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Edelmetalle Goldpreis auf historischem Höchststand

 ·  Das Edelmetall profitiert vom schwachen Dollar. Dieser leidet unter einem Bericht über seine eventuelle Ablösung als Zahlungsmittel für Öl.

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Spekulationen über eine Ablösung des Dollar als Zahlungsmittel für Öl haben am Dienstag den Kurs des Dollar an den Devisenmärkten unter Druck gesetzt und damit den Preis für eine Unze Gold (31 Gramm) mit 1043,77 Dollar auf einen historischen Höchststand getrieben. Das alte Hoch vom März 2008 hatte bei 1034 Dollar gelegen.

Ein schwacher Dollar an den Devisenmärkten geht häufig mit steigenden Rohstoff- und Edelmetallpreisen einher, wie die Analysten der LBBW in Stuttgart schreiben: „Schon seit Anfang April bewegen sich die Goldnotierungen im Einklang mit dem Wechselkurs.“ Großanleger würden am Terminmarkt eine bekannte Strategie verfolgen, indem sie Dollar verkauften und Gold kauften. Den Höhenflug des Goldpreises erklärt die Bank zudem mit charttechnischen Gründen. Auf Sicht von zwölf Monaten sieht sie den Goldpreis bei 1100 Dollar.

Die Mär von der Ablösung des Dollar

Die britische Zeitung „Independent“ hatte am Dienstag mit Verweis auf chinesische Bankenkreise in Hongkong berichtet, arabische Ölförderländer führten mit China, Russland, Frankreich und Japan Geheimgespräche über die künftige Zahlung von Öllieferungen nicht mehr mit Dollar, sondern mit einem Währungskorb, der unter anderem aus dem Euro, dem Yen, dem Yuan und dem Gold bestehen solle. Der Ablösungsprozess vom Dollar werde auf neun Jahre veranschlagt. Der Bericht wurde allerdings von Saudi-Arabien dementiert. Er sei absolut falsch, sagte Notenbankpräsident Mohammed al-Dschasser.

Die Analysten der Commerzbank schenken dem britischen Zeitungsbericht ebenfalls wenig Glauben. „Solch eine Geschichte riecht stark nach Verschwörungstheorie und ist daher mit großer Vorsicht zu genießen“, heißt es in einem Marktkommentar. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre ein solcher Plan völlig unsinnig.

„Natürlich wäre es prinzipiell ohne größere Mühe möglich, Öllieferungen nicht mehr - wie heute meistens üblich - in Dollar abzurechnen, sondern in irgendeiner anderen Währung“, konzedieren die Analysten. „Doch wäre es weder möglich noch sinnvoll, den Ölhandel auf einen Korb von Währungen umzustellen. Jeder Ölhändler würde versuchen, die unweigerlich anfallenden Transaktionskosten zu vermeiden. Und wer wäre in der Lage, die Gewichte eines solchen ,Ölwährungskorbs' verbindlich festzuschreiben? Lediglich ein Wechsel zu einer liquiden anderen Währung - Euro oder Yen - wäre denkbar.“

Spekulationen auch gegen den Won

In asiatischen Ländern wie Südkorea, Singapur oder Thailand hielten sich am Dienstag Gerüchte, dass die Notenbanken gegen eine Aufwertung ihrer Währungen zum Dollar am Markt interveniert hätten. Der Kurs des südkoreanischen Won fiel im Tagesverlauf auf bis zu 1166 Won je Dollar, schloss den Handelstag in Seoul aber zu 1170 Won je Dollar. So stark war der Won gegenüber dem Dollar seit einem Jahr nicht mehr. Allein seit Juli hat die Währung zum Dollar rund 8 Prozent aufgewertet.

Der für die Wechselkurspolitik Koreas zuständige Generaldirektor des Büros für internationale Finanzen im Finanzministerium, Kim Ik-joo, bestritt gegenüber dieser Zeitung, dass Korea interveniert habe. „Es sind nur Spekulationen“, sagte Kim und verweigerte jeden weiteren Kommentar. Die Nachrichtenagentur Dow Jones zitierte ihn dagegen mit den Worten: „Wenn die Fundamentaldaten verzerrt bleiben, werden wir strengere Maßnahmen ergreifen als Glättungsoperationen.“

Zum Aufwertungsdruck auf den Won dürften am Dienstag Spekulationen beigetragen haben, dass die Bank von Korea der Zinsanhebung der australischen Notenbank folgen könnte. Die Wirtschaft Südkoreas ist, gestützt auf die Nachfragepakete der Regierung, auf dem besten Wege, den Einbruch im Winterhalbjahr rasant hinter sich zu lassen. Südkorea hat mit 254 Milliarden Dollar die sechstgrößten Währungsreserven der Welt.

Von der Schwäche des Dollar profitierte auch der Preis für ein Barrel (159 Liter) amerikanisches Leichtöl (WTI), der um 2,2 Prozent auf 71,95 Dollar zulegte. Die Hoffnung auf gute Nachrichten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Veröffentlichung von Quartalsergebnissen sowie eine Positive Studie zu Bankaktien der Bank of America ließen den Dax um 2,6 Prozent auf 5652 Punkte steigen.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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