dafür beispielhaft. Sie habe in der laufenden Woche ihre Palette an börsengehandelten Rohstoffprodukten (ETCs) um vier Produkte auf den Gold- und Silber-Spotpreis erweitert, hieß es.
Börsengehandelte Rohstoffe in Form der ETCs sind rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen, welche die Wertentwicklung von Rohstoffen wie Zertifikate abbilden. Im Gegensatz zu Zertifikaten sind sie allerdings physisch mit Rohstoffen hinterlegt. Der ETC Physisches Gold ist mit Goldbarren fundiert, deren Wert in der Regel stets zehn Prozent über dem Nennwert des ETC liegen soll. Beim ETC Physisches Silber dienen Silberbarren als Sicherheit.Diese werden ebenso wie die Goldbarren bei der Bank JP Morgan in London verwahrt. Von beiden Produkten bietet die Deutsche Bank zudem in Euro währungsgesicherte Varianten an, die das Dollarrisiko europäischer Anleger ausschalten sollen. Die Produkte sollen ab kommendem Dienstag an der London Stock Exchange und ab Mitte Juli an der Frankfurter Börse gehandelt werden können.
Heiß gelaufene Verkaufs- und Produktgenerationsmaschinerie
Tatsächlich ist die rasante Zunahme der Staatsschulden in den Industriestaaten für viele Anleger ebenso bedenklich, wie es die hohen Geldmengen und die Ankaufprogramme der Zentralbanken sind. Sie führen nach rigoroser Aushebelung aller traditionellen Maßstäbe zur Befürchtung, Politiker und Zentralbanker wären nicht in der Lage oder willens, die außerordentlichen Maßnahmen rechtzeitig zurückzuführen. Der Weg des geringsten Widerstandes würde über eine Inflationierung führen, so die Vermutung. Eine inflationäre Entwicklung würde zumindest auf dem Papier zu einem gewissen Wachstum führen und auf der anderen Seite die angehäuften Schulden real mindern.
Dem könne man als Anleger nur durch den Kauf knapp Güter oder der Aktien von Unternehmen mit Preissetzungsmacht begegnen, erklärt die Logik. Aus ihr und aus dem inzwischen entstandenen psychologischen Momentum leitet sich der Preisauftrieb von Gold ab. Angesichts der gewaltigen industriellen Überkapazitäten weltweit ist die Entstehung einer Inflation noch lange nicht sicher. Aus diesem Grund können Absicherungsstrategien gegen Preisrückschläge nicht schaden. Sollten sich größere Anleger zum Verkauf entscheiden, dürften größere Preisrückschläge kaum überraschen.
Faszinierend ...
Reinhard Wolf (Pumuckel42)
- 18.06.2010, 18:04 Uhr
Vertrauen in Staat und Finanzsystem in freiem Fall
Markus Gillich (Dummsday)
- 19.06.2010, 23:37 Uhr
Als ob bei Aktien und Anleihen immer Zins und Dividende garantiert wären.
Martin Enzinger (FlorianGeyer)
- 22.06.2010, 01:42 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |